Holzschäden: Schimmel, Pilze und Schädlinge erkennen und bekämpfen
Morsche Balken, Löcher in der Holzfassade, Geknister und Gekrabbel unterm Dach. Wenn sich Schädlinge, ein Pilz oder die Feuchtigkeit über Ihr Bauholz hergemacht haben, ist schnelles Handeln wichtig. Wir sagen Ihnen, was Sie bei welchen Holzschäden tun müssen.
Schimmel im Holz: Gesundheitsrisiko und Warnsignal
60.000 Schimmelpilzarten sind bekannt, wahrscheinlich sind es wesentlich mehr. Sie leisten in der Natur wichtige Arbeit, um totes Material zu verwertbaren Nährstoffen zu machen. Holz bietet Schimmel viele benötigten Nährstoffe, zum Beispiel Zellulose. Wird Bauholz zu feucht verbaut (mehr als 20 Prozent Restfeuchte) und kommt wenig Luft hinzu, dann bietet diese Kombination dem Schimmel den idealen Nährboden. Im günstigsten Fall stellt Schimmel im Wohnraum ein rein kosmetisches Problem (z. B. auf Möbeln) dar. Im schlechtesten Fall verringert er die Tragkraft von baustatisch relevanten Teilen, etwa einer tragenden Dachkonstruktion. Dann kann Schimmel gefährlich werden. Darüber hinaus wird Schimmel schnell auch zum gesundheitlichen Risiko. Die Sporen kommen in die Atemwege und können verschiedene Krankheiten und Allergien auslösen.
Was tun bei Schimmelbefall von Holz?
- Ursache klären: Feuchtigkeit messen, Lüftungsverhalten prüfen, Wärmebrücken ausschließen
- befallene Stellen gründlich reinigen (z. B. mit Alkohol oder speziellen Schimmelentfernern)
- stark befallenes Material gegebenenfalls austauschen
- Raumklima dauerhaft stabilisieren (regelmäßig lüften, gegebenenfalls entfeuchten)
Zu hohe Luftfeuchigkeit in Ihren Wohnräumen? Sie können was dagegen tun!
Pilzbefall im Holz: Gefahr für die Bausubstanz
Pilze wie der Echte Hausschwamm greifen die Holzstruktur an und können tragende Bauteile massiv beeinträchtigen, das ist gefährlich. Besonders anfällig ist dauerhaft feuchtes Holz – oft durch verdeckte Feuchteschäden. Sehr oft entstehen Schäden am Dachtragwerk aufgrund von undichten Stellen in der Konstruktion. Besonders in An- und Abschlussbereichen wie Kaminen, Dachfenstern oder Gauben können Pilze zum Problem werden. "Gute" Pilze verfärben nur das Holz, bösartige zerstören es. Insbesondere Nadelholz ist sehr anfällig für die sogenannte Bläue. Sie lässt das Holz mehr Wasser aufnehmen und ebnet somit den Boden für weitere Pilze, wie Porlinge oder Schwämme, die das Holz dann endgültig zerstören.
Typische Anzeichen für einen Pilzbefall Ihres Holzes sind Verfärbungen und weiche, bröselige Holzoberflächen, ein muffiger Geruch oder sichtbares Myzel bzw. Fruchtkörper.
Schutz und Pflege von Holz im Außenbereich - was Sie tun können
Was tun bei Pilzbefall von Holz?
- Ist das Holz nur leicht von einem Pilz befallen, dann reicht es oft schon, das befallene Holz austrocknen zu lassen, zum Beispiel mit einem Heizstrahler. Die Ursache des Pilzbefalles, meist eindringende Feuchtigkeit, muss aber konsequent beseitigt werden.
- Wenn Feuchtigkeit unvermeidbar ist, sollte mit entsprechenden Holzschutzmitteln und mit einer vor der Witterung schützenden Lasur gearbeitet werden. Es gibt auch Produkte, die gezielt vor Fäulnis schützen. Ist helles Holz von Bläue befallen, sollte man mit Bläueschutz streichen und dunkler lasieren.
