Immobilienkredit: Wie können Kreditrechner helfen?

Es gibt viele verschiedene Kreditrechner im Internet, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eines haben Sie alle gemeinsam: Sie verschaffen Ihnen keinen Immobilienkredit. Aber was ist dann der Sinn?

Mit Hilfe eines guten Kreditrechners kommt man dem Immobilienkredit schon ein großes Stück näher. Sie erfahren, was Sie sich leisten können und wie hoch in etwa die künftige Rate sein wird. Auch zeigt sich, welche Kosten zusätzlich entstehen und man hat so bereits vor dem ersten Banktermin eine Vorstellung von dem, was auf einen zukommt.

Immobilienkredite vergleichen

Wir haben in Österreich knapp 600 Kreditinstitute. Ein Vergleich von allen ist für eine Privatperson gar nicht möglich. Somit wäre Ihre beste Option, fünf Angebote von ortsnahen Anbietern miteinander zu vergleichen. Das ist aber auch gleichzeitig ein Problem, denn dieser Vorgang ist meist sehr komplex, zeitlich aufwendig und recht nervenaufreibend.

Auch die vielen Kreditrechner im Internet helfen Ihnen hier nur bedingt. Denn ein Rechner liefert Ihnen zwar vorab wichtige Informationen, ein umfassendes Beratungsgespräch müssen Sie aber trotzdem bei jeder Bank vor dem Kreditabschluss führen.

Beste Konditionen für den Kredit

Ein großes Problem beim selbständigen Vergleichen von Immobilienkrediten ist die geringe Chance auf bestmögliche Bedingungen. Man vergleicht im Internet nämlich nur Standardangebote, die mit einem individuellen Angebot natürlich nicht gleichzusetzen sind. Zudem agieren Banken sehr unterschiedlich. Sind Sie ein treuer Kunde, bekommen Sie im persönlichen Gespräch vermutlich ein besseres Angebot als online. „Oft werden Kundenanfragen leider auch ungerechtfertigt abgelehnt oder nur mit diversen Auflagen genehmigt. Bei gleichen Voraussetzungen könnte eine andere Bank Ihnen den Kredit aber gewähren. Sehen Sie das Problem? Jene Bank zu finden, die zu Ihnen passt und Ihnen das Leben nicht erschwert, sondern erleichtert, ist gar nicht so einfach“, und klarer Grund für Mag. Harald Draxl, Geschäftsführer von Infina, eine Beratung durch unabhängige Wohnbau-Finanz-Experten zu empfehlen.

Die Haushaltsrechnung als Schlüssel  

Man glaubt es vielleicht nicht, aber eine ehrlich und sorgfältig erstellte Haushaltrechnung hat großen Einfluss auf den Immobilienkredit. Je genauer Sie Ihre Einnahmen-Ausgaben-Liste aufstellen, desto besser sind Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Finanzierung mit guten Konditionen.

Kreditrechner als Orientierung nutzen

Zurück zur Eingangsfrage: Was nützt Ihnen ein Kreditrechner? Der Vorteil ist, dass Sie sich damit vor einem Beratungsgespräch schon viele Informationen holen können, z. B. wie hoch Ihre Kreditrate ist, welche Nebenkosten auf Sie zukommen, wie die aktuellen Zinssätze aussehen und wie sich Ihre Rate bei verschiedenen Laufzeiten verändert. Diese und weitere Angaben, wie etwa die Höhe des Soll- und Effektivzinssatzes, müssen bei Kreditrechnern im Internet angegeben werden. Sind diese Informationen nicht vorhanden, handelt es sich vermutlich um einen unseriösen Rechner.

Kostenbestandteile Ihres Immobilienkredites

Ob bei Kreditrechnern im Internet oder bei einem persönlichen Angebot, die gesamten Kostenbestandteile Ihrer Finanzierung sollten in jedem Fall angegeben sein. Leider berücksichtigen viele Kreditrechner diese eben nicht, weshalb oft falsche Ergebnisse berechnet werden.

