Kellerabdichtung nachträglich: Die Möglichkeiten
Hilfe, unser Keller ist feucht! Jetzt heißt es handeln. Denn nicht nur, dass feuchte Mauern schlecht für die Bausubstanz sind, kann Feuchtigkeit auch gesundheitliche Risiken bergen. Wie Sie Ihr Untergeschoß nachträglich abdichten können, erfahren Sie hier.
Modergeruch, nasse Flecken an Wänden und Decke oder Schimmelbefall sind deutliche Warnsignale. Besonders bei älteren Häusern fehlt oft eine wirksame Abdichtung oder die vorhandene ist porös geworden. Das macht sich vor allem und nicht selten zuerst im Kellergeschoß bemerkbar. Ein hoher Grundwasserspiegel oder Hangwasser können ebenfalls zu Feuchtigkeitsschäden im Untergeschoß führen. Daher gilt: Nur ein dichter Keller ist ein guter Keller.
Es gibt mehrere Methoden, um seinen Keller nachträglich abzudichten. Die Wahl hängt von der Art des Feuchtigkeitsproblems und den baulichen Gegebenheiten ab. Egal, welche Methode Sie anwenden, Fakt ist: Die Investition in eine professionelle Kellerabdichtung zahlt sich durch den langfristigen Werterhalt Ihrer Immobilie aus.
Nachträgliche Abdichtung von innen
Bei der Innenabdichtung werden wasserdichte Spezialmörtel oder Dichtschlämmen auf die Innenwände aufgetragen. Diese Methode kostet etwa 100 bis 300 Euro pro Quadratmeter und ist schneller umsetzbar als eine Außenabdichtung. Allerdings kann das Mauerwerk weiterhin Feuchtigkeit aufnehmen – es wird nur am Durchdringen in den Innenraum gehindert.
Für eine Innenabdichtung von Kellerwänden und Kellerboden stehen das Injektionsverfahren, Mauersägeverfahren, Einbringung von Dichtungsschlämme oder die Aufbringung mehrlagiger Flächenabdichtung zur Auswahl. Die Wahl der richtigen Abdichtungsmethode für die Sanierung feuchten Mauerwerks hängt von verschiedenen Faktoren ab. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, der die Ursachen analysiert und die passende Lösung empfiehlt.
- Injektionsverfahren: Zuerst wird ein Bohrlochraster in die Kellerwand angelegt. Dann wird Spezialharz, ein Silikonpräparat oder ähnliches Produkt in die Poren und Kanäle des Mauerwerks injiziert, welches eine wasserundurchlässige Schicht bildet.
- Dichtungsschlämme: Eine Mischung aus Zement, Mineralien und Kunststoff-Zusätzen wird schichtweise auf die Innenwand aufgetragen. Nach dem Austrocknen sind die Wände wasserdicht und atmungsaktiv.
- Mauersägeverfahren: Die Kellermauern werden in meterweisen Abschnitten mit einem schmalen Schlitz versehen, dann wird ein wasserundurchlässiges Dichtungselement (Kunststofffolie oder rostfreies Blech) eingefügt. Der Hohlraum wird anschließend mit Keilplatten oder Zementsuspension verfüllt. Die Kosten für diese Methode belaufen sich auf etwa 200 bis 250 Euro pro laufenden Meter.
- Flächenabdichtung: Zuerst wird der alte Putz abgeschlagen, Kalk und Gipsreste werden gründlich entfernt und ein fachgerechter, tragfähiger Untergrund hergestellt. Nun folgt die Abdichtung der Boden- und Wandfugen. Nach dem Aufbringen einer mehrlagigen Flächenabdichtung werden die Wände mit einem diffusionsoffenen Sanierputz bearbeitet. Die Kosten für diese Saniermethode belaufen sich auf etwa 70 Euro pro Quadratmeter und kann von versierten Handwerkern selbst ausgeführt werden.
Nachträgliche Abdichtung von außen
Die Außenabdichtung gilt als effektivste Methode der Feuchtigkeitssanierung. Dabei muss der Keller allerdings von außen freigelegt und mit speziellen Dichtungsbahnen versehen werden. So kann kein Wasser mehr bis zur Kellerwand vordringen. Mit Kosten von 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter ist diese Methode zwar teurer, als die Innenabdichtung, aber eben auch viel effizienter.
Für eine nachträgliche Abdichtung von außen stehen folgende Verfahren zur Auswahl: Eine horizontale Abdichtung der Bodenplatte, eine neue mechanische Horizontalsperre oder eben die komplette Abdichtung der Kellerwände von außen samt Drainage.
- Abdichtung der Kelleraußenwände: Zuerst muss das Kellergeschoß von außen freigelegt werden. Das erfolgt mittels vorsichtiger Grabungen am gesamten Haus. Dann werden die speziellen Bitumen-Dickbeschichtungen oder bahnenförmige Abdichtungsstoffe auf die Kellerwände aufgebracht. Zum Schluss sollten noch Noppenbahnen aus Kunststoff folgen, die als zusätzlicher Schutz dienen.
- Schleierinjektion für Bodenplatten: Unter das Fundament wird ein niedrigviskoses Acrylat injiziert, welches eine wasserdichte Gelschicht bildet und so das Eindringen von Feuchtigkeit über den Kellerboden verhindert.
- Chromstahlblechverfahren: Dieses Verfahren ist günstiger und auch statisch sicherer als das Mauersägeverfahren. Gewellte rostfreie Bleche werden überlappend ins Mauerwerk gerammt, die damit entstehende Barrikade verhindert weiteres Vordringen der Feuchtigkeit in den Kellerwänden. Die Mauer muss dafür nicht geöffnet werden. Kosten: etwa 70 Euro pro laufender Meter.
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