Ein Bauarbeiter glättet frisch gegossenen Beton mit einem Werkzeug auf einer Baustellenfläche umgeben von Betonplatten und Baumaterialien

Betonsanierung © Shutterstock

So retten Sie Ihre Betonoberflächen!

Beton ist zwar robust, aber nicht unzerstörbar. Wasser, Frost oder Belastungen führen mit der Zeit zu Schäden. Werden Risse oder Flecken sichtbar, sollte man schnell handeln. Welche Methoden zur Betonsanierung es gibt.

Eine fachgerechte Betonsanierung ist ein komplexes und aufwändiges Vorhaben, aber mit der richtigen Methode zahlt sich eine Instandsetzung langfristig aus. Für ein zufriedenstellendes Endergebnis muss man jedoch wissen, um welchen Betonschaden es sich handelt und wie er am besten behoben werden kann. Wir haben den Überblick.

Kann man die Betonsanierung selber machen?

Wenn es sich lediglich um kleinere Schäden, z. B. einzelne Risse, handelt, können Sie selbst die Betonsanierung durchführen. Wichtig dabei ist, Schutzkleidung und Schutzbrille zu tragen und sich genau an die Anweisungen des Produktherstellers zu halten. Dennoch gibt es Grenzen: Bei tiefen Rissen oder wenn die Stabilität des Bauwerks betroffen ist, sollte definitiv ein Fachmann hinzugezogen werden. Sicherheit geht vor!

Wie viel kostet eine Betonsanierung?

Eine einfache Oberflächenreparatur beginnt preislich bei ungefähr 30 Euro pro Quadratmeter, während Sie für umfangreichere Maßnahmen, wie das Austauschen der Bewehrung oder großflächige Sanierungen, mit Kosten von 100 Euro pro Quadratmeter rechnen sollten.

Schadenanalyse: Welcher Betonschaden liegt vor?

Bevor Sie mit der Schadensanierung starten können, müssen Sie den Beton genau unter die Lupe nehmen und die Schadenart bestimmen. Handelt es sich um Abplatzungen und Risse in der Oberfläche? Sind Rostflecken sichtbar? Erkennen Sie Ausblühungen oder Verfärbungen? Gibt es feuchte Stellen? Je nach Problem wählt man dann die richtige Sanierungsmethode.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Der Füllstoff wird über Bohrpacker injiziert. Bei trockenen Oberflächen können auch Klebepacker verwendet werden.

Wie wird Beton saniert?

Risse können mit Spezialharzen aus dem Fachhandel geschlossen werden, während größere Schäden eine neue Bewehrung und das Auffüllen mit Reparaturmörtel erfordern. Beim Füllen von Rissen wird zwischen der drucklosen Tränkung und der Injektion mit Druck unterschieden. Eine Tränkung kommt allerdings nur bei oberflächennahen Rissen in horizontalen und leicht geneigten Bauteilen in Frage.​​

Wie Risse im Beton abdichten?

Risse im Beton sind nicht nur ein optischer Makel, sondern können auch Feuchtigkeit und Schmutz eindringen lassen. Wichtig ist zunächst, die Rissursache, die Rissbreite, die Rissbreitenänderung (kurzzeitig? langzeitig?), den Risszustand (Feuchtigkeit, Verschmutzung) und den Rissverlauf festzustellen. Am häufigsten werden für das Abdichten von Rissen im Beton Injektionsharze auf Polyurethanbasis (PUR) verwendet. Handelt es sich um einen trockenen Riss ohne Rissbreitenänderung, kann auch Epoxidharz (EP) eingesetzt werden. Zementleim (ZL) und Zementsuspension (ZS) hingegen eignen sich z. B. als Vorinjektion bei hohlraumreichem Beton und größeren Hohlräumen, weniger als abdichtende Injektion. Welcher dieser Füllstoffe letztlich zum Einsatz kommt, ist unter anderem abhängig vom Feuchtezustand des Risses, der Rissbreite und der zu erwartenden Rissbreitenänderung. Außerdem können Risse mit einer Oberflächenbeschichtung abgedichtet werden.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Das Kohlendioxid in der Luft lässt den Zement altern und hebt nach und nach den natürlichen Korrosionsschutz auf. Dieser Prozess nennt sich Karbonatisierung.

