Mann sitzt und liest ein Papier in einem modernen, gut beleuchteten Raum mit großen Fenstern und grüner Vegetation im Hintergrund, während er nachdenklich auf seine Finger beißt.

Mann © sirtravelalot/shutterstock.com

Die wichtigsten Finanzierungsfragen

Wie Sie einen passenden Wohn- oder Konsumkredit finden, was Sie bei der Finanzierung beachten müssen und welche Fragen Sie sich schon vor dem ersten Beratungsgespräch bei der Bank stellen sollten - wir haben alle Antworten.

Egal, wofür Sie einen Kredit aufnehmen möchten, wichtig ist, dass Sie sich vor einem allfälligen Kreditgespräch mit Ihrem Bankberater fragen, ob die mit dem Kredit finanzierte Anschaffung zum gegenwärtigen Zeitpunkt wirklich notwendig ist. Denn schließlich werden Sie sich mit der Unterschrift am Kreditvertrag für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte bei Ihrer Bank verschulden. Damit der Kredit und vor allem seine Rückzahlung nicht zum Desaster werden, sollten Sie folgende Finanzierungsfragen klären.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Wichtige Finanzierungsfragen:

  • Können Sie den Kredit mit Ihrem frei verfügbaren Einkommen in der vorgesehenen Laufzeit zurückzahlen?
  • Haben Sie zusätzliche finanzielle Verpflichtungen, die Ihnen die Rückzahlung erschweren könnten?

Kann ich mir das überhaupt leisten?

Machen Sie einen Kassensturz und erstellen Sie einen Haushaltsplan! Denn auch Ihre Bank wird auf Basis Ihrer Einnahmen und Ausgaben entscheiden, ob Sie einen Kredit bekommen oder nicht. Für den Haushaltsplan stellen Sie Ihre fixen Einnahmen Ihren laufenden Haushaltsausgaben gegenüber. Unregelmäßige Einkommen sollten bei dieser Aufstellung nicht enthalten sein, sehr wohl aber Ausgaben, die nur einmal im Jahr oder unerwartet anfallen können. Ob kaputter Kühlschrank, Autoreparatur oder gestohlenes Fahrrad – behalten Sie stets zumindest einen kleinen Puffer in Ihrem monatlichen Haushaltsbudget für Notfälle. Bedenken Sie, dass die Rückzahlung von Wohnkrediten in den meisten Fällen 20 Jahre und länger dauert – kalkulieren Sie zu knapp, sind Sie auf Dauer finanziell erheblich eingeschränkt.

Wie viel Eigenmittel brauche ich?

Die Bank ist verpflichtet, eine genaue Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit (= Bonität) durchzuführen. Einen Kredit, ob Wohn- oder Konsumkredit, darf Sie Ihnen nur dann geben, wenn es zumindest wahrscheinlich ist, dass Sie den Kredit vollständig zurückzahlen können. Je besser Ihre Bonität und je höher Ihr Einkommen, desto eher bekommen Sie einen Kredit und desto geringer sollten Zinssatz und Bearbeitungsgebühren sein. Ihre Bonität beweisen Sie durch gute Sparrücklagen, wenig bis keinen Überzug am Konto und wenig andere Kredite. Beachten Sie, dass Banken für Wohnkredite seit geraumer Zeit strengere Kritikvergaberichtlinien anwenden - 20 Prozent Eigenmittelanteil sind vorgeschrieben. Gerade bei einem Wohnkredit geht also nichts ohne Erspartes.

Wie hoch sind Zinsen und Spesen?

Holen Sie unbedingt Vergleichsangebote mehrerer Banken ein! Achten Sie dabei darauf, dass in den Vergleichsangeboten etwa Kreditsumme und Laufzeit gleich sind. Ansonsten ist die Gegenüberstellung wenig aufschlussreich. Ziehen Sie für den Vergleich den effektiven Jahreszinssatz heran. Dieser berücksichtigt die Gesamtkosten des Kredits und beinhaltet Sollzinsen, Spesen, Bereitstellungsprovisionen, Kontoführungsentgelte, Versicherungsprämien sowie Bearbeitungsgebühren und weitere einmalig anfallende Kosten. Bedenken Sie: Spesen und Gebühren haben einen Spielraum und sind verhandelbar!

Wie sehen die Kreditbedingungen aus?

Banken müssen Ihnen auf Verlangen einen vollständigen Entwurf des Kreditvertrags aushändigen, der bereits alle verbindlichen Konditionen enthält. Lassen Sie sich den Kreditvertragsentwurf geben und nehmen Sie die Vertragsbedingungen genau unter die Lupe! Ist eine Zinsanpassungsklausel enthalten, die festlegt, unter welchen Umständen und wann sich der Kreditzinssatz ändert? Und: Welche Sicherheiten verlangt die Bank? Das kann z. B. eine Liegenschaft, Bürgschaft, Lebensversicherung oder Kreditrechtsschutzversicherung sein. Bestehende Lebensversicherungen können übrigens in die Finanzierung eingebracht werden, ein Neuabschluss ist also nicht immer nötig. Wenn Sie eine neue Versicherung abschließen, nehmen Sie nicht das erstbeste Angebot an, sondern vergleichen Sie verschiedene Versicherungsinstitute. Wichtig: Ist der Versicherungsschutz Voraussetzung dafür, dass Sie einen Kredit bekommen, muss die Prämie im Effektivzinssatz berücksichtigt werden.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Erstellen Sie mit Ihrer Bank einen realistischen Ratenplan, den Sie auch wirklich einhalten können! Denn eine Vertragsänderung oder Ratenstundung kostet extra (Mahnspesen, Verzugszinsen etc.), was die Gesamtsumme des Kredits erhöht.

Was muss ich wann bezahlen?

Welche Zahlungen wann zu leisten sind, steht im sogenannten Tilgungsplan. In diesem muss klar ersichtlich sein, welche Zahlungen Sie in welchen Zeitabständen leisten müssen und welche Bedingungen für diese Zahlungen gelten. Bei einem Kreditvertrag mit fester Laufzeit hat die Bank auf Verlangen kostenlos und zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Gesamtlaufzeit des Kreditvertrags eine Aufstellung in Form eines Tilgungsplans zur Verfügung zu stellen. Wird kein fester Zinssatz vereinbart oder können die zusätzlichen Kosten laut Kreditvertrag geändert werden, muss im Tilgungsplan eindeutig festgehalten sein, dass die Daten im Tilgungsplan nur bis zur nächsten Änderung des Sollzinssatzes oder der zusätzlichen Kosten Gültigkeit haben.

Fixe oder variable Zinsen?

Grundsätzlich stehen Ihnen zwei Zinsmodelle zur Auswahl: die fixe oder variable Verzinsung. Bei der variablen Verzinsung kann sich der Zinssatz laufend ändern - steigt er, wird es teurer für Sie. Erhöhungen gelassener entgegenblicken können Kreditnehmer, die eine Fixfinanzierung abschließen. Sie ist die teurere, aber sicherere Variante. Verhandeln Sie unbedingt die Höhe des Zinssatzes und sprechen Sie insbesondere über die Höhe des Aufschlages (Marge), an dem die Bank verdient!

Redaktion
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