- Befallene Holzteile sollten großzügig entfernt werden, die angrenzenden Bereiche geprüft und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Wenn tragende Bauteile vom Pilzbefall betroffen sind, sollten Sie jedenfalls einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Lesen Sie auch:
Holzschädlinge wie Holzwurm oder Hausbock
Möbel, Dachstühle, Balken, Bretter, etc. können natürlich auch von Insektenbefallen sein. Insekten wie Hausbock oder Holzwurm legen ihre Eier im Holz ab, die Larven fressen sich über Jahre durch das Material. Die Stabilität kann dadurch erheblich beeinträchtigt werden.
Ein sicheres Zeichen für einen Befall durch den Holzwurm sind ein bis zwei Millimeter große Löcher und kleine Mehlhäufchen bzw. Spuren. Sind die Löcher größer (5-8 mm) und oval, handelt sich um einen anderen Schädling: die Larven des Hausbocks, die vorwiegend Holz im Innenbereich befallen, insbesondere Nadelhölzer in Dachstühlen. Besonders starken Befall von Holzschädlingen können Sie übrigens auch hören. Holzwürmer & Co machen nämlich relativ laute Knack- und Nagegeräusche.
Was tun gegen Schädlingsbefall?
- Zuerst sollte das Ausmaß des Befalls geprüft werden. Sind die Schädlinge überhaupt noch am Werk oder schon abgezogen? Bei aktivem, aber geringem Befall kann man sich durch Abschlagen der befallenen Stelle oder Abbürsten mit einer Stahlbürste helfen. Danach kann das Holz mit einem zugelassenen chemischen Holzschutzmittel behandelt werden.
- Die Heißluftbehandlung stellt eine umweltfreundliche, ungiftige, chemiefreie und wirksame Bekämpfungsmaßnahme dar. Die Methode ist aber aufwändig und teuer, und sie kann auch nur von Spezialfirmen durchgeführt werden. Der befallene Bereich wird abgeschottet, dann wird erhitzte Luft zugeführt. Der Holzkern wird auf mindestens 55° C erwärmt, das ganze eine Stunde etwa gehalten, dann sollte das Eiweiß in den Eiern, Larven und Käfern geronnen und die Schädlinge vernichtet sein. Mit dem Heißluftverfahren wird vor allem bei Bauholz, Dachstühlen und Antiquitäten gearbeitet. Wichtig: Die Methode bietet keinen Schutz vor einem erneuten Befall und kostet einige tausend Euro.
- Noch kostspieliger wird es mit einer so genannten Begasung. Einen ca. 100 Quadratmeter großen Dachstuhl zu begasen, kostet rund 15 000 Euro. Dafür kann man bei dieser Methode aber von einer 100-prozentigen Abtötung aller Larven und Insekten ausgehen, da das Gas - im Gegensatz zur Hitze - auch in schwer zugängliche Bereiche dringt.
- Nicht nur Wärme, auch Kälte hilft gegen Holzschädlinge. Kleinere Holzstücke bzw. -möbel kann man in der Gefriertruhe schädlingsfrei machen. Verpacken Sie das Holz allerdings gut bevor Sie es "einfrieren".
- Auch das Injektionsverfahren ist eine Möglichkeit, Holzschädlinge wieder loszuwerden. Sie kennen dieses Verfahren vielleicht von der Mauerwerkstrockenlegung, das Prinzip ist nämlich das gleiche. Je nach Holzstärke werden hier alle 20 bis 30 cm Löcher in das befallene Holz gebohrt. Durch spezielle Kunststoffdübel wird dann mit großem Druck das Injektionsmittel eingepresst.
Wie Sie Holzschäden am besten verhindern
Die beste Maßnahme gegen Holzschäden ist wie so oft die Prävention. Entscheidend sin ein ordentlicher konstruktiver Holzschutz. Dazu zählen etwa ein ausreichender Abstand zum Erdreich und Schutz vor direkter Bewitterung. Auch eine kontrollierte Feuchtigkeit und gute Belüftung sind wichtig. Führen Sie regelmäßige Sichtprüfungen, besonders in gefährdeten Bereichen durch und achten Sie bei Neubau und Sanierungen immer auf die fachgerechte Planung und Ausführung der Holzarbeiten.