AdobeStock_236922487_intro.jpg

AdobeStock_236922487_intro.jpg © galitsin/Adobe Stock

Minischweine als Haustiere halten: Tipps

Sie haben ein großes Grundstück und überlegen, sich ein paar Minischweine anzuschaffen? Während der kleine Hühnerstall im Garten keine Ausnahme mehr ist, gehören Schweine zwar (noch) nicht zu den gängigen Haustieren. Wir sagen Ihnen, was Sie bei der Haltung von Schweinen beachten müssen.

Minischweine sind anspruchsvolle Haustiere. Für die Haltung im Privaten müssen in Österreich strenge Auflagen erfüllt werden, da die Schweine zu den landwirtschaftlichen Nutztieren zählen. Am besten, Sie erkundigen sich vorab bei Ihrer Gemeinde über etwaige Vorschriften. Schweine benötigen viel Pflege, Platz, Auslauf und Ihre Aufmerksamkeit. Bedenken Sie auch, dass Schweine auf Futtersuche gerne den Boden umgraben. Und dass bestimmte Pflanzen nicht auf deren Grundstück wachsen dürfen, da diese giftig für die Tiere sind. Auf Oleander, Narzissen oder Buchsbaum sollten Sie also lieber verzichten.

Schweine brauchen andere Schweine

Schweine sind sehr soziale Tiere – ein einzelnes Minischwein wird schnell unglücklich, darum sollten immer mindestens zwei Artgenossen zusammen gehalten werden. Zu beachten ist: Wenn aus zwei nicht in kürzester Zeit viele Minischeinchen werden sollten, ist das Männchen unbedingt zu kastrieren! Minischweine sind schon ab etwa vier Monaten geschlechtsreif. Was auch zu bedenken ist: Diese Tiere sind, obwohl es der Namen vermuten lässt, nicht "mini". Sie werden ca. kniehoch, mit rund einem Meter Länge und einem Gewicht von bis zu 100 kg. Es gibt sie zwar, die wirklich kleinen Tea-Cup-Schweinchen, diese sind aber sehr selten und aufgrund ihrer Überzüchtung degeneriert mit geringer Lebenserwartung. Kaufen sollten Sie diese also nicht. Ein weiterer Aspekt, der bei der Anschaffung der Tiere bedacht werden sollte, ist das Alter, Minischweine können immerhin bis zu 15 Jahre alt werden.

Schweine brauchen Menschen

Auch die menschliche Gesellschaft ist wichtig: Minischweine bauen enge Bindungen zu ihren Menschen auf und brauchen nicht nur Kuscheleinheiten, sondern auch Beschäftigung. Sie lieben Abenteuer und sind hochintelligent, man kann ihnen Tricks beibringen und sie mit kleinen Suchspielen herausfordern. Wühlbereiche in ihrem Gehege, wo sie nach versteckten Leckereien suchen können, machen die Tiere ebenfalls glücklich.

AdobeStock_93850944.jpg

AdobeStock_93850944.jpg © goldika/stock.adobe.com

Schweine brauchen viel Platz

Minischweine brauchen viel Raum zum Bewegen, Erkunden und Wühlen. Ein großer, gut gesicherter Freibereich ist also die Grundvoraussetzung für das Halten von Schweinen. Pro Tier sollten zumindest 100 Quadratmeter Auslauf möglich sein, wo sie sich frei bewegen und wo sie auch Erde umgraben können. Denn das machen sie sehr gerne, vor allem wenn sie noch jung sind. Perfekt ist auch ein Bereich, wo sie sich suhlen können, ein kleiner, flacher Teich reicht dafür vollkommen.

Neben dem Auslauf sollten Sie für Ihre Minischweine einen Wetterschutz vorsehen, also einen gut isolierten Stall oder einen trockenen Unterstand. Dieser sollte groß genug und eingestreut sein. Schweine sind äußerst reinliche Tiere und benutzen ihren Stall zum Schlafen, Entspannen oder als Sonnenschutz, für die Notdurft gehen sie nach draußen, übrigens meistens an dieselbe Stelle. Auch gefressen wird immer außerhalb, für die Fütterung sollten Sie also ebenfalls einen fixen Platz vorsehen.

Hinweise und Tipps

Achtung!

Die Verfütterung von Küchenabfällen an Schweine ist in der gesamten EU gesetzlich verboten!

Was fressen Minischweine am liebsten?

Schweine sind eigentlich immer hungrig. Deshalb ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung wichtig, auch weil die Schweine sonst zu Verfettung neigen. Auf dem Speiseplan stehen Heu, Kleie, Mais, Gemüse, ein wenig Obst und vor allem viel, viel frisches Wasser. Auf Mastfutter ist zu verzichten, auch die Verfütterung von Speiseresten oder Küchenabfällen an Schweine ist in Österreich und EU-weit gesetzlich verboten! Die Futtermenge spielt übrigens keine Rolle, wie groß das Minischwein letztlich wird, ist genetisch festgelegt und lässt sich nicht durch weniger oder mehr Futter regulieren. Faustregel: Ein Minischwein sollte nicht mehr als ein bis zwei Prozent seines Körpergewichtes als Nahrung aufnehmen!

Wichtiges zur Pflege der Minischweine

Minischweine brauchen regelmäßige Pflege, so müssen hin und wieder die Hufe gekürzt werden, bei Ebern sind manchmal die Hauer zu schneiden. Das macht in der Regel der Tierarzt, auch regelmäßige Impfungen und Wurmkuren gehören dazu. Die Haut der Schweine ist empfindlich, darum suhlen sie sich im Sommer so gerne im Schlamm, das schützt sie vor Sonnenbrand. In besonders heißen Sommern kann man auch Sonnencreme auftragen. Schweine sind sehr klug – aber auch stur. Eine liebevolle, doch konsequente Erziehung ist von klein auf wichtig. Sie verstehen schnell, was erlaubt ist und was nicht, testen aber auch zu gerne ihre Grenzen aus. Mit Geduld und viel Tierliebe lässt sich ein Minischwein gut erziehen.

Silvia Mondschein
Teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten

Meistgeklickt auf wohnnet.at

Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.

Inspiration & Information

Melden Sie sich gleich hier für unseren Newsletter an!

© 2026 wohnnet.at - Heise RegioConcept GmbH & Co. KG