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Holzmöbel sanieren - von der Tür bis zur Kommode

Die Holztür hat erste Macken und die Glasverfugung bröselt bereits? An Oma's alter Kommode blättert der Lack ab? Wir sagen Ihnen, wie Sie alte Holzmöbel sanieren können.

Holztüren sind im Innenbereich besonders beliebt. Und auch das beste Material und die qualitativ hochwertigste Arbeit wird früher oder später aber zum Renovierungsfall. Kratzer, Risse, knarrende Flügel, quietschende Beschläge. Wie Sie bzw.der Profi Ihre alten Holztüren wieder auf Vordermann bringen, erklären wir Ihnen nun. Die Instandsetzung der Türen teilt sich im allgemeinen in folgende drei Abschnitte:

  • Instandsetzung durch den Bautischler und wenn erforderlich durch den Beschlagschlosser
  • Reparatur- bzw. Auswechslungsverglasung
  • Beschichtung

Lockere Schraubbefestigungen werden nachgezogen oder, wenn der Verschleiß schon zu groß ist, müssen die Befestigungen verstärkt oder erneuert werden.

Instandsetzungsarbeiten bei Holztüren

  • Holzfehler, Risse und die bewitterten Konstruktionsfugen werden aufgeweitet und mit 2-Komponenten-Füllmasse verschlossen.
  • Schadhafte Holzteile an Stöcken und Flügeln werden ausgebaut und durch neue Teile entsprechend dem Altbestand ersetzt.
  • Stark verzogene Flügel werden gerichtet oder ersetzt.
  • Lockere Holzverbindungen werden geöffnet und neu verleimt.
  • Verwitterte Holzoberflächen werden abgeschliffen oder abgezogen.
  • Bei Türen mit nichtdeckender Beschichtung werden kleine Löcher und Risse mit zur Holzfarbe passender Holzfüllmasse ausgekittet, abgeschliffen und mit Holzschutz versehen

Achtung: Nach durchgeführter Instandsetzung muss beim Einsetzen der Flügel auf die notwendige Farbluft (Zwischenraum für die Beschichtung) geachtet werden!

Folgende Instandsetzungsarbeiten können Sie mit etwas Geschick auch selbst übernehmen:

  • unbrauchbare und fehlende Teile durch neue, funktionsgleiche ersetzen oder ergänzen
  • alle neu eingebauten bzw. reparierten Eisenteile mit einem Rostschutz versehen
  • alle mit den Türen in Verbindung stehenden beweglichen und festen Metallteile auf ihre Funktion überprüfen
  • lockere Bänder in den Lappen durchbohren und mit korrosionsgeschützten Schrauben neu befestigen

Alle neu eingesetzten und die abgeschliffenen Holzoberflächen werden, sofern sie nicht naturbelassen bleiben, mit einem Imprägniermittel oder Grundbeschichtungsstoff eingelassen. Die Mittel müssen mit den nachfolgenden Beschichtungsmitteln verträglich sein.

Nach Fertigstellung der Beschichtungsarbeiten werden alle beweglichen Beschlagteile eingefettet sowie gang- und sperrbar gemacht.

Verglasung an den Türen

Nach Fertigstellung der Tischler- und Beschlagschlosserarbeiten wird vom Glaser die Reparaturverglasung und die Instandsetzung der Glasverkittung durchgeführt. Schadhafte und lockere Glasverkittungen werden vollständig entfernt und nach Reinigen, Imprägnieren und Grundieren der Glasfalze, erneuert. All jene Glasverkittungen, die Fugen und Risse aufweisen, werden grundiert und mit Kitt überzogen.

Umglasen empfohlen?

Bei wertvollen oder erhaltungswürdigen Gläsern ist es angebracht, dass diese vor den Instandsetzungsarbeiten aber auch bei eventueller Gefährdung durch andere Arbeiten de- und wiedermontiert (umgeglast) werden. Dabei werden die Gläser vorsichtig aus dem Rahmen ausgelöst, die Falze werden gereinigt, die Gläser werden an einem sicheren Ort zwischengelagert und nach Beendigung der Arbeiten vor der Beschichtung wieder eingesetzt, befestigt, und abgedichtet.

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Datum: 11.09.2018
Kompetenz: Innenarchitektur und Raumausstattung