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Holzmöbel richtig pflegen und kleine Schäden reparieren

Holz im Wohnraum, so natürlich und unbehandelt wie möglich, setzt sich immer mehr durch. Sie suchen nach Tipps, wie Sie Ihre Holztische und -sessel, Regale und Böden am besten pflegen, damit sie auch schön und gesund bleiben? Wir haben sie!

Unbehandelte, bzw. mit natürlichen Mitteln behandelte Holzmöbel haben viele positive Eigenschaften, die es zu erhalten gilt: atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, antibakteriell und antistatisch. Damit erreicht man ein besonders gutes Raumklima und verhindert Staub, der sich auf den Möbeln ablegen kann. Zudem sind Naturholzmöbel sehr pflegefreundlich und bestimmte Schäden können ohne großen Aufwand behoben werden.

Tägliche Reinigung von Holzmöbeln ist ein Kinderspiel: Unsere Tipps

  • Unbehandeltes Holz: Ein trockenes oder leicht feuchtes (nicht nasses!) Tuch reicht hier aus. Bitte verzichten Sie unbedingt auf scharfe Reinigungsmittel, sie zerstören das natürliche Material, machen es stumpf und grau. Wischen Sie trocken nach, damit keine Feuchtigkeit auf der Oberfläche bleibt. Reinigen Sie zudem nicht mit Microfasertüchern (können feine Kratzer hinterlassen), fettlösendem Haushaltsreiniger oder Dampfreinigern. Hartnäckigere Flecken können Sie bei unbehandeltem Holz mit einer leichten Seifenlösung behandeln. Reiben Sie die Fläche nach der Fleckenentfernung wieder trocken. Wenn sich Flecken auch mit einer leichten Seifenlösung nicht entfernen lassen, tränken Sie ein Schleifvlies mit Pflegeöl und schleifen sie die trockene Stelle in Richtung der Maserung ab. Anschließend mit dem Baumwolltuch nachpolieren. Bei tiefergehenden Verschmutzungen, z. B. Rotweinflecken, schleifen Sie die Stelle mit feinkörnigem Glaspapier großflächig in Richtung der Holzfasern ab. Schleifstaub gründlich entfernen, mit Pflegeöl einölen und polieren. Das Einölen bei Bedarf wiederholen.
  • Lasiertes oder geöltes Holz: Möglichst kein Wasser zu Reinigung verwenden, allenfalls rücken Sie den Verschmutzungen mit einem nebelfeuchtem Tuch zu Leibe. Am besten Sie setzen auf ein trockenes, fusselfreies Tuch, einen weichen Besen oder eine weiche Staubsaugerdüse. Starke Verschmutzungen können Sie mit einem Schleifvlies entfernen.  
  • Lackiertes Holz: Verzichten Sie auf haushaltsübliche Reinigungsmittel, da diese oft scheuernde Partikel enthalten, die den Lack zerkratzen können. Zur Reinigung verwenden Sie ein lediglich angefeuchtetes Tuch, allerdings kein Microfasertuch (Gefahr von Kratzern).
  • Gewachstes Holz: Ein feuchten Baumwolltuch reicht zur Reinigung. Reiben Sie die Stellen anschließend sofort trocken, da gewachstes Holz (im Gegensatz zu geöltem Holz) offenporig und deshalb wasserempfindlich ist. Wichtig ist auch, bei Gläsern und Flaschen Untersetzer zu benutzen, um unschöne Wasserränder zu vermeiden. Falls trotzdem viele Flecken auf dem Holz zu sehen sind, kann die Holzoberfläche abgeschliffen werden. Nach einer erneuten Beschichtung mit Wachs schimmert Ihre Holzoberfläche wieder in gewohnter Eleganz.
  • Funiertes Holz: Funierholz darf nicht mit viel Wasser, scharfen Reinigern, Hitze und Seife in Berührung kommen. Am besten ist hier die Reinigung mit einem Microfasertuch oder einem Putzleder. Zu viel Feuchtigkeit lässt das Furnier aufquellen, woraufhin sich die dünnen Blätter ablösen können. 

 

Welche Pflegemittel eignen sich für Holzmöbel?

Beim Kauf von Pflegemitteln sollte darauf geachtet werden, dass selbige vom Hersteller ausdrücklich für den von Ihnen bestimmten Zweck geeignet sind. Wenn Sie zu einem nicht geeigenten Produkt greifen, könnten Sie Ihre Holzmöbel nachhaltig schädigen. Häufig enthalten nicht klar deklarierte Holzpflegeprodukte Lösungsmittel, die das Holz und die Versiegelung angreifen. Außerdem fehlen ihnen oft Füllstoffe, die dem Schutzfilm die nötige Dichte und Qualität verleihen. Wichtig ist, dass die verwendeten Produkte keine Silikonöle enthalten oder anderweitig auf Mineralölbasis hergestellt wurden.

Dellen und Kratzer adè

Ein heruntergefallener Blumentopf oder die Gabelkratzer auf der Tischplatte sind bei unlackiertem (!) Massivholz zumeist kein großes Problem. Am besten lassen sie sich mit einem Bügeleisen und Feuchtigkeit entfernen. Wie das funktioniert? Schleifen Sie die betroffene Stelle leicht an, legen Sie ein feuchtes Tuch drauf und dämpfen Sie mit dem Bügeleisen drüber. Die eingedrückten Holzfasern stellen sich dadurch wieder auf. Sobald die Stelle getrocknet ist, sollten Sie noch einmal drüberschleifen und erneut ölen.

Dellen und/oder Kratzer in lackierten Holzoberflächen lassen sich nur aufwendig und meist nur von Fachleuten reparieren.Tiefe Dellen oder Kratzer in lasiertem Holz müssen abgeschliffen und anschließend das Möbelstück neu lasiert werden.

So ölen Sie Holzmöbel richtig

Geöltes Holz sollte von Zeit zu Zeit mit speziellem Holzöl – zumeist aus Leinöl, Bienenwachs oder Sonnenblumenöl bestehend – nachgeölt werden. Holzmöbel kann man je nach Bedarf ein- bis zweimal im Jahr nachölen. Stark beanspruchte Flächen, wie z. B. Esstische, auch öfter.

  1. Reinigen: Verwenden Sie für Holzoberflächen ein leicht feuchtes Tuch. Sollten sich Verschmutzungen nicht lösen (z. B. im Falle von Esstischen, Arbeitsflächen), geben Sie bei Bedarf eine neutrale Seifenlösung hinzu.
  2. Holzpflegeöl auftragen: Geben Sie  ein wenig vom Öl auf ein weiches Baumwolltuch und massieren das Fett sorgfältig in die saubere und trockene Oberfläche ein, sodass alle Stellen gelichmäßig versorgt sind. Überflüssiges Öl tragen Sie mit einem trockenen Tuch ab. Dann lassen Sie das Öl einwirken (10 bis 15 Minuten). Im letzten Schritt polieren Sie die Fläche mit einem trockenen Tuch nach. Farbe und Maserung kommen dann wieder sehr schön zur Geltung. Und keine Sorge: Eventuelle Gerüche frisch geölter Möbel verfliegen bei guter Lüftung schnell.

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Datum: 02.12.2019
Kompetenz: Holzbau