Wie entfernt man Rostflecken auf dem Beton?

Werden Gegenstände aus Metall auf Gartenplatten oder anderen Betonoberflächen abgestellt, entstehen häufig unansehnliche Rostflecken. Los werden Sie diese, indem Sie 100 Gramm Zitronensäure (oder Essig) in einem Liter Wasser auflösen, die rostigen Stellen mit der Lösung benetzen und die Betonplatten mit einer harten Bürste schrubben. Diesen Vorgang können Sie bei Bedarf mehrmals wiederholen. Spülen Sie die Säure gründlich ab. Arbeiten Sie draußen, achten Sie dabei darauf, dass die Säuremischung nicht mit Ihrem Rasen oder Pflanzen in Berührung kommt.

Was tun, wenn der Beton abplatzt?

Abplatzungen am Beton deuten auf eine korrosionsbeschädigte Stahlbewehrung hin. Rostet der Stahl, dehnt sich das Material aus und bringt den Beton zum Platzen. Erhöhte Luftfeuchtigkeit oder der Kontakt mit Salzwasser beschleunigt die Korrosion. Eine rostige Stahlbewehrung ist ein Fall für den Fachmann! Denn der Beton muss bis zum intakten Bereich aufgestemmt, die Bewehrung z. B. mittels Sandstrahler entrostet, gereinigt und am Schluss ein Korrosionsschutz aufgetragen werden. Zum Einsatz kommen kann z. B. eine zementgebundene Beschichtung oder eine Korrosionsschutzbeschichtung auf Epoxidharzbasis. Die sanierten Betonoberflächen, aber auch die angrenzenden Betonflächen, können z. B. durch eine Imprägnierung mit einem CO₂-bremsenden Anstrich geschützt werden.

Wie entfernt man Ausblühungen am Beton?

Insbesondere frisch hergestellte Sichtbetonflächen neigen zur Bildung von Ausblühungen. Von Ausblühungen spricht man, wenn sich auf Betonoberflächen im Außenbereich ein Kalkschleier und krustenartige Kalkablagerungen bilden. Sie beeinträchtigen die Qualität des Betons nicht, stören jedoch optisch. Oft verschwinden die Kalkschleier wieder von allein. Voraussetzung dafür ist, dass der Beton trocknen kann. Sind die Ausblühungen auch nach längerer Zeit noch sichtbar, kann mit einer stark verdünnten Säure (z. B. einprozentige Zitronensäure oder zehnprozentige Phosphorsäure) oder mit einem Zementschleierentferner dagegen angekämpft werden.

Welcher Mörtel für die Betonsanierung?

Welcher Mörtel sich am besten für die Betonsanierung eignet, hängt stark vom Umfang und der Art des Schadens ab. Epoxidharzbasierte Mörtel kommen vor allem für Risse und kleinere Schäden (im Millimeterbereich) zum Einsatz, da sie eine hohe Haftfestigkeit aufweisen und sehr widerstandsfähig gegen Chemikalien sind. Bei größeren Schäden bzw. dickeren Schichten im Zentimeterbereich wird oft zu Spritzmörtel, ein zementgebundener Reparaturmörtel, gegriffen, der speziell für die Wiederherstellung von Betonstrukturen entwickelt wurde und auch größere Flächen problemlos auffüllen kann.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Sie müssen Ihren Sichtbeton sanieren? Für ein optimales Endergebnis lohnt sich bei Sichtbetonflächen die Anlage einer Musterfläche.

Betonkosmetik für Sichtbeton

Immer wieder kommt es vor, dass nach der Fertigstellung Unebenheiten, Abplatzungen und Farbunterschiede den cleanen Look des Sichtbetons stören. Mit Betonersatzspachtelmassen, Mörtel und Pigmenten können Fehler ausgebessert oder farblich abweichenden Stellen an die umgebene Betonoberfläche angeglichen werden. Damit der einzigartige Charme des Sichtbetons dabei nicht verloren geht, arbeitet man mit Lasuren und baut mehrere Schichten auf.

Isabella Pils
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