zwei große schwarze Brandschutztüren in einer betonierten Industriehalle, ausgestattet mit Schließbügel oben. Daneben Feuerlöscher sichtbar. Oberhalb der Tür ein Notausgangsschild grün.

zwei große schwarze Brandschutztüren in einer betonierten Industriehalle, ausgestattet mit Schließbügel oben. Daneben Feuerlöscher sichtbar. Oberhalb der Tür ein Notausgangsschild grün. © © Matthias Buehner/stock.adobe.com

Brandschutztüren: Vorschriften in Österreich

Brandschutztüren sind in bestimmten Gebäudebereichen laut österreichischer Bauordnung Pflicht. Wir sagen Ihnen, welche Vorschriften Sie einhalten müssen, welche Kennzeichnung Brandschutztüren brauchen, welche Feuerwiderstandsklassen erfüllt sein müssen und wie Sie Ihre Türen auf Mängel untersuchen.

Eine Brandschutztür ist eine spezielle Tür, die im Gegensatz zu herkömmlichen Außen- und Innentüren dafür konstruiert wurde, die Ausbreitung von Feuer und Rauch in einem Gebäude zu verhindern. Die gesetzlichen Regelungen sind hier ganz klar: Eine Brand- bzw. Feuerschutztüre bzw. eine Rauchschutztüre muss dem Feuer für eine bestimmte Zeit standhalten und so den Fluchtweg für Personen sichern oder bestimmte Bereiche vor der Ausbreitung eines Feuers schützen. Damit haben die im Gebäude befindlichen Menschen Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Hinweise und Tipps

Doppelte Sicherheit:

Jede Brandschutztür wird fremdüberwacht hergestellt, normiert und zertifiziert.

Vorschriften bei der Konstruktion von Brandschutztüren

Eine Tür, die Hitze, Feuer und Rauch standhalten muss, muss stabil und widerstandsfähig konstruiert sein. Deshalb werden Brandschutztüren aus feuerbeständigen Materialien wie Stahl oder gleichwertig robusten Verbundwerkstoffen hergestellt und mit speziellen Dichtungen ausgestattet, um so das Durchdringen von Rauch zu minimieren. Die Beschaffenheiten von Türblatt, Zarge, eventuelle Verglasung, Beschläge und Dichtungen haben sehr strenge Richtlinien einzuhalten. Diese sind in der ÖNORM EN 13501-2 festgelegt. Außerdem muss jede in Österreich verkaufte Brandschutztür CE-zertifiziert sein.

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Hinweise und Tipps

Tipp:

Lassen Sie beim Einbau nur die Profis ran! Eine Ursache für Mängel ist die Auftragsvergabe an Subunternehmen, die nicht mehr als eine Unterweisung durch den Hersteller erhalten haben.

Welche Kennzeichnungen müssen Brandschutztüren aufweisen?

Seit 1.9.2019 ist eine CE-Kennzeichnung nach der Produktnorm für Türen, Tore und Fenster (EN 16034) für Produkte mit Feuer- und/oder Rauchschutzeigenschaften gesetzliche Pflicht. Laut Auskunft der Europäischen Kommission hat das Bildzeichen "CE" aber keine buchstäbliche Bedeutung mehr. Es ist nur noch Symbol für die Freiverkehrsfähigkeit in der EU. Und es ist kein Prüfsiegel, sondern ein rein verwaltungstechnisches Kennzeichen. Erst die Leistungserklärung dokumentiert die Anforderungen, die an eine genormte Tür gelten. Deshalb ist diese in gedruckter oder in elektronischer Form bereitzustellen. Finden Sie bei der von Ihnen gekauften Brandschutztür keine solche Leistungserklärung, sollten Sie vorsichtig sein. Durch die klaren Vorgaben auf europäischer Ebene sind heute viele Varianten im Bereich der Feuerschutztüren möglich. Sämtliche Festlegungen sind in der ÖNORM EN 13501-2, Ausgabe 2016 enthalten.

Neben dem entsprechenden ÖNORM-Zertifikat müssen in Österreich alle zum Verkauf stehenden Brandschutztüren auch das ÜA-Zeichen tragen. Also: Ausnahmslos jede Brandschutztüre muss verpflichtend diese beiden Kennzeichen ÜA-Zeichen und CE-Leistungserklärungtragen, um als "zertifizierte Brandschutztür" zu gelten. So kann man sicher gehen, dass alle behördlichen Auflagen erfüllt sind.

