Putzschacht planen und bauen
Der Putzschacht spielt eine zentrale Rolle für die Wartung und Reinigung von Rohrleitungen. Mit der richtigen Planung und Ausführung sparen Sie später viel Zeit und Ärger. Hier erfahren Sie alles Wichtige über Putzschächte.
Schächte und Kammern werden nicht nur für den Kanal, sondern auch für viele Bereiche benötigt, z. B. für unterirdische Pumpanlagen, Haustechnik- und Regelgeräte, Swimmingpools sowie Entleerungs- und Absperrvorrichtungen für Leitungen benötigt.
Was ist ein Putzschacht?
Ein Putzschacht ist eine vertikale Öffnung im Gebäude, die Zugang zu Rohrleitungen und Installationen ermöglicht. Er dient der regelmäßigen Wartung, Reinigung und Reparatur von Abwasserleitungen. Durch den Schacht können Verstopfungen beseitigt und Rohre geprüft werden, ohne aufwendige Bauarbeiten durchführen zu müssen. Die Anordnung und Dimensionierung von Putzschächten und Putzkammern ist in der ÖNORM B 2501, Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, festgelegt.
Arten von Putzschächten
Es gibt zwei Haupttypen von Putzschächten: Den klassischen gemauerten Putzschacht einerseits und vorgefertigte Systeme andererseits. Putzschächte können aus Betonfertigteilen in runder Ausführung (meist in Außenanlagen) oder in eckiger Ausführung (meist im Gebäudeinneren) hergestellt werden. Gemäß ÖNORM B 2501 sind Putzschächte bis zu einer Tiefe von 1,50 m erlaubt. Bei größeren Tiefen werden Putzkammern eingebaut, die sich zur Oberfläche hin verjüngen (Einstiegshals).
Materialien und Konstruktion im Detail
Für gemauerte Schächte verwendet man Ziegel oder Betonstein. Die Wände müssen mindestens 11,5 cm stark sein. Bei Fertigsystemen kommen spezielle Kunststoffe oder verzinktes Stahlblech zum Einsatz. Wichtig sind eine wasserdichte Ausführung und ausreichende Belüftung.
Der Putzschacht muss gut zugänglich sein und genügend Arbeitsraum bieten. Die Mindestmaße betragen daher 60 x 60 cm. Achten Sie auf ausreichende Belüftung und eine wasserdichte Ausführung. Planen Sie auch gleich Revisionsöffnungen für die spätere Wartung ein. Wichtig ist auch, noch vor Arbeitsbeginn zu checken, ob die Positionierung der Putzschächte, insbesondere der Schachtabdeckungen, nicht die spätere Nutzung dieser Bereiche im Gebäude oder in den Außenanlagen stört. So sollte z. B. kein Putzschacht direkt in der zukünftigen Terrassenfläche oder in einem Weg liegen und die Schachtabdeckung nicht in den Bereich von Ichsen bei Gefälleausbildungen geplant werden.
Schachtabdeckungen richtig wählen
Jeder Putzschacht braucht natürlich auch eine Abdeckung. Im Innenbereich werden meist eckige Deckel verwendet, im Außenbereich runde. Als Materialien kommen Beton (vorwiegend für Außenbereiche), Beton-Gusseisen-Kombinationen (für höhere Belastungen), Stahl (beschichtet, verzinkt oder rostfrei), Gusseisen (für hohe Belastungen) oder Spezialdeckel mit wählbarer Oberfläche für individuelle Bodenbeläge infrage. Für welches Material Sie bzw. Ihre Planer sich entscheiden, hängt von folgenden Kriterien ab:
- Begehbarkeit oder Befahrbarkeit (PKW/LKW)
- Tagwasserdichte Ausführung zum Schutz vor Regenwasser
- Geruchsdichte Ausführung für Innenbereiche
So wird der Putzschacht fachgerecht gebaut
Zuerst wird das Fundament erstellt. Dann erfolgt der Aufbau der Wände - entweder gemauert oder als Fertigsystem. Abschließend werden die Revisionsöffnungen eingebaut und der Schacht abgedichtet. Eine fachgerechte Ausführung ist besonders wichtig, wenden Sie sich daher unbedingt an Fachleute für die Planung und den Bau von Putzschächten!
Welche anderen Schächte gibt es?
Neben dem Putzschacht gibt es verschiedene andere Arten von Schächten, die für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden:
Was ist ein Sickerschacht?
Wird das Regenwasser nicht in den öffentlichen Kanal eingeleitet (z. B. bei Senkgruben) werden zum Versickern auf dem Grundstück Sickerschächte vorgesehen. Sickerschächte werden aus Betonringen gebaut. Die Dimensionierung (Durchmesser und Tiefe) ergibt sich aus der zu erwartenden Regenwassermenge und der Sickerfähigkeit des Bodens. Damit die Sickerschächte nicht verschlammen, wird das Wasser erst durch Schlammfänge geleitet. Sickerschächte enthalten am Boden Sickerkies-Schüttungen, um die Versickerung sicherzustellen.
Was ist ein Wassermesserschacht?
Die Herstellung von Wassermesserschächten fällt in den Leistungsbereich der Kanalisierungsarbeiten.
Die Ausführung und Dimensionierung der Schächte wird durch die örtlichen Wasserversorgungsunternehmen vorgegeben. Wassermesserschächte können rund aus Betonfertigteilen oder eckig in Ortbetonbauweise hergestellt werden und müssen immer frostsicher angelegt sein.
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