Stapel von Pflastersteinen auf einer teilweise fertiggestellten Palette vor einem Garten mit einem Haus im Hintergrund.

Pflastern Sie eine große Fläche, sollten Sie möglichst viele Pflastersteine an den Rändern außerhalb des Splittbetts verteilen. © _jure/stock.adobe.com

Pflastersteine verlegen wie ein Profi - so geht's

Sie wollen Ihre Einfahrt oder Ihren Gartenweg selbst pflastern? Lesen Sie hier, wie Sie Pflastersteine Schritt für Schritt richtig verlegen, und was Sie bei der DIY-Verlegung sonst noch beachten sollten!

Egal ob mit Pflastersteinen oder Pflasterplatten, in Mustern oder standardmäßig - wer sich selbst ans Pflastern machen will, sollte sich zuerst einen Verlegeplan zeichnen. Schließlich gibt es unzählige Arten, wie sich Steine oder Platten anordnen lassen. Der Verlegeplan sollte dabei besondere Rücksicht auf das verwendete Steinformat nehmen, um teure Sondersteine bzw. Steinschnitte zu vermeiden.

Hinweise und Tipps

Material: Schottertragschicht 0/32 mm oder 0/45 mm, Splitt 2/5 mm, Pflastersteine, Fugensplitt- oder sand

Werkzeug: Abziehstangen, Abziehlatte, Bauwinkel, Besen, Fäustel, Gummihammer, Marker, Maßband, Maurerkelle, Maurerschnur, Nassschneider, Rüttelplatte mit Gummiplatte, Schaufel, Schnurnägel, Schubkarre, Wasserwaage, Zollstock, eventl. Mini-Bagger

Was Sie wissen sollten, bevor Sie loslegen

  • Für eine einwandfreie Pflasterung müssen alle Pflasterschichten korrekt ausgeführt werden. Im Zweifel geben Sie die Pflasterung bei einer qualifizierten Fachfirma in Auftrag!
  • Wenn Sie nicht wissen, ob Ihr Untergrund tragfähig ist, lassen Sie sich von einem Bauunternehmen beraten!
  • Halten Sie sich an die Verlege- und Verarbeitungsrichtlinien der Pflasterstein-Hersteller!
  • Je nach Verkehrsbelastung müssen entsprechende Rüttelplatten (mit Gummiplatte) zum Einsatz kommen. Lassen Sie sich beim Baumaschinenverleih beraten!​
  • Stellen Sie sicher, dass sich an Ort und Stelle keine Versorgungs- und Abwasserleitungen befinden, die bei den Arbeiten beschädigt werden könnten!
  • Folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung gilt für das Pflastern in ungebundener Bauweise.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Um zu verhindern, dass sich Pflastersteine verschieben, werden sie eingefasst. Dafür verwendet werden z. B. Rasenkantsteine, Palisaden oder Hoch- und Tiefbordsteine.

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Verlegen Sie Pflastersteine aus Beton oder Naturstein, müssen Sie zunächst sicherstellen, dass der Untergrund wasserdurchlässig, tragfähig, frostsicher und verdichtet ist. Der Boden sollte ca. 60 cm tief ausgehoben werden (Frosttiefe). Damit die Wegkanten von Platten oder Pflastersteinen später nicht einsinken, sollte der Oberbau zudem beidseitig jeweils 15 cm breiter angelegt werden. Damit Regenwasser abfließen kann, sind Mindestgefälle einzuhalten: Als Mindestneigung gilt bei Pflastersteindecken oder Pflasterplattendecken mit spaltrauer Oberfläche 2,5 Prozent, mit bearbeiteter Oberfläche 2 Prozent.

Gepflasterter Gehweg wird gebaut und endet abrupt in einem Gartenbereich mit Büschen und Gras im Hintergrund

Damit Sie das Pflaster stabil verlegen können, brauchen Sie eine tragfähiges Planum. Es kommt dabei besonders auf die Beschaffenheit des Bodens an. Ein nichtbindiger Boden (Sand, Kies, Stein) ist gut tragfähig, ein bindiger Boden (Lehm, Ton) eignet sich eher weniger als Untergrund für eine Pflasterung. © JFsPic/stock.adobe.com

Schritt 2: Schottertragschicht aufbringen

Auf den gewachsenen Untergrund wird nun die Schottertragschicht aus Frostschutzmaterial aufgetragen. Wie dick die Tragschicht sein muss, hängt davon ab, wie stark die Fläche künftig belastet wird. Bei Terrassen und Wegen reicht ein Oberbau in der Schichtstärke von 30 cm, bei Einfahrten brauchen Sie mindestens 50 cm. Bringen Sie lagenweise mindestens 5 cm Bruchschotter auf und verdichten Sie die Lagen mit einer Rüttelplatte. Achten Sie darauf, dass Sie wie auch beim Untergrundplanum ein Gefälle von ca. 2 Prozent einhalten. Sind sie fertig, sprühen Sie vor dem letzten Abrütteln Wasser auf. Das verhindert Staubentwicklung und sorgt für eine bessere Verdichtung.

Eine Person in blauer Arbeitshose hält eine Schaufel auf einem Schotterhaufen, neben einer Steinmauer.