Hinweise und Tipps

Seit dem 01.11.2019 ist das in Verkehr bringen von T30, T90 oder T120 Toren verboten!

Feuerwiderstandsklassen: nationale und europäische Systematik

Beim baulichen Brandschutz spielt der Feuerwiderstand von Bauteilen – also von Wänden, Decken oder Türen – eine zentrale Rolle. Anders als das Brandverhalten von Baustoffen beschreibt der Feuerwiderstand, wie lange ein Bauteil im Brandfall seine Funktion behält. Dabei geht es vor allem um drei Kriterien: Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung.

Feuerwiderstandsklassen in Österreich und der EU

In Österreich ist der bauliche Brandschutz ein zentrales Thema der Bauordnung. Entscheidend ist dabei der Feuerwiderstand von Bauteilen, also wie lange Wände, Decken, Türen oder Dächer im Brandfall ihre Funktion beibehalten. Der Feuerwiderstand wird in Brandwiderstandsklassen unterteilt und bezeichnet die Zeitspanne, in der ein Bauteil Feuer und hohen Temperaturen standhält, ohne wesentliche Leistungseigenschaften zu verlieren.

Europäische Regelung (DIN EN 13501)

Die europäische Norm DIN EN 13501 unterscheidet mehr Details: Es gibt verschiedene Prüfzeiten (15 bis 240 Minuten) und Leistungskriterien, die gesondert oder kombiniert bewertet werden können. Die Leistungskriterien:

  • R = Tragfähigkeit (Résistance)
  • E = Raumabschluss (Étanchéité)
  • I = Wärmedämmung (Isolation)
  • W = Strahlungsdurchtritt (Radiation)
  • M = Stoßbeanspruchung (Mechanical Stability)

Kombinationen dieser Kriterien ergeben dann Bezeichnungen wie REI 30 (Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung jeweils 30 Minuten).

Brandwiderstandsklassen nach österreichischem Baurecht

Österreich verwendet für den baulichen Brandschutz das europäische Klassifizierungssystem nach DIN EN 13501-2.
Die EI-Klassenstehen dafür, wie lange ein Bauteil im Brandfall seine Schutzfunktionen erfüllt. Damit gewährleistet das österreichische System eine einheitliche und europaweit vergleichbare Bewertung des Feuerwiderstands von Baukonstruktionen. Die folgende Tabelle zeigt die in Österreich üblichen Bezeichnungen und ihre Bedeutung:

Brandwiderstandsklasse (nach DIN EN 13501) Mindestwiderstandsdauer (t in Minuten) Bautechnische Bezeichnung (lt. Bauordnung) Brandschutztechnische Bezeichnung
EI 30 ≥ 30 min feuerhemmend brandhemmend
EI 60 ≥ 60 min hochfeuerhemmend hochbrandhemmend
EI 90 ≥ 90 min feuerbeständig brandbeständig
EI 180 ≥ 180 min hochfeuerbeständig hochbrandbeständig

Die Zahlen geben die Mindestdauer in Minuten an, während der die geforderten Funktionen aufrechterhalten bleiben müssen. Für die Praxis bedeutet das: Bauteile mit EI 30 werden bei geringer Brandbelastung (z. B. Trennwände in kleineren Gebäuden) eingesetzt.EI 60 und EI 90 finden bei mittleren bis hohen Brandschutzanforderungen Anwendung, etwa in mehrgeschossigen Gebäuden oder Fluchtwegen.EI 180 kommt in besonders gefährdeten oder sicherheitsrelevanten Bereichen (z. B. Technikräume, Hochhäuser) zum Einsatz.

Regelung der Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102

Die Klassifizierung nach DIN 4102 ist in Österreich nicht mehr flächendeckend üblich. Der Vollständigkeit halber., und weil vor allem in Deutschland diese Normen noch oft und gerne angewandt werden, sollen sie hier ebenfalls aufgeführt werden. Unterschieden werden fünf Feuerwiderstandsklassen:

Feuerwiderstandsklasse Mindestdauer in Minuten Bezeichnung
F30 30 feuerhemmend
F60 60 hochfeuerhemmend
F90 90 feuerbeständig
F120 120 hochfeuerbeständig
F180 180 höchstfeuerbeständig

Ein Bauteil gilt als "gebrochen", sobald eines der Kriterien – Tragfähigkeit, Raumabschluss oder Wärmedämmung – nicht mehr erfüllt ist. Diese einfache Systematik ist in Deutschland weiterhin die maßgebliche Norm.

