Alarm! Stiftung Warentest warnt vor Selbstbausystemen

Alarmanlagen sollen Eigentum und Menschen schützen. Glauben wir einer aktuellen Aussendung der Stiftung Warentest ist dies bei Alarmsystemen zum Selbsteinbau nicht der Fall.

„Lücken im System“ erkennt die Stiftung Warentest in einem aktuellen Test von Alarmanlagen-Sets zum Selbsteinbau. Gewarnt wird vor massiven Schwachstellen, die diese Alarmsysteme mit sich bringen. Insgesamt wurden vier Sets inklusive Zentrale, Fernbedienung, Sirene, Kamera, zwei Bewegungsmeldern und sechs Öffnungssensoren wurden getestet. Kostenpunkt von 417 Euro bis 1.244 Euro.

Testergebnisse bedenklich

Zwei Selbsteinbausets wurden beim hier zitierten Test mit „mangelhaft“, eine mit „ausreichend“ und eine mit „befriedigend“ bewertet. Selbst bei der Anlage mit dem Qualitätsurteil „befriedigend“ warnt das Verbrauchermagazin im Heft 11/2017: Gelangt der Eindringling in das Haus, kann er die Alarmzentrale einfach von der Wand nehmen. Sobald die Batterien entnommen und die Kabel gezogen sind, ist sie tot.“ Eine andere Anlage, die zusätzlich Smart-Home-Funktionen bietet, zeigt zudem enorme Sicherheitslücken beim Schutz sensibler Daten.

Selbsteinbau funktioniert, aber…

Alarmanlagen im DIY-Verfahren? Laut Stiftung Warentest funktionierte der Einbau der getesteten Modelle durchwegs. Detaillierte Anleitungen und Smartphone-Apps unterstützen den nicht so versierten Selbermacher dabei. Auch erkannten die getesteten Anlagen dann typische Einbruchversuche und meldeten sie an die im Haus angebrachte Zentrale, die dann ein Sirenensignal oder auch einen stillen Alarm via Anruf, SMS oder Appbenachrichtigung auslöst.

Stiftung Warentest © Stiftung Warentest

Und nun zum großen „Aber“: Beim Überprüfen der Alarmfunktion stießen die Tester allerdings auf diverse Schwach­punkte. So warnten zwei Modelle beim Scharfschalten nicht, wenn Terrassentür oder Fenster offen stehen. Abgesehen vom Einbruchsrisiko könnte dann ein Wind­stoß einen Fehlalarm verursachen. Vereinzelt ließen sich auch die Außensirene oder Sensoren klauen, ohne dass Alarm ausgelöst wurde. Schon im Vorgänger-Test waren die Tester auf viele solche Schwächen gestoßen. Martin Unfried vom Alarmanlagenhersteller Telenot wundert das wenig: „Die Qualität dieser Anlagen ist fatal. Nur Sicherheitstechnik vom Profi hält, was sie verspricht!“ Daher rät der Profi auch zum Kauf von zertifizierten und genormten Sicherheitssystemen - verkauft und installiert von entsprechenden Fachunternehmen.


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Datum: 06.12.2017

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  • littlejoh schrieb am 11.02.2018 14:35:57

    Die Kategorien "Alarmanlagen zum Selbstbau" wie hier geschrieben bzw. im Umkehrschluss jene zum Nichtselbstbau gibt es meines Erachtens gar nicht, das ist von Herstellern forcierte Schwarz-Weiß-Malerei, die nicht der Realität entspricht.
    Es gibt Alarmanlagen, die nur an Fachunternehmen vertrieben werden und solche, die man auch als Privater kaufen kann. Und dann auch noch dazwischen liegende, die sowohl von Fachunternehmen installiert werden, als auch von jedermann gekauft werden können wie zB. Abus oder Visonic. Wo welcher Hersteller wie auftritt ist zudem oft je Land unterschiedlich, was man in den einem Land nur über Professionisten bekommen kann, gibt es in anderen Ländern auch für Do-it-yourselfer. Vom Konsumenten zu bewerten ist immer allein die Qualität der Anlage, wenn diese wesentliche Elemente nicht beinhaltet - wie im Artikel oben beschrieben - ist sie natürlich sehr begrenzt zu gebrauchen. Den im Artikel erweckten Eindruck, dass frei erhältliche Systeme prinzipiell Schrott sind, teile ich nicht. Das kann so gar nicht stimmen, weil das eben teilweise die gleichen Systeme sind, die auch von Professionisten verbaut werden. Neben der Qualität der Anlage ist der ganz springende Punkt die sorgfältige Planung und Ausführung. Auch diese ist prinzipiell keine Atomwissenschaft, sondern auch durch versierte Heimwerker möglich, die bereit sind sich ausführlich mit der Materie zu beschäftigen. Wie das gehen kann, können Interessierte in Form eines Erfahrungsberichtes auf der Webseite www.alarmanlage-selbst-bauen.de nachlesen.

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