Kieselsteine liegen auf einem schwarzen Geotextilmaterial während auf der linken Seite Sand zu sehen ist.

Untergrund Strasse © Evannovostro/shutterstock.com

Was muss unter die Pflastersteine?

Wer sich vornimmt, den Gartenweg, die Einfahrt oder die Terrasse mit Pflastersteinen aufzuhübschen, der steht spätestens nach der Steinauswahl vor rein praktischen Fragen. Eine, die garantiert aufkommt: Was muss eigentlich unter die Pflastersteine? Wir haben in die Tiefe gegraben.

Stellen Sie sich den Unterbau einer Pflasterung wie das Fundament eines Hauses vor. Ohne ein solides Fundament kommt selbst das schönste Gebäude ins Wanken - und genauso verhält es sich mit Pflasterungen. Der Unterbau besteht in der Regel aus Kies- oder Schotterschichten. Sie sollen eine tragfähige, ebene und stabile Grundlage für die Pflastersteine schaffen. Der fertige Unterbau verteilt die Last der Steine gleichmäßig und verhindert, dass diese absacken oder sich verschieben. Aber nicht nur das.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Jede Pflasterdecke braucht eine stabile Randeinfassung!

Warum braucht man einen Pflaster-Unterbau?

Ein guter Unterbau sorgt dafür, dass Ihre Pflasterfläche dauerhaft schön und belastbar bleibt. Wichtig ist er aber auch deshalb, weil über den Unterbau das Regenwasser abgeleitet wird. Zudem verhindert er Unkraut zwischen den Steinen und minimiert die Frostschäden im Winter.

Wie tief muss man auskoffern?

Soll eine Fläche gepflastert werden, steht zunächst einmal der Aushub an. Für Terrassen und Gehwege braucht es eine Aushubtiefe von mindestens 30 Zentimeter unter fertiger Pflasterhöhe, für Garagenauffahrten mindestens 40 Zentimeter. Außerdem muss man auch an ausreichend Platz für die Randbefestigung einrechnen.

Schotter oder Sand: Was ist der richtige Unterbau?

Grundsätzlich eignet sich eine Schotterschicht hervorragend als Tragschicht, da sie eine gute Drainage bietet und für Stabilität sorgt. Eine darüber liegende Sandschicht dient dann als Bettung für die Pflastersteine. Der Sand erleichtert die Justierung der Steine und sorgt für eine gleichmäßige Fugenbreite. Die Kombination aus Schotter und Sand bietet somit eine ausgezeichnete Grundlage für die meisten Pflasterprojekte.

Wie hoch muss der Pflaster-Unterbau sein?

Die dickste Schicht ist die Tragschicht. Ihre Höhe hängt von der Bodenbeschaffenheit, dem regionalen Klima und der Beanspruchung der gepflasterten Fläche ab. Je nach Belastung braucht es 12 bis 25 Zentimeter. Für Terrassen oder Gartenwege, die nicht befahren werden, reichen häufig schon 10 bis 20 Zentimeter.

Pflaster-Aufbau: Schicht für Schicht erklärt

Eine Pflasterung besteht aus Unterbau und Oberbau. Mit Unterbau ist meist nur das Erdreich gemeint, der Oberbau besteht aus Trag- und Deckschichten. Hier die einzelnen Schichten einer Pflasterung im Überblick:

Hinweise und Tipps

Tipp:

Bei feuchtem Boden ist eine Planumsentwässerung nötig. Nutzt diese nichts, kann der Boden ausgetauscht oder ein Flies untergelegt werden.

1. Schicht: Unterbau

Zunächst einmal muss das Planum, die unterste Schicht, hergestellt werden. Entscheidend ist hierbei, auf eine planebene Grundfläche zu achten und auf ein Gefälle von mindestens 2,5 Prozent. Das Gefälle ist notwendig, damit das Oberflächenwasser abfließen kann. Danach muss das Planum verdichtet werden: Gehwege mit einem Verdichtungswert (EV1-Wert) von 20 MN/m2, Straßen mit einem Verdichtungswert von 35 MN/m2.

2. Schicht: Frostschutzschicht

Auf das Planum wird eine wasserdurchlässige, 10 bis 20 Zentimeter hohe Frostschicht aus einem Schotter-Sand-Kies-Gemisch aufgetragen und anschließend verdichtet. Für die Schotterschicht sollte nicht auf Recycling-Material zurückgegriffen werden, da dieses mit der Zeit zerbröseln und hart wie Beton werden kann. Dadurch ist sie dann auch nicht mehr wasserdurchlässig.

3. Schicht: Tragschicht

Über der Frostschutzschicht liegt eine ebenfalls wasserdurchlässige Tragschicht aus Schotter oder Kies (Korngröße zehn bis 45 Millimeter). Sie hat die Aufgabe, die Last der Pflastersteine gleichmäßig zu verteilen. Die Kräfte müssen so an den Untergrund abgeleitet werden, dass sich die Pflasterfläche nicht verformt. Die Tragschicht muss dafür vollkommen eben angelegt werden und danach sorgfältig verdichtet werden. Durch das Verdichten kann die Bettung nicht in die Tragschicht eindringen. Das Gefälle der Tragschicht ist Grundlage für das Gefälle der fertigen Pflasterung. Es sollte mindestens 2,5 Prozent betragen.

4. Schicht: Bettungsschicht

Anschließend folgt die Bettungsschicht aus Sand oder feinem Splitt (Korngröße drei bis acht Millimeter), die etwa 2 bis 5 Zentimeter hoch ist. In diese Schicht werden die Pflastersteine eingelegt und justiert. Sie gleicht kleine Unebenheiten aus und sorgt dafür, dass die Pflastersteine fest im Bett liegen.

5. Schicht: Pflasterung

Zu guter Letzt werden die Pflastersteine verlegt. Sie werden eng aneinander verlegt und durch Rütteln oder Klopfen fest in die Sand- oder Splittbettung gedrückt. Abschließend werden die Fugen zwischen den Pflastersteinen mit Sand oder feinem Splitt gefüllt, um das Pflaster zu stabilisieren.

Isabella Pils
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