Nicht nur Brandschutztüren können Mängel aufweisen. Häufige Baumängel und Gewährleistung

Mängel bei Brandschutztüren und wie Sie sie finden

Vor einigen Jahrzehnten noch war eine Feuerschutztür eine Holztür, die mit Blech verkleidet wurde. Diese Türen entsprachen dann aber auch der Verordnung. Heute sind Feuerschutztüren neben Rauchwarnmeldern hochtechnische Produkte, die sämtliche Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes erfüllen. Und auch optisch sind die modernen Modelle so wandlungsfähig, dass sie sich wohl jedem Einrichtungsstil anpassen.

Keine Ausreden also für eine nicht gesetzeskonforme Umsetzung der Brandverhütung, möchte man meinen. Doch weit gefehlt! Immer wieder kommt es zu Problemen und Mängeln, die Anlass zu Beanstandungen durch Brandschutzbeauftragte geben. Hier die wichtigsten und häufigsten Mängel, auf die Sie Ihre Brandschutztüren nach der Montage unbedingt kontrollieren sollten:

  • Beschädigte oder lückenhafte Dichtungen: Abgedichtete Kanten am Türblatt und Türrahmen sind essenziell für das Verhindern von Raucheintritt. Regelmäßige Checks der Dichungen sollten durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Dichtungen intakt sind und ordnungsgemäß funktionieren.
  • Falsche Montage: Ein fachlich inkorrekter Einbau kann die Wirksamkeit einer Brandschutztür maßgeblich beeinträchtigen. Die Tür muss gemäß den Herstelleranweisungen und den örtlichen Bauvorschriften montiert werden, von der Zarge über den Rahmen bis zu den Dichtungen und Beschlägen. Dazu gehört übrigens auch der so genannte "qualitätsunterdrückte" Einbau (z. B. mit PU-Schaum). Lassen Sie am besten einen Profi ran!
  • Falsche Materialien: Brandschutztüren müssen aus feuerbeständigen Materialien hergestellt sein! Die Verwendung von minderwertigen oder nicht zugelassenen Materialien kann die Feuerwiderstandsfähigkeit der Tür beeinträchtigen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Modell CE-zertifiziert ist und damit den geltenden Standards und Zulassungen entspricht.
  • Fehlende Wartung: Die regelmäßige Überprüfung und Reinigung der Dichtungen, das Schmieren der Beschläge und die Überprüfung des Türblatts gehören zur Standardwartung Ihrer Brandschutztür. Es ist wichtig, dass Wartungsarbeiten von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.
  • Blockierte Fluchtwege: Brandschutztüren dürfen niemals blockiert werden und müssen jederzeit frei zugänglich sein. Überprüfen Sie, ob sich keine Gegenstände vor oder hinter der Tür befinden, die im Notfall den Fluchtweg behindern könnten.
  • Weitere Mängel: Brandschutztüren sollten keine Keile aus Holz oder Kunststoff haben, die Feststellanlagen dürfen nicht defekt oder ausgehängt sein, der Selbstschließungs-Mechanismus muss funktionieren und der Bodenbelag unter der Branschutzdür darf nicht uneben oder gewölbt sein, sodass die Tür ohne Probleme öffnen und schließen kann und sich nicht verklemmt.

Haben Sie Rauchmelder installiert? Wo sie vorgeschrieben sind, lesen Sie hier!

Brandschutztore für Industrie und Gewerbe

Tor- und Torsystemhersteller bieten, um der heutigen Gesetzeslage gerecht zu werden, auch praktische Neuerungen bei Steuerung und Antrieb an. Diese zeichnen sich besonders durch einfache Bedienung aus und auch bei Stromausfall im Brandfall leisten diese einen sicheren Torbetrieb.

Es werden unterschiedliche Öffnungsformen und Materialien angeboten: Drehtore - ein- und zweiflügelig, Schiebetore, Teleskoptore, Rolltore, Sektionaltore, Hubtore, Schiebetore mit Schlupf- und Fluchttür. Zudem werden oft auch zusätzliche Funktionen mit diesen Toren abgedeckt, wie zum Beispiel: integrierte Einbruchssicherung, Schallschutz, Rauchmeldeanlage und Rauchschürzen oder auch Rauchabschlüsse.

Redaktion
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