Attika: Sicherheit, Sichtschutz und mehr Platz
Einfassungen von Flachdächern werden meistens als Attika ausgeführt, dabei handelt es sich um eine wand- oder mauerartige Erhöhung der Außenwand, die über das eigentliche Flachdach hinausgeht. Erfahren Sie hier alles zu den Ausführungen, Funktionen und was beim Bau einer Attika zu beachten ist.
Ursprünglich in der Antike als niedrige Mauer um Dachterrassen genutzt, um diese vor Einblicken zu schützen und gleichzeitig als Sturzsicherung zu dienen, hat sich die Funktion der Attika im Laufe der Zeit erweitert und variiert. Heute dient sie nicht nur als Gestaltungselement oder Sichtschutz, sondern auch zur Verdeckung von Dachkonstruktionen, technischen Anlagen oder, im Businessbereich, als Träger von Werbeeinrichtungen.
Welche Ausführungen von Attiken gibt es?
Attiken können in verschiedenen Ausführungen und Materialien gestaltet sein. Je nach ästhetischen und funktionalen Anforderungen eines Bauwerks gibt es:
- Einfache Attika: Oft als schlichte, erhöhte Mauer rund um das Dach ausgeführt, bieten sie Sichtschutz und runden das Gebäudedesign ästhetisch ab.
- Vorgehängte Attika: Sie sind meist aus Metall oder passenden Fassadenelementen gestaltet und dienen der optischen Verkleidung.
- Integrierte Attika: Hier geht die Fassade nahtlos in die Attika über, was besonders bei modernen, minimalistischen Bauwerken gefragt ist.
- Begrünte Attika: Als Teil nachhaltiger Baukonzepte bietet diese Art der Attika neben visuellen auch ökologische Vorteile.
Welche Funktion hat eine Attika?
Eine Attika hat in der Architektur mehrere Funktionen, von denen die wichtigsten ästhetische, praktische und technische Aspekte umfassen:
- Sichtschutz: Besonders in urbanen Gebieten schützen sie private Dachterrassen vor Einblicken.
- Schutz der Gebäudesubstanz: Attiken schützen die darunterliegende Fassade vor Witterungseinflüssen und entsprechenden Schäden, und sie können je nach Ausführung die Dachkonstruktion zum Teil verdecken.
- Technikversteck: Lüftungsanlagen, SAT-Schüssel und andere technische Installationen auf dem Dach können hinter einer Attika verborgen werden.
- Sicherheit: Eine Attika dient als attraktiver Ersatz für ein Geländer auf begehbaren Dachflächen und erhöhen so die Sicherheit.
Planung einer Attika
Bei der Planung einer Attika sollten folgende Aspekte unbedingt bedacht werden:
- Baurechtliche Vorschriften: Studieren Sie die Bauordnung Ihres Bundeslandes und spezifische Gemeindevorschriften. In manchen Regionen gibt es klare Vorschriften bezüglich der Höhe und Gestaltung von Attiken.
- Statik: Die zusätzliche Last einer Attika muss bei der statischen Berechnung des Daches berücksichtigt werden. Zuständig dafür ist der Dachkonstrukteur und der Statiker.
- Material und Konstruktion: Je nach Gebäudeart und Gebäudestil müssen die verwendeten Materialien und Konstruktionstechniken den ästhetischen und funktionalen Anforderungen entsprechen.
- Korrekte Abdichtung: Eine fachgerechte Integration der Attika in die Dachkonstruktion ist selbstverständlich, um Undichtigkeiten und Baumängel zu vermeiden.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Achten Sie auf die verlängerte Gewährleistung für alle wasserdichten Herstellungen. Versuchen Sie, Leistungsgrenzen an logisch zusammenhängenden Bauteilen und Bereichen zu vermeiden! Erfragen Sie hierbei auch eventuelle Garantien von Herstellern (z. B. bei Dach-System-Herstellern). Stimmen Sie sich eng mit den verarbeitenden Unternehmen ab!
Wichtiges zum Bau einer Attika
Der Bau einer Attika sollte immer von Fachleuten durchgeführt werden, um die technischen und baurechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Zunächst gilt es, die Dachkonstruktion entsprechend zu planen, um die Attika auch zu tragen. Abhängig vom gewählten Material und Design kann die Montage variieren. Vorgehängte oder integrierte Systeme bedürfen einer anderen Vorgehensweise als einfache Mauerwerksattiken.
Besonders wichtig für die Langlebigkeit und Funktionalität einer Attika ist eine professionelle Dämmung und Abdichtung, vor allem an den Übergängen zur Dachkonstruktion. Dies stellt sicher, dass eventuell überlaufendes Wasser (falls der Ablauf verstopft ist) an der Außenseite des Gebäudes abfließen kann, ohne das darunter liegende Mauerwerk zu beschädigen. Die Attika-Abdeckungen und Verblechungen werden vom Spengler im Anschluss an die Schwarzdeckerarbeiten hergestellt.
Die Hochzüge zu den Flächenabdichtungen sind im gleichen System (evtl. unter Verwendung von Sonderteilen, Bahnenstücken, Hochzugskeilen o.ä.) genau nach den zutreffenden Normen und den Vorschriften des jeweiligen System-Herstellers auszubilden. Die Höhe der Hochzüge über der Abdichtungesebene richtet sich nach den jeweiligen Vorschriften, es empfiehlt sich aber diese höher, ev. bis über die mögliche Rückstauebene der Flächenentwässerung hochzuführen. Die Oberkante der Hochzüge ist wasserdicht an der Wand zu verwahren, zum Beispiel mit speziellen Klemmleisten, Blecheinfassungen oder ähnlichem. Da die Dachabdichtungssysteme üblicherweise nicht UV-beständig sind, ist ein Schutz von frei bleibenden Hochzügen (durch Verblechung o.ä.) erforderlich.
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