Einige Kostenbestandteile sind zum Beispiel:

  • Bearbeitungsgebühr
  • Pfandrechtseintragungsgebühr
  • Kosten für eine Rangordnung der beabsichtigten Verpfändung / Schätzgebühren 
  • Gebühren für eine etwaige Bankgarantie 
  • Beglaubigungskosten für die Pfandurkunde bzw. sonstige Grundbuchstransaktionen
  • Kosten für einen Notariatsakt 
  • Grundbuch-Evidenzgebühren (laufende Kosten) 
  • Kosten für KSV-Abfrage, Online-Legitimation und Kontoführung
  • Eigenmittelbeschaffungsgebühren 
  • Verwaltungskostenbeiträge, etc.

Mehr über Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf

Der perfekte Immobilienkredit

Bei jeder Finanzierung gilt es, das richtige Gesamtpaket zu verhandeln. Der perfekte Immobilienkredit bei der richtigen Bank - das ist das Ziel.

Hier geht es aber nicht immer nur um die günstigsten Zinsen, auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle:

  • günstige Monatsbelastung 
  • möglichst langfristige Laufzeiten 
  • flexible Rückzahlungsmöglichkeiten 
  • angemessene Sicherheiten 
  • bestmöglicher Zins entsprechend der vorliegenden Bonität 

Was beeinflusst Ihre Zinsen?

Kreditzinssatz = Referenzzinsatz + Aufschlag der Bank (Marge)
In Österreich werden hauptsächlich 3-, 6- oder 12-Monats-EURIBOR-Sätze angeboten. Je nachdem, um welchen Satz es sich handelt, ändert sich der Zinssatz immer nach der angegebenen Zeit, also wird entweder alle drei, sechs oder zwölf Monate angepasst. Der Aufschlag der Bank richtet sich hingegen nach Ihrer Bonität und der Bonität der Bank.

Wählen können Sie zudem zwischen variablen oder fixen Zinsen. Die Entscheidung hängt primär von Ihrer Risikobereitschaft ab. Fixzinsbindungen sind etwas teurer, bieten dafür aber Sicherheit und Kalkulierbarkeit. Wenn Sie an niedrige Zinsen glauben und daran, dass sich diese nicht erhöhen, ist ein variabler Kredit für Sie die bessere Lösung.

Die Zinsen gehen nun schon eine ganze Weile auf und ab, befinden sich historisch gesehen aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Verantwortlich dafür ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), welche die Zinsen bewusst niedrig hält, sodass die Wirtschaft wächst und damit auch die Inflationsrate steigt. Hier verfolgen sie das Ziel, dass eine Inflation von knapp 2 % (Stabilitätsziel) erreicht wird. Aber werden die Zinsen dann noch lange so niedrig bleiben? Auch wenn man dem Stabilitätsziel schon sehr nahegekommen ist, so werden Leitzinsanhebungen und damit einhergehend höhere Zinsen nicht vor 2020 erwartet.

Ein wichtiger Faktor für steigende Zinsen ist das Ende der Amtszeit von EZB-Chef Mario Draghi, welcher noch bis Dezember 2019 im Amt ist. Danach ist mit einer deutlich restriktiveren Geldpolitik durch die Führung eines EZB-Präsidenten aus einem nördlichen Euroland zu rechnen. Aus diesem Grund sollte jetzt über eine Fixzinsbindung nachgedacht werden, denn langfristige Zinsabsicherungen sind derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau. „Ob nun ein Fixzins oder variabler Zins die bessere Wahl ist, kann so nicht pauschal gesagt werden. Deshalb ist in Bezug auf diese Entscheidung ein fachmännischer Rat von großer Bedeutung.“, so Mag. Harald Draxl. „Lassen Sie sich in jedem Fall beraten, um eine optimale Entscheidung treffen zu können!“

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Datum: 02.07.2018

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