Große blaue Euro-Skulptur mit gelben Sternen steht vor modernen Hochhäusern umgeben von Bäumen unter bewölktem Himmel

Große blaue Euro-Skulptur mit gelben Sternen steht vor modernen Hochhäusern umgeben von Bäumen unter bewölktem Himmel © canadastock/shutterstock.com

Leitzins: 0,0 % - Was heißt das für uns?

Da dachten wir, niedriger geht nimmer, und schon senkt die EZB den Leitzins auf Null, also das absolute Minimum. So billig war europäisches Geld noch nie. Welche Folgen hat dies für uns private SparerInnen und wo sollten wir nun am besten investieren?

Die Wirtschaftskrise hält an, und die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt immer mehr Geld in den Markt, um dem Problem Herr zu werden. Zugleich müssen die Banken noch höhere Strafzinsen, zurzeit sind es 0,4 Prozent, zahlen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Ziel: eine Mini-Inflation ankurbeln, die Kreditvergabe stimulieren und der schwächelnden Konjunktur Auftrieb geben. Allein – funktionieren tut dies bisher noch nicht.

Hinweise und Tipps

Tipp:

  • Kurzfristiges Geld aufs Festgeldkonto
  • Bis zu zwei Monatsgehälter aufs Girokonto
  • Größere Summen in Immos investieren oder in Aktien anlegen

Keine guten Zeiten für konservative SparInnen

Was bedeutet diese Geldpolitik nun aber für Otto-Normalverbraucher? Müssen wir uns Sorgen um unser Geld machen? Zahlt es sich überhaupt noch aus, das Ersparte auf die Bank zu bringen? Drohen gar Negativzinsen auf Konten und Sparbüchern? Hier ein paar Antworten.

Negativzinsen für Private?

Dank eines Urteils des OGH aus dem Jahre 2009 ist es Banken verboten, die Einlagen auf Sparbüchern mit Negativzinsen zu belegen, da dies "dem fundamentalen Zweck einer Spareinlage widerspreche", so die damalige Urteilsbegründung.

Bank holt sich Geld zurück

Negativzinsen auf private Spareinlagen sind also verboten. Doch das wird die Banken nicht davon abhalten, ihre steigenden Ausgaben in der einen oder anderen Form von den KundInnen zurück zu holen - früher oder später, auf indirektem Wege. Die Möglichkeiten sind vielfältig: erhöhte Gebühren für Bankdienstleistungen oder steigende Kontobearbeitungsgebühren etwa.

Wohin mit meinem Ersparten?

ExpertInnen raten den privaten SparerInnen in diesen Zeiten folgendes:

  • Vergleichen Sie! Gerade jetzt macht sich ein Bankenvergleich bezahlt. Während einige Institute das täglich verfügbare Geld teilweise mit 0,1 Prozent und weniger bezinsen, kriegen Sie da und dort durchaus noch einen Prozent dafür. Also, vergleichen und eventuell wechseln.
  • Setzen Sie auf Aktien! Konservative Sparmodelle bringen in Zeiten von Niedrigzinsen leider absolut keinen Gewinn. Wer also größere Summen anlegen möchte, sollte sich in Sachen Fondssparen beraten lassen.
  • Lebensversicherung? Nein danke! Natürlich sollten Sie Ihre laufende Lebensversicherung jetzt nicht kündigen, aber vom Abschluss neuer Versicherung raten ExpertInnen zurzeit eindeutig ab.
  • Kaufen Sie Immobilien! Die wohl sicherste und auf lange Sicht ertragreichste Variante der Geldanlage ist nach wie vor das Investment in Immobilien.

Hinweis aus der Redaktion: Dieser Artikel ist mittlerweile fast 10 Jahre alt, soll aber hier nachlesbar bleiben, um die große Diskrepanz zu den stark steigenden Eurozinsen ab 2019 zu veranschaulichen. Hier finden Sie neben dieser Archivmeldung einen Bericht zum Leitzins, der regelmäßig aktualisiert wird.

Veronika Kober
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