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Demeter: Biodynamisch pflanzen

Gärtnern ohne den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden oder nicht biologischem Dünger - so würden die meisten von uns den ökologischen Landbau beschreiben. Einen Schritt weiter geht Demeter. Doch was ist das genau?

Frisch zubereitete Mahlzeiten und gesunde Smoothies und Säfte zwischendurch - gesunde Ernährung wird uns immer wichtiger. Dafür greifen wir am liebsten zu Gemüse und Obst aus eigener Zucht, und wenn dies nicht möglich ist, zumindest aus rein biologischer, regionaler Landwirtschaft. Das macht Demeter-Produkte für viele Gesundheitsbewusste interessant.

Was ist Demeter?

Demeter ist eine Marke, die zur Ideologie wurde, und steht für landwirtschaftliche Produkte aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft, die nach anthroposophischen Grundsätzen betrieben wird. Die Anthroposophie (griech. „Weisheit vom Menschen") versteht sich als eine Methode der individuellen Bewusstseinsentwicklung und hat zunächst einmal nichts mit Landwirtschaft, Biologie oder Naturwissenschaft im Allgemeinen zu tun. Es geht dabei darum, auf Sinnfragen und Fragen nach dem Warum und Wie selbst Antworten zu finden - durch Studium, innere Schulung und Übung. Begründet wurde die Anthrosophie von Rudolf Steiner bereits in den frühen 1920er Jahren, sie hat aber seither ihren leicht esoterischen und okkulten Beigeschmack nicht abgelegt und gilt Kritikern des biodynamischen Landbaus als höchst unwissenschaftlich.

Kritik an "Homöopathie für den Boden"

In Zweifel gezogen werden etwa Praktiken, für die biodynamische Landwirte in Wasser verrührtes Bergkristallpulver auf ihren Feldern verspritzen, um die Sonne einzufangen. Solche biologisch-dynamischen "Präparate" sind wesentlicher Bestandteil der bio-dynamischen Landwirtschaft, mit dem Ziel, die Erde zu verlebendigen und die Entwicklung der Pflanzen und ihre Lebenskräfte zu fördern. "Dünger" können zum Beispiel auch Kuhhörner sein, die mit Kuhflade gefüllt sind und für ein halbes Jahr im Ackerboden verbleiben. Sieht man von diesen wissenschaftlich nicht haltbaren Methoden ab, verfolgt die Biodynamik dennoch Prinzipien, der durchaus positive Effekte auf Umwelt, Tiere und die Qualität der Erzeugnisse zugesprochen werden können.

Wie Demeter funktioniert

Biologisch-dynamische Landwirtschaft geht weiter als herkömmliche Bio-Landwirtschaft. Landwirte, die nach den entsprechenden Richtlinien Lebensmittel herstellen, tun dies auf der Grundlage der Anthroposophie. Diese sieht den jeweiligen Landwirtschaftsbetrieb als einen individuellen Organismus mit ganz spezieller Charakteristik. Für den Demeter-Landwirt bedeutet dies, naturgegebenes Land so zu bewirtschaften, dass gesunde Lebensmittel erzeugt werden. Zudem verpflichtet er sich, die Landschaft zu pflegen und mit ihr und den Tieren in Harmonie zu leben.

Die Unterstützung der Weiterentwicklung der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise
muss ein Bestandteil der Unternehmensstrategie des Demeter-Herstellers sein, z.B. durch
Förderung von Züchtung, Forschung oder Bildungsarbeit.

Auf einem Demeter-Hof sollen möglichst viele Tier- und Pflanzenarten beheimatet sein, die Haltung von Kühen und/oder Pferden ist praktisch unumgänglich, weil ausschließlich mit ihrem Mist gedüngt werden darf. Die Haltung der Tiere muss nicht nur artgerecht erfolgen, sie müssen sich dort richtig wohl fühlen können, quasi auch ihre Streicheleinheiten bekommen. Auf einem nach Demeter-Richtlinien geführten Hof, dürfen Tiere auch nicht enthornt oder kupiert werden, auch Schnäbel dürfen nicht gekürzt werden. Kastrationen von Schafen, Ziegen, Kälbern und Schweinen ist nur in Ausnahmefällen gestattet, wenn es die Tiergesundheit verbessert und muss im passenden Alter und von kompetenten Personen durchgeführt werden.

Biodynamisch heißt typisch sein dürfen

Die Pflänzchen sollen „typisch” bleiben und nicht mit anderen Arten gekreuzt werden, nur um den Ertrag zu erhöhen. Demeter-Bauern halten nichts von Gen-Technik, verzichten aber keinesfalls darauf, die Böden zu verbessern bzw. zu düngen. Stallmist, Gülle und Jauche stehen ebenso zur Verfügung wie Hornmist und werden durch ganz bestimmte selbst hergestellte pflanzliche Präparate ergänzt, beispielsweise durch feinstofflich wirkende Schafgarben-, Kamillen-, Brennnessel- oder Löwenzahn-Sudansätze, die ähnlich der Homöopathie wirken. Schädlinge werden mit Nützlingen bekämpft oder aber durch Schachtelhalmessenz oder Aschepräparate.

Demeter-Milch vom Demeter-Bauern

Strenge Richtlinien gelten für die Verarbeitung der Lebensmittel. Der Einsatz von Prozesshilfsstoffen, Zusatzstoffen, natürlichen Aromen, Jodierung sowie Nitrit Pökelsalz ist prinzipiell verboten. Wer Demeter-Produkte wie Fleisch oder Milch kaufen möchte, wird im Naturkost-Fachhandel und Reformhäusern fündig. Aber nicht jeder Händler darf Demeter verkaufen. Hersteller dürfen ihre Produkte mit der Demeter-Marke nur an jene Händler verkaufen, die bestimmte Kriterien erfüllen, beispielsweise müssen sie einen Mindest-Bio-Anteil am Verkaufserlös von Lebens- und Genussmitteln vorweisen können. In Österreich erhält man Demeter-Produkte mittlerweile auch in der Drogerie, zum Beispiel Baby-Nahrung mit dem Demeter-Label.

Biologisch-dynamisch gärtnern

Auch das biodynamische Gärtnern geht über "bio" hinaus. Wichtige Kriterien sind eine schonende Bodenbearbeitung und auf die Jahreszeiten und natürliche Zyklen abgestimmte Gartenarbeiten. Dabei stützt man sich darauf, dass der Einfluss des Kosmos auf Mensch, Tier und Pflanze hinlänglich bewiesen. So gibt beim Säen, Pflanzen und Ernten der Mond den Takt vor. Manche Tätigkeiten werden nur frühmorgens durchgeführt, andere wieder erst nach Sonnenuntergang.

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Datum: 29.09.2021
Kompetenz: Garten und Zaun

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