Risse, Löcher, Abbröckeln - Schäden am Putz erkennen und beheben
Verputz ist ein sensibler Baustoff, der falsche Ausführung oder diesbezügliche falsche Planung sofort durch sichtbare Schäden (Rissbildung, Zerstörung der Oberfläche, Feuchtigkeitsschäden, Verfärbungen usw.) aufzeigt.
Grundsätzlich kommen als Ursache für Schäden wie Rissbildung, Zerstörung der Oberfläche, Feuchtigkeitsschäden oder Verfärbungen folgende Möglichkeiten in Betracht:
- Falsche, nicht fachgerechte Vorbereitung des Untergrundes
- Falsche oder mangelhafte Putzmaterialien
- Falsche Verarbeitung der Putzmaterialien
- Fehlerhafte Baumaßnahmen vor und nach der Putzherstellung
- Äußere Einflüsse
Falsche, nicht fachgerechte Vorbereitung des Untergrundes
Ist der Untergrund bereits fehler- und mangelhaft, hat das Auswirkungen auf den Putz. Der Untergrund muss immer rau und sauber sein und so vorbereitet werden, dass eine gleichmäßige Putzhaftfläche entsteht, auf der verputzt werden kann. Mauerfugen, Lufträume, grobe Unebenheiten und bestimmte Mauerwerksarten bewirken, dass der Putz ungleichmäßig wird, stellenweise zu dick oder zu dünn ist, dadurch nicht gleichmäßig haftet und somit bei Nässe, Frost oder Hitze sich auch nicht gleichmäßig verhalten kann. Das Ergebnis sind die typischen Spannungsrisse, sich ablösende Putzflächen, Abzeichnung von Fugen. Bei gefrorenem oder zu trockenem Untergrund kann der Putz auch in größeren Flächen abfallen.
Falsche oder mangelhafte Putzmaterialien
Putzbindemittel wie z. B. Kalk, Zement, Gips werden nach Normen hergestellt und entsprechend gekennzeichnet. Wenn nicht normgerechte Bindemittel verwendet werden, diese falsch gelagert oder aufbereitet werden, oder die verwendeten Sande ungeeignet sind (z. B. zu lehmig, verschmutzt oder in nicht entsprechender Korngröße) sind die unschönene Folgen im Putz zum Beispiel Rissbildung, Absanden oder Ausblühungen (bei verunreinigtem Wasser).
Falsche Verarbeitung der Putzmaterialien
Grundsätzlich sind Verarbeitungsanweisungen von Lieferfirmen und auch von Normen o. ä. genau einzuhalten. Schlecht gelöschter Kalk bewirkt kraterförmige Putzabsprengungen. Hat der Vorspritzer noch nicht richtig abgebunden, können beim Putz durch Abdrücken Hohlräume entstehen und der Putz fällt ab. Falsche Mischungsverhältnisse, z. B. zu viel Zement bei Kalkmörtel, führen ebenfalls zu Putzrissen.
Ist die Lufttemperatur zu hoch, können Schwindrisse entstehen. Wird bei glatten Putzen zu lange geglättet, so entstehen ebenfalls Schwindrisse. Werden beim Verputzen bei zu niedrigen Temperaturen dem Putz spezielle Frostschutzmittel beigemengt, so zeigen diese sich später als Ausblühungen.
Probleme durch äußere Einflüsse
Außenputze, die stark dem Regen ausgesetzt sind (das Regenwasser wird von der Fassade z. B. durch Dachüberstände, Gesimse, Fensterbänke etc. nicht korrekt abgeleitet), durchnässen stark, blühen aus, und es kommt infolge von Frostschäden zu Abplatzungen. Putze im Sockelbereich sind dem Spritzwasser ausgesetzt und werden, wenn sie in diesem Bereich nicht entsprechend ausgeführt wurden (z. B. mit Zementputz) ebenfalls durchnässt, blühen aus und es kommt infolge von Frostschäden zu Abplatzungen. Unterschiedliche Setzungen von Gebäuden zeigen sich als Putzrisse (Setzungsrisse). Werden Decken zu stark oder ungleichmäßig belastet, kann sich die Durchbiegung der Decke in Form von Rissen bemerkbar machen. Wirken auf Wände oder Decken Kräfte aus stoßartigen Belastungen ein (z. B. das Schließen von Türen, Fenstern) so kann es ebenfalls zu Rissbildungen kommen.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Putzarbeiten erfordern eine besonders genaue Bauüberwachung! Laufendes Bautagebuch und laufende Fotodokumentation helfen bei möglichen Gewährleistungsstreitigkeiten.
Fehlerhafte Baumaßnahmen vor und nach der Putzherstellung
Bei Gipsputzen oder Putzen mit Gipsanteil schlägt der Rost von ungeschützten Stahl- und Eisenteilen (z. B. Nägel) durch und kann zu Abplatzungen führen. Ungeschütztes Holz kann durch Trocknen oder Quellen zu Rissen führen. Unterschiedliche Wärmedämmeigenschaften bei Außenwänden z. B. bei Heizkörpernischen, führen infolge ungleichmäßiger Wärmedehnungen zu Rissen.
Werden zwischen Putz und Blechflächen keine Fugen angeordnet und diese dauerelastisch gegen Wasser geschlossen, kommt es infolge der Blechdehnungen zu Putzabsprengungen. Abdichtungen, Holz, Stahl bzw. alle Bauteile, die sich betreffend der Dehnung bei Temperaturänderungen oder Feuchtigkeit anders verhalten, als das Mauerwerk, sind mit Putzträgern zu überspannen, da sich sonst die Materialien als Risse bemerkbar machen. Werden Gebäudedehnfugen nicht fachgerecht (z. B. mit Dehnfugenprofilen) ausgebildet, kann es zu Putzabsprengungen kommen.
Stoßen Trockenputz oder Gipskartonplatten und Verputz aneinander und werden diese Anschlüsse mit Gewebebändern verdeckt, reißen diese auf, weil sich die Materialien unterschiedlich verhalten. Diese Fugen müssen offen ausgeführt werden und können gegebenenfalls dauerelastisch geschlossen werden.
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