Rohbau aus rotem Ziegel, Innenraumansicht mit zwei Maueröffnungen für Innentüren in der gegenüberliegenden Wand und links im Bild

Rohbau aus rotem Ziegel, Innenraumansicht mit zwei Maueröffnungen für Innentüren in der gegenüberliegenden Wand und links im Bild © photo 5000/stock.adobe.com

Die Türenplanung beginnt beim Rohbau

Je früher desto besser, das gilt auch für die Planung der Innentüren. Machen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Planer oder Baumeister früh genug Gedanken über die Anzahl, Anordnung, Größe und Art Ihrer Innentüren. Hier die wichtigsten Infos zu den Maßen, ÖNORM-Vorschriften und möglichen Einbausystemen.

Auch wenn die Innentüren selbst erst relativ spät im Zuge des Innenausbaus eingebaut werden, sollten Sie sich bereits spätestens bei der Raumaufteilung Ihrer Wohnräume, also der Grundrissplanung, mit dem Thema Türen beschäftigen.

Innentüren planen: grundlegende Fragen

  • Links oder rechts? In welche Richtung soll sich die Tür öffnen lassen? Bei einer "rechten Tür" sind die Bänder rechts sichtbar und bei einer "linken Tür" eben links.
  • Welche Art von Tür soll eingesetzt werden: einflügelig, zweiflügelig oder Schiebetür (vor oder in der Wand)?
  • Wie hoch und breit sind die jeweiligen Türen?
  • Haben die Türblätter genügend Freifläche zum Schwingen? D. h. stoßen sie nicht mit anderen Türen zusammen bzw. behindern sie nicht die spätere Möbelstellung? Jede Tür sollte sich mindestens 90° öffnen lassen.
  • Wo sind im Fußboden die Belagstrennfugen anzuordnen?
  • Gibt es einen Niveauunterschied im Fußboden und ist eine Stufe festzulegen?
  • Wie ist die Wand (Ziegel, Rigips, Beton usw.) beschaffen und welches Einbausystem verwende ich?

Hinweise und Tipps

Achtung!

Die Höhe der Maueröffnung ist ab dem fertigen Fußboden zu messen. Mit modernen Tür-Zargen-Fertigsystemen können Ungenauigkeiten von mehreren Zentimetern leicht ausgeglichen werden. Passen Zarge und Tür problemlos, dann spart man natürlich Zeit bei der Montage und damit auch Geld.

Wie berechnet sich die Maueröffnung für Innentüren?

Das entscheidende Maß für den Maurer ist die Mauerlichte. In den Bauplänen sind hingegen Durchgangsbreite und Durchgangshöhe bei eingesetztem Türstock eingetragen. Um das Maß der Mauerlichte zu bekommen rechnet man zur Durchgangsbreite des Bauplanes plus 8 cm und zur Durchgangshöhe plus 4 cm.

Was ist die Mauerlichte?

Die Mauerlichte, auch Rohbaulichte, Rohbaumaß oder lichte Breite/Höhe, bezeichnet die tatsächliche Wandöffnung, in welche die Tür, sprich die Zarge gesetzt wird. Sobald Sie sich für ein bestimmtes Türsystem entschieden haben, wird wie folgt gerechnet. Tatsächliche Breite des Türsystems plus acht Zentimeter und tatsächliche Höhe des Türsystems plus vier Zentimeter. Wichtig ist, die Höhe vom fertigen Fußboden aus zu nehmen! Achtung: Diese Werte sind allgemeine Richtwerte, wir empfehlen, die genauen Werte den technischen Unterlagen des jeweiligen Türenherstellers zu entnehmen bzw. bei unseren Experten nachzufragen.

Was ist die Durchgangslichte?

Die Durchgangslichte bezeichnet die tatsächliche Breite und Höhe der eingebauten Tür. Die Standardbreiten für Innentüren liegen laut OIB Richtlinie bei 80, 85 und 90 Zentimetern, die Normdurchgangslichte beträgt 200 Zentimeter. Sondermaße und Sonderformen (z. B. eine Schräge oder Rundung) können aber im Fachhandel bestellt werden.

Welches Einbausystem soll es werden?

Sie sollten sich möglichst früh dafür entscheiden, welches Einbausystem Sie für Ihre Innentüren wählen, denn je nachdem ergibt sich eine unterschiedliche Mauerlichte.

  • Das Stahlzargensystem ist typisch für Räume mit hoher Beanspruchung wie Keller, Garagenzugänge, Technikräume. Sie stehen für Robustheit, Stabilität und eine besonders lange Lebensdauer. In Wohnräumen werden Stahlzargen seltener eingesetzt, da sie ein einheitliches, zugegeben wenig wohnliches Design haben - zumeist aus einem 1,5 mm Feinblech, feuerverzinkt oder in RAL-Farbe einbrennlackiert - und nicht an den Raumstil angepasst werden können. Außerdem haben Sie es mit zwei Gewerken zu tun (Baumeister und Türenhersteller), was bei Reklamationen kompliziert werden könnte. Stahlzargen werden direkt mit eingemauert oder mit einbetoniert. Alle notwendigen Öffnungen sind bereits werkseitig eingestanzt und mit herausnehmbaren Abdeckungen versehen. Die Türen sind ohne Mehrarbeit wahlweise rechts oder links angeschlagen verwendbar. Vorteil: Die Anschaffung ist günstiger als bei anderen Einbausystemen. Nachteil, wie schon erwähnt: Die Zarge wird bereits in der Rohbauphase eingemörtelt, Änderungen sind nachher nicht mehr möglich.
  • Schneller geht's mit einem Fertigtürsystem, das von allen gängigen Innentürherstellern angeboten wird. Hier werden Tür und Zarge bereits montagefertig angeliefert und direkt auf das fertig verputzte Mauerwerk montiert. Der Vorteil: Keine Baubeschädigungen mehr, die Auswahl der Türflügel kann bis zur Einrichtungsphase warten und Sie bekommen alles aus einer Hand. Nachteil: Die Anschaffungskosten sind höher als beim Stahlzargensystem und die Maueröffnung muss exakt sein.
  • Bereits in der Rohbauphase entscheidet sich auch die Ausführung der Schiebetüren. Denn soll diese in der Wand laufen, muss ein entsprechender Schiebetürkasten, in dem später die Tür einfach und platzsparend verschwindet, von Anfang an eingebaut werden. Schiebetürkästen gibt es übrigens für Ziegelmauerwerk und für Gipskartonwände.
  • Besonders beliebt in der modernen Innenarchitektur sind flächenbündige Putz-Nut-Systeme, bei denen Wand, Zarge und Tür eine einzige Ebene bilden. Die Wandebene und die Zargenverkleidung sind nur durch eine schmale Putz-Nut getrennt. Dieses System erfordert den Einbau einer sogenannten Gegenzarge, einer Stahlzarge, in die das Türsystem eingebaut wird und die den Putzabschluss bildet.
  • Das Rahmenstocksystem schließlich kommt ganz ohne Zarge aus. Der Rahmenstock wird direkt in eine bereits verputzte Maueröffnung gesetzt oder in die rohe Maueröffnung montiert und dann eingeputzt - eine gute Alternative zur Umfassungszarge.
Veronika Kober
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