Wo sich Eigenleistung lohnt – und wo nicht
Ein Hausbau oder die Wohnraumsanierung bringen hohe Kosten mit sich. Viele Menschen werden deshalb selbst aktiv und bringen Eigenleistungen in das Projekt ein. Doch Vorsicht: Nicht jede Arbeit eignet sich für Heimwerker. Wir haben den Überblick.
Sie möchten Ihr Neubauprojekt oder die Sanierungsarbeiten gerne - zum Teil oder ganz - in Eigenleistungen realisieren? Dann überlegen Sie vorab realistisch, mit welchem Zeitaufwand Sie für die vorgesehenen Eigenleistungen rechnen müssen. Bedenken Sie auch die zusätzlichen Belastungen, die für Sie dadurch entstehen:
- körperliche Anstrengungen
- gesundheitliche Risiken (Unfälle sind nicht auszuschließen)
- psychische Belastungen (das Familienleben und die Sozialkontakte leiden)
- finanzielle Risiken (sollte Ihnen eine Arbeit nicht richtig gelingen, muss ein Fachmann diese in Ordnung bringen)
- stark reduzierte Erholungszeiten
Wie viel kann man mit Eigenleistungen sparen?
Um eine Kosteneinsparung von 25 bis 30 % einzuarbeiten, müssen Sie grob mit 1.000 bis 2.000 Arbeitsstunden rechnen, die Sie persönlich zu erbringen haben. Da diese Eigenleistungen normalerweise parallel zum eigentlichen Job erledigt werden, können Sie sich die nächsten Wochenenden, Urlaube und Feierabende schon mal reservieren.
Ein Rechenbeispiel dazu: Wenn Sie 1.000 Stunden Arbeit in einer Bauzeit von zwei Jahren erbringen wollen, sind das 10 Stunden in der Woche, bei derselben Bauzeit und bei 2.000 Stunden Arbeit ergeben sich 20 Stunden in der Woche. Diese Durchschnittsrechnung berücksichtigt keine Spitzenzeiten.
1. Arbeiten an der Elektroinstallation
Diese dürfen nur von befugten Fachkräften durchgeführt werden, da Fehler schwerwiegende Folgen haben können. Unsachgemäße Installationen erhöhen das Brandrisiko, führen im schlimmsten Fall zu Kurzschlüssen oder hohen Reparaturkosten. Elektrofachkräfte sorgen für eine Ausführung nach ÖVE/ÖNORM und gewährleisten eine sichere Wartung.
2. Arbeiten an der Sanitärinstallation
Ob Wasserleitungen, Abflüsse oder Heizungssysteme - unsachgemäße Installationen können zu gravierenden Wasserschäden führen. Ohne Fachwissen drohen undichte Rohre, Schimmel oder Schäden an der Wasserversorgung. Professionelle Klempner sorgen für dichte Anschlüsse, gesetzeskonforme Ausführung und den Einsatz moderner, wassersparender Technik - für langfristige Stabilität und minimale Reparaturen.
3. Fliesenverlegung
Fliesen verleihen Räumen Funktionalität und Ästhetik - vorausgesetzt, sie werden fachgerecht verlegt. Das kann auch vom versierten Heimwerker übernommen werden. Achtung: Laienfehler bei Untergrund, Verlegung oder Verfugen führen zu Unebenheiten, Hohlräumen oder brüchigen Fugen. Profi-Fliesenleger sorgen mit passenden Materialien, fachgerechter Abdichtung und sauberer Verlegung für eine langlebige, makellose Oberfläche.
4. Holzbodenverlegung
Einen hochwertigen Holzboden zu verlegen, erfordert Fachwissen und Geschick, ohne dass Unebenheiten, Verformungen oder Schäden am Belag drohen. Wählen Sie, am besten gemeinsam mit einem Profi, die passende Holzart, bereiten Sie den Untergrund optimal vor und sorgen Sie so für ein langlebiges, optisch perfektes Ergebnis. Sollten Sie keine entsprechenden Vorkenntnisse haben, überlassen Sie die Arbeit lieber den Fachleuten.
5. Einbau von Fenstern und Türen
Fenster und Türen müssen von Profis montiert werden. Unsachgemäßer Einbau führt zu Zugluft, höheren Heizkosten und Sicherheitsrisiken. Professionelle Monteure sorgen für exakte Justierung, dichte Abdichtung und optimale Wärmedämmung - inklusive moderner Einbruchschutzlösungen.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Fachkräfte sparen langfristig Zeit, Geld und Mühe. Eigenleistung kann teure Nachbesserungen und Sicherheitsrisiken verursachen. Mit Experten investieren Sie in Qualität, Langlebigkeit und ein sicheres Zuhause.
Ohne Eigenleistungen geht's schneller
Wenn Sie Ihren Hausbau oder die Großsanierung innerhalb einer bestimmten Frist fertiggestellt haben wollen, sollten Sie so wenig eigene Arbeit investieren wie möglich und sich mehr um eine effiziente Organisation der Abläufe vom Grundstückskauf über die Planung bis zum Bau kümmern.
Als Bauherrin oder Bauherr sollten Sie ebenfalls kurzfristig richtige Entscheidungen treffen, z. B. bei der Auswahl von Materialien oder bei Eintritt von unvorgesehenen Ereignissen, um den Bau Ihres Hauses zu beschleunigen. Wenn der Bau Ihres Hauses nicht so dringend ist, können Sie bei Lust an der Sache viele Arbeiten selbst erledigen. Es sollte jedoch niemals ihre Lebensqualität und schon gar nicht Ihre Gesundheit darunter leiden. (Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Daibau.)
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