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Was ist Graue Energie?

Graue Energie ist die Primärenergie, die aufgewendet werden muss, um ein Gebäude zu errichten. Sie spielt also in der Bauindustrie eine große Rolle. Wie und wo sie entsteht und auf welche Art graue Energie beim Bau eingespart werden kann, erfahren Sie hier.

Jedes Gebäude verbraucht nicht nur während seiner Nutzung Energie, sondern auch bei Herstellung, Transport und Entsorgung der Baumaterialien. Diese versteckte Graue Energie macht bis zu 50 % der Gesamtemissionen eines Hauses aus. Hier erfahren Sie, wie Sie den CO2-Fußabdruck Ihres Bauprojekts durch die richtige Materialwahl deutlich reduzieren können.

Wo entsteht Graue Energie?

Die Herstellung von Baumaterialien wie Beton, Stahl oder verschiedenen synthetischen Dämmstoffen verbraucht enorme Mengen an Energie. Diese sogenannte versteckte Graue Energie macht bei einem Neubau nicht selten mehr als 40 % der gesamten CO2-Emissionen über den Lebenszyklus aus. Besonders energieintensiv sind die Produktion von Zement und die Stahlherstellung. Auch lange Transportwege erhöhen den Verbrauