Überwintern von Haustier-Schildkröten

© Kim David/shutterstock.com

Schildkröten sind wechselwarm, sie passen ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Im Winter fallen sie in eine schlafähnliche Ruhe, zumindest die freilebenden in den kälteren Regionen unserer Welt. Doch wie überstehen unsere Haustiere die kalten Monate?

Die Frage scheint berechtigt: Wenn ich hier in unseren Breitengraden eine Schildkröte im Aquarium, Terrarium oder Freiland halte, braucht die – bei ganzjährig gleichbleibenden Temperaturen – wirklich einen Winterschlaf? Die Meinungen der ExpertInnen sind hier geteilt. Für die einen entscheidet das Herkunftsland und die Tatsache, ob die Verwandten Ihres Haustieres auch Winterruhe halten. Für die anderen ist die Winterruhe einfach etwas natürliches, das zum Jahresrhythmus der Schildkröte dazugehört und für deren Fortpflanzung unerlässlich ist, da die Tiere erst nach der Winterstarre paarungsbereit werden.

Das perfekte Quartier

Wasserschildkröten reicht eine einfache, zum Teil abgedeckte (Höhleneffekt) Kunststoffwanne zur Winterruhe. Füllen Sie so viel Wasser ein, dass der Panzer der Schildkröte ganz bedeckt ist, sie den Kopf aber jederzeit problemlos an die Oberfläche recken kann. Mit kleinen Schaumstoffwürfeln können Sie der Kröte ein künstliches Mulmbett schaffen. Das Wasser sollte etwa vier bis sechs Grad haben und braucht – solange es sich nicht verfärbt oder ähnliches – auch nur alle drei bis vier Wochen ausgetauscht werden. Noch ein wichtiger Hinweis: Wasserschildkröten sollten nie im Gartenteich überwintern. Hier sind die Temperaturschwankungen einfach zu groß, wodurch die Kröten verfrüht aufwachen könnten.

Landschildkröten ruhen am besten in einer Kiste, die mit einer Schicht Blähton (Feuchtigkeitsspeicher!) und einer mit Moos und trockenem Laub abgedeckten Schicht Gartenerde befüllt wird. Die Schildkröte gräbt sich dann bis zur Erde ein. Ideales Winterquartier ist der Keller und eine Temperatur von etwa vier Grad. Steht kein Kellerraum zur Verfügung, ist es auch möglich, die Tiere in einem entsprechend hergerichteten Gemüsefach eines Kühlschrankes einzuquartieren.

Vorbereitung und Kontrolle

Ist eine Winterruhe geplant, sollten Sie ab November langsam die Beleuchtungsdauer, Raum- und Wassertemperatur senken. Sie merken, dass die Schildkröte bereit zum Ruhen ist, wenn sie träge wird, nichts mehr isst, auffällig oft ihren Darm entleert und sich zurückzieht.

Schildkörten sollten zwar nicht gestört werden in ihrer Winterruhe, alle fünf bis sechs Wochen sollten Sie aber kontrollieren, ob es dem Tier noch gut geht. Hat sie merkbar Gewicht verloren, ist erkennbar krank oder unruhig, dann sollten Sie die Kröte aus dem Winterschlaf holen, sprich langsam die Beleuchtung und die Temperatur wieder erhöhen, um sie so aufzuwecken.

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AutorIn:

Datum: 17.10.2017
Kompetenz: Haustiere und Aquarium

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