Baumängel und was Sie tun können

Typische Baumängel, die Ihnen während eines Bauprozesses oder nach seiner Fertigstellung durch zu geringe Informiertheit oder fehlerhafte Ausführung begegnen können, und was Sie in Sachen Gewährleistung und Garantie wissen müssen.

Vorab gleich ein wichtiger Tipp: Im Falle mangelhafter Arbeiten sollte möglichst nicht mit den HandwerkerInnen vor Ort diskutiert, sondern der Firmenschef oder Polier kontaktiert werden, um mit ihm die Lage zu besprechen. Bleiben Sie dabei höflich und ruhig, und vermeiden Sie pauschale Aussagen wie „das könnte ja mein kleiner Sohn besser!“ Erstens ist das nicht wahr, und zweitens bringt es nichts, außer noch mehr Ärger. Erstellen Sie hingegen eine detaillierte Dokumentation der Mängel (Fotos, Protokolle,...). Grundsätzlich werden folgende Arten von Baumängeln unterschieden:

  • Unwesentliche, unbehebbare Mängel (z. B. Farbabweichungen bei Bodenbelägen oder Fliesen). Sie können mit der Forderung auf Preisminderung "behoben" werden.
  • Unerhebliche Mängel ohne Gewährleistung. Es handelt sich hier um "Schönheitsfehler", die keinerlei Auswirkung auf die Nutzung des Gebäudes haben. Für Sie können höchstens geringe Kostenreduktionen verlangt werden.
Dmitrii Erekhinskii/shutterstock.com © Dmitrii Erekhinskii/shutterstock.com

  • Behebbare Mängel können entweder durch den zuständigen Handwerker "verbessert" werden, oder es kommt zu einer wesentlichen Kostenreduktion. Für die Ausbesserung des Mangels halten Sie schriftlich fest: Eine Frist bis zur Erledigung, den Hinweis, dass bei Nichteinhaltung eine ander Firma beauftragt wird und das verursachende Unternehmen die Kosten dafür zu tragen hat. Wie und in welcher Form die Firma verbessern möchte, bleibt ihr selbst überlassen. Sie haben als Bauherr kein Weisungsrecht darüber, dass die Verbesserung auf eine bestimmte Art und Weise erfolgt. Schließlich geht es darum, dass das Ergebnis stimmt.
  • Unbehebbare, wesentliche Mängel gelten als die schwerwiegensten, weil sie den ordentlichen Gebrauch, also wie etwas laut Plan sein soll, verhindern oder unmöglich machen (z. B. eine falsch gesetzte Zwischenwand, falsch positionierte Fenster- oder Türöffnungen). In so einem Fall können, ja sollten Sie auf eine "Wandlung" bestehen, sprich vom Vertrag zurücktreten. Innerhalb der von Ihnen festgesetzten Frist hat das Unternehmen Zeit, jene Bauteile zu entfernen oder rückzubauen, die nicht brauchbar sind (z. B. eine falsch platzierte Zwischenwand). Falls dies nicht innerhalb der festgelegten Frist passiert, haben Sie auch hier wieder die Möglichkeit, eine zweite Firma zu beauftragen und die Kosten weiterzuverrechnen. Außerdem kann nach Ablauf der Frist umgehend geklagt werden, auch darauf ist im Vertrag hinzuweisen!
  • Schäden an Dritten: Wenn im Zuge von Bauarbeiten Schäden an benachbarten Grundstücken oder Gebäuden, an bestehenden Bauwerken oder anderem Eigentum passieren, so sind hierfür ebenfalls die tätigen Baufirmen zur Verantwortung zu ziehen. Weisen Sie also in den jeweiligen Verträgen auf alle am und um das Grundstück befindlichen Einrichtungen (Brunnen, Hütten, Bäume,…) ausdrücklich und schriftlich hin.

Die häufigsten Baumängel:

  • Feuchtigkeit im Keller, in der Fassade oder im Dachbereich
  • Wärme- und Schallmängel durch schadhafte oder schlecht verarbeitete Dämmung der Außenwände, Geschoß- und Kellerdecken sowie des Daches
  • Mangelhafte Isolierung und Schalldämmung der Installationen, Wasserleitungen, Elektroleitungen etc.
  • Unsachgemäß verlegte Dehnfugen, die zu Rissen im Estrich- und Fliesenbereich führen, sowie Abrisse im Bereich der Fenster, Türen und Sanitärkeramik nach sich ziehen
  • Wärmebrücken an Fenstern, Außentüren, Balkonen, Loggien, Dachausbauten
  • Einsatz schadstoffbelasteter Baumaterialien
  • Einsatz nicht erprobter, zu neuer Bauverfahren oder Materialien

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AutorIn:

Datum: 07.02.2018

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