Wurden beim ersten Abrütteln größere Steine nicht eingedrückt, ziehen Sie sie mit der Schaufel auf die Fläche und rütteln Sie sie erneut ab. © Artalis-Kartographie/stock.adobe.com

Schritt 3: Splittbett und Pflaster vorbereiten

Auf die abgerüttelte Tragschicht kommt jetzt das Pflasterbett aus Splitt. Verteilen Sie den Splitt in einer Schichtstärke von ca. 5 cm. Indem Sie Abziehstangen einbauen, stellen Sie sicher, dass das Pflasterbett gleichmäßig stark und eben wird. Mit Hilfe von gespannten Maurerschnüren können Sie die gewünschte Höhe bestimmen. Die Stangen müssen ca. 1 cm über der Sollhöhe des Pflasterbetts eingebaut werden. Anschließend wird der Splitt mit einer Alulatte über den Abziehstangen abgezogen. Dabei sollten keine Löcher entstehen. Entfernen Sie die Stangen, füllen Sie die Rillen mit Splitt auf und glätten Sie sie mit einer Kelle. Wichtig: Das fertige Splittbett darf nicht mehr betreten werden. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie immer nur soviel an Splitt abziehen, wie Sie zum Verlegen tatsächlich brauchen!

Eine Person in blauer Arbeitskleidung nivelliert eine Schicht Kies mit einem Holzbrett im Freien neben großen Felsen.

Betreten Sie die fertige Bettung nicht und verdichten Sie sie auch nicht. © Artalis-Kartographie/stock.adobe.com

Hinweise und Tipps

Tipp:

Für eine einheitliche Fläche mischen Sie die Steine von mindestens drei Paletten. Die Farben verschiedener Liefereinheit können nämlich leicht variieren. Verlegen Sie keinesfalls Steine mit sichtbaren Schäden und schneiden Sie Steine bei Bedarf mit Hilfe eines Nassschneidetischs oder einer Flex zurecht.

Schritt 4: Pflastersteine verlegen

Jetzt kann's ans Verlegen der Pflastersteine gehen - von Hand oder mit einem Plattenheber. Beginnen Sie am tiefsten Punkt in einer Ecke. Achten Sie darauf, dass Sie die Pflastersteine ca. 1 cm über der fertigen Höhe verlegen. Das muss so sein, denn das Splittbett verdichtet sich später beim Abrütteln der Steine. Achten Sie darauf, dass Sie "über Kopf" verlegen, also auf dem bereits verlegten Pflaster und nicht auf dem Splittbett stehen, wenn Sie weitere Reihen verlegen. Kontrollieren Sie die Mindestfugenbreite von 3 bis 8 mm und richten Sie Steine eventuell nach. Die Steine dürfen nicht "knirsch" verlegt werden, heißt, die Steine sollen keinen direkten Kontakt haben. Ansonsten ist bei Grabungsarbeiten ein Aus- und Einbau nicht möglich. Ebenso können auftretende Spannungen (Temperatur, Belastung etc.) zu Abplatzungen oder andere Schäden führen.

Mann kniet mit Werkzeug auf Pflastersteinen während er einen Gehweg legt zwei Schubkarren gefüllt mit Baumaterialien im Hintergrund sitzt vor einem Gebäude mit Holzverkleidung im Freien

Verlegen Sie Betonsteine oder Naturstein mit gesägten Seitenflächen, halten Sie eine Mindestfugenbreite von 3–8 mm ein. Bei Naturstein mit spaltrauen Seitenflächen eine Mindestfugenbreite von 8–20 mm. Kontrollieren Sie den Fugenverlauf mittels Schnur oder Latte und richten Sie die Steine nach, wenn nötig.  © _jure/stock.adobe.com

Schritt 5: Pflaster verfugen

Nun wird das Fugenmaterial in die Fugen eingekehrt bis diese völlig gefüllt sind. Verwenden Sie werksgemischtes Fugenmaterialien oder Fugenverfestiger, achten Sie auf die Hinweise des Herstellers! Wichtig ist, dass Fugen- und Bettungsmaterial aufeinander abgestimmt sind: Die Hohlräume des Pflasterbetts müssen kleiner sein als die kleinste Korngröße des Fugenmaterials. Nach dem Verfugen ist die Fläche sofort benutzbar.

Roter Besen fegt Kieselsteine auf grauem Pflastersteinen im Freien

Als Fugenmaterial eignen sich Baustoffgemische mit der Körnung 0/2, 0/4, 0/5, 0/8 oder 0/11. © ccke/stock.adobe.com

Hinweise und Tipps

Tipp:

Platten mit einer Nenndicke bis einschließlich 5 cm werden nicht gerüttelt, sondern hammerfest verlegt.

Schritt 6: Pflaster abrütteln

Wenn Sie die Fläche abrütteln, muss sie sauber und trocken sein. Mit einer geeigneten Rüttelplatte wird längs und quer mehrfach abgerüttelt. Um die Steinoberfläche vor Kratzspuren und Kantenabplatzungen zu schützen, verwenden Sie einen Rüttler mit Kunststoff- oder Gummigleitplatte. Nach dem Abrütteln wird nochmals Fugenmaterial eingekehrt oder mit Wasser eingeschwämmt. Danach ist das Pflaster sofort benutzbar.

Grüne Rüttelplatte steht auf gepflastertem Boden. Staub und Schmutz sind um die Maschine herum sichtbar. Metallteile und Schrauben der Maschine heben sich durch ihre Funktion hervor.

Nach dem mehrmaligen Abrüttteln sollte noch einmal Fugenmaterial eingekehrt bzw. mit Wasser eingeschlämmt werden. Letzteres wirkt wie ein Peeling für die Steinoberfläche und entfernt Verschmutzungen. © maho/stock.adobe.com

Isabella Pils
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