Sind Raumdüfte gesundheitsschädlich?
Wilder Sommer, zarte Brise, würzige Leidenschaft: Die Duftrichtungen haben nicht nur abenteuerliche Namen sondern erfüllen unsere Wohnräume auch mit zauberhaften Gerüchen. Zumindest für die einen unter uns. Die anderen wiederum lehnen Duftkerze, Aromadiffusor und Räucherstäbchen dankend ab, da sie ihnen "nicht guttun". Sind Raumdüfte & Co nur nicht jedermanns Sache, oder gar gesundheitsschädlich? Wir schauen uns die Inhaltsstoffe an.
Ob Duftkerzen, hochwertige Aromaöle oder Raumsprays: Raumdüfte aller Art versprechen je nach Zutaten ein wohliges Ambiente, mehr Energie, Entspannung, angefachte Leidenschaft oder einen besseren Schlaf. Doch in einigen Fällen, und das sind gar nicht so wenige, bergen sie auch potenzielle Gesundheitsrisiken. Wir sagen Ihnen, bei welchen Produkten und vor allem Inhaltsstoffen Sie aufpassen sollten, um Ihre Gesundheit nicht zu schädigen.
Welche Inhaltsstoffe bergen gesundheitliche Risiken?
Sowohl synthetische als auch natürliche Duftstoffe können bei Menschen unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Besonders beim Abbrennen beziehungsweise Verdampfen. Typische Beschwerden sind:
- Kopfschmerzen
- tränende Augen
- Husten und Atemprobleme
- Hautreizungen und allergische Reaktionen
- Schwindel und Übelkeit
- erhöhter Blutdruck
- beschleunigte Herzfrequenz
Die wichtigsten problematischen Substanzen mit potenziell gesundheitsschädlicher Wirkung sind:
Hinweise und Tipps
Tipp:
Citral (in Zitronenöl), Farnesol, Limonen, Cinnamal (Zimtaldehyd) und Paraffine können bei empfindlichen Personen verstärkt Beschwerden auslösen und sind zu vermeiden.
Paraffine und synthetische Wachse
Paraffin ist das am häufigsten verwendete Kerzenwachs und ein Erdölprodukt. Beim Verbrennen entstehen Schadstoffe wie Benzol und Toluol, die als krebserregend gelten. Günstige Produkte enthalten manchmal zusätzliche Chemikalien, darunter Schwefel oder Schwermetalle, die selbstredend der Gesundheit nicht zuträglich sind.
Synthetische Duftstoffe und Allergene
Künstliche Duftstoffe können Kopfschmerzen, allergische Reaktionen und Atemwegsbeschwerden verursachen. Besonders problematisch sind für viele Menschen Limonen (vor allem in Zitrusdüften), Citral, Farnesol, Linalool und Cinnamal. Viele davon sind bekannte Allergene und gelten als besonders häufig auslösend. In Kombination mit Ozon kann sich Limonen zum (krebserregenden) Formaldehyd wandeln. Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie auf diese Inhaltsstoffe in Dufterzeugnissen lieber verzichten.
Schwermetalle in Dochten
Manche Kerzen enthalten mit Metall verstärkte Dochte (Blei, Zink, Nickel, Zinn), die beim Abbrennen Schwermetalle freisetzen können. Blei ist besonders für Kinder giftig und kann die Nerven- und Gehirnentwicklung stören. Schwermetalle können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Vergiftungserscheinungen verursachen.
Feinstaub und weitere Schadstoffe
Beim Abbrennen und Verdampfen entstehen Feinstaub, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und weitere flüchtige organische Verbindungen (VOC) wie Aceton oder Formaldehyd. Lauter Wohngifte, die die Atemwege reizen und langfristig das Krebsrisiko erhöhen können.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Wenn Sie Duftprodukte verwenden, lüften Sie danach ordentlich durch.
Wer sollte bei Raumduft & Kerzen besonders aufpassen?
Einige Personengruppen sollten bei der Verwendung von Raumdüften besonders vorsichtig sein oder diese ganz vermeiden. Dazu gehören Allergiker und Asthmatiker, Schwangere, Babys und Kleinkinder sowie Menschen mit empfindlichen Atemwegen. Auch Haustierbesitzer sollten bedenken, dass bestimmte ätherische Öle für Tiere giftig sein können.
Welche Produkte sind unbedenklich? Unsere Kauftipps
- Greifen Sie zu Kerzen und Duftkerzen aus natürlichem Wachs wie Bienenwachs, Soja-, Raps- oder Kokoswachs und meiden Sie Kerzen auf Paraffinbasis.
- Achten Sie auf das RAL-Gütezeichen bei Kerzen.
- Achten Sie darauf, dass die Dochte aus Baumwolle oder Holz ohne Metallanteil bestehen.
- Greifen Sie bei Duftkerzen und Aromaölen oder Duftstäbchen mit rein natürlichen, deklarationsoffenen Inhaltsstoffen. Also 100 Prozent ätherische Öle, ohne künstliche Zusätze und ohne die hier beschriebenen Allergene.
- Achten Sie auf eine vollständige Kennzeichnung und Deklaration der Inhaltsstoffe und greifen Sie wenn möglich zu Bio-Qualität.
- Vermeiden Sie billige Importware und kaufen Sie ausschließlich geprüfte, zertifizierte Produkte im einschlägigen Fachhandel.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Nutzen Sie als Alternative natürliche Duftvarianten wie frische Kräuter oder Zitrusfrüchte.
Entscheidend für die sichere Anwendung sind kurze Anwendungszeiten und regelmäßiges Lüften. So können Sie die Konzentration der Duftstoffe in der Raumluft gering halten. Beobachten Sie auch Ihre individuelle Verträglichkeit und nehmen Sie Rücksicht auf Personen aus den Risikogruppen. Als Alternative zu herkömmlichen Raumdüften können Sie auch auf natürliche Duftvarianten wie frische Kräuter oder Zitrusfrüchte zurückgreifen. Diese verbreiten ebenfalls einen angenehmen Duft, ohne die Raumluft mit potenziell problematischen Substanzen anzureichern.
Sie sehen, es ist nicht nötig, Raumdüfte komplett aus dem Alltag zu verbannen. Ein bewusster und maßvoller Einsatz sowie die richtige Produktauswahl sind aber entscheidend für ein nicht gesundheitsschädliches Dufterlebnis.
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