Mauerwerksarten, Wandarten und Ziegelarten im Überblick

Ziegel, Beton, Naturstein sind die wichtigsten Vertreter der massiven Baustoffe. Woraus diese Mauersteine bestehen und was es für Alternativen gibt. Wir haben den großen Überblick!

 

Er ist bei uns immer noch das beliebteste Baumaterial – der massive Mauerstein. Doch Mauer ist nicht gleich Mauer. Unterschieden werden Stein- und Konstruktionsarten. Ein Überblick:

Ziegel

Der am längsten bekannte und verwendete künstlich gefertigte Mauerstein ist der Ziegel. Das Ausgangsmaterial für den porosierten Ziegel sind Ton und Lehm, wobei die wichtigsten Tonmineralien Kaolinit, Halloysit, Illit und Montmorrillonit sind. Zur Porosierung werden Sägespäne, Kohle, expandiertes Polystyrol, etc. beigemengt, die nach dem Brennen Luftporen im Ziegelscherben hinterlassen - der Ziegel wird porös und dies verbessert die Wärmedämm-Eigenschaft der Ziegel. Der keramische Ziegel ist nicht brennbar, diffusionsoffen und er besitzt die Fähigkeit zur Wasseraufnahme und -abgabe.

Standard Mauerziegel im Normalformat (NF) haben die Abmessungen 25 x 12 x 6,5 cm. Es gibt sie in voller Ausführung und als gelochte Variante mit einem Lochanteil bis 25 Prozent. Bei einem höheren Lochanteil werden sie als Hochlochziegel bezeichnet. Hochlochziegel (Lochung senkrecht zur Auflagefläche) können tragend eingesetzt werden; Langlochziegel (Lochung waagerecht zur Auflagefläche) besitzen eine weniger gute Tragfähigkeit.

Der Leichthochlochziegel – typischerweise für den Bau von Außenwänden verwendet – erhält durch porenbildende Zusätze eine noch bessere Wärmedämmung bei gleichzeitig niedrigerem Gewicht.

Porenbeton

Porenbeton ist ein leichter, poröser, mineralischer Baustoff auf der Grundlage von Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtel, der sehr gute Wärmedämmeigenschaften, eine leichte Verarbeitbarkeit und eine hohe Festigkeit aufweist. Die Bezeichnung „Beton“ ist etwas irreführend, da das Material üblicherweise keine Zuschlagstoffe wie Sand oder Kies enthält. Porenbetonsteine sind perfekt für den Bau von Außen- und Innenwänden sowie für leichte Zwischenwände, Decken und auch Dächer.

Plansteine aus Porenbeton werden in der Produktion millimetergenau geschnitten. Die maßgenauen Steine werden mit handelsüblichem Dünnbettmörtel versetzt. Der Mörtel wird mit einer gezahnten Plankelle vollflächig auf die Lagerfuge der Mauer aufgezogen. So entstehen Mörtelfugen von etwa 1 bis 3 mm Dicke. Plansteine mit Nut und Feder benötigen keinerlei Stoßfugenvermörtelung, da sie wie Planziegel dicht aneinander gesetzt werden. Die Steine können mit einer Baustellensäge oder einer Handsäge mit grober Spezialzahnung einfach zugeschnitten werden.

Platten aus Porenbeton enthalten wie Bauteile aus Stahlbeton eine Bewehrung, die Zugkräfte aufnehmen kann. Fertigbauteile aus Porenbeton kommen als Wand-, Decken und Dachplatten zum Einsatz, auch hier als einfachste Lösung für hohe Wärmedämmung. Da Porenbeton zu großen Teilen aus Luft besteht, kann man die einzelnen Steine größer machen und man kommt beim Bauen schneller voran.

Beton

Betonvollblöcke finden im dekorativen Mauerwerksbau Anwendung. Zum Herstellen von Gartenmauern oder auch für Treppenstufen im Gartenbau bspw. werden Betonvollblöcke verbaut.

Leichtbeton

Blähtonsteine werden aus porigen, mineralischen Zuschlägen (z.B. Bims, Ziegelsplitt, Blähton) und Zement, als Vollsteine oder -blöcke und Hohlblocksteine in Normal- und Planausführung hergestellt. Sie warten mit guten Wärmedämmeigenschaften, geringem Gewicht und guter Putzhaftung auf. Große Formate ermöglichen schnelles, wirtschaftliches Mauern. Die guten Dämmeigenschaften lassen sich nochmals verbessern, indem die Kammern mit einem mineralischen Dämmstoff gefüllt werden. Die hohe Maßhaltigkeit, die ebene Oberfläche und die Verzahnung der Stoßfugen bewirken einen geringen Mörtelverbrauch, minimieren Wärmebrücken und optimieren die Dämmwerte der Gesamtkonstruktion, sodass mit einschaligem Mauerwerk ein U-Wert von unter 0,20 W/m2K möglich ist.

Kalksand

Kalksandstein (auch Sandsteinziegel) wird aus den natürlichen Rohstoffen Kalk, Sand und Wasser mit geringem Energiebedarf hergestellt. Die Steine werden in speziellen Dampfdruckkesseln, den Autoklaven, bei Temperaturen von ca. 200° C unter Druck vier bis acht Stunden gehärtet. Eingesetzt wird der Kalksand für Trennschutzwände oder Außenwände (Achtung: hier ist eine Wärmedämmung nötig!). Die Steine haben eine hohe Schalldämmung und sorgen für gutes Raumklima.

Klinker für Sichtmauerwerk

sind Mauerziegel, die zur Herstellung von Mauerwerk (z.B. Vorsatzschale für Ziegel-Zweischalenmauerwerk) mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einflüsse und/oder Frost sowie für Mauerwerk mit hoher Druckbeanspruchung für Verkleidungen und Vormauerungen dienen und aus steinzeugähnlichen Massen, die bis zur durchgehenden Sinterung gebrannt werden, bestehen.

Welche Wandarten gibt es?

Wände werden in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Tragende Wände: Wände, die durch vertikale Kräfte wie z.B. Eigengewicht, Deckenlasten, Nutzlasten und horizontale Kräfte wie z.B. Windlasten belastet werden können.
  • Nichttragende Wände: Wände, die nur durch ihr Eigengewicht belastet sind.
  • Aussteifende Wände: Wände, die nur durch ihr Eigengewicht belastet werden, jedoch Aussteifungslasten z.B. Windlasten oder Knicklasten aufnehmen können
  • Pfeiler: Tragende Wandteile, deren Querschnittsfläche kleiner als 0,1 m² ist, werden als Pfeiler bezeichnet. Pfeiler unter 25 cm Länge (eine Ziegellänge) haben keine Tragfunktion.

Generell müssen für tragendes Ziegelmauerwerk gekennzeichnete Ziegel mit gewährleisteter Festigkeit verwendet werden.

Wichtige Abkürzungen:

  •     Hochlochziegel - HLZ
  •     Hochlochziegel frostbeständig - VHLZ
  •     Mauerziegel (Vollziegel) - MZ
  •     Mauerziegel (Vollziegel) frostbeständig - MZZ
  •     Vollklinker - KMZ

Mauerziegeln (MZ) und Hochlochziegeln (HLZ) werden Festigkeitsklassen (5,0 bis 50,0 N/mm²) zugeordnet. Generell müssen Ziegel eine Ziegeldruckfestigkeit von 3,0 N/mm² (ausgenommen in Gebäuden bis maximal einem Obergeschoss 2,0 N/mm2) aufweisen.

Einteilung nach Mauerziegelformaten:

Typ

Maße

1 m Höhe entspricht

Dünnbettformat (DF) 24x11,5x5,2 cm 16 Schichten
Normalformat (NF) 24x11,5x7,1 cm 12 Schichten

Zement und Mörtel

Die kraftschlüssige Verbindung der Ziegel in den Lager- und Stoßfugen wird mittels Mörtel hergestellt. Mörtel ist ein Gemisch aus Bindemitteln, Zuschlagstoffen und Wasser. Laut Norm wird unterschieden zwischen Normalmauermörtel, Wärmedämmmörtel und Hoch­wärmedämmmörtel.Weiters erfolgt laut Norm die Einteilung betreffend Festigkeit in M-Gruppen, z.B. für tragende Wände muss Mörtel der Gruppe M3 verwendet werden.

Zement

ist ein hydraulisches Bindemittel für Mörtel und Beton, das aus Kalk, Ton, Mergel sowie einigen Zusätzen hergestellt wird. Von diesen Zumahlstoffen, ihrer Art und Menge, und der Mahlfeinheit des Zementes hängen die gewünschten physikalischen und technischen Eigenschaften des Endproduktes ab.

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AutorIn:

Datum: 20.11.2018
Kompetenz: Mauer und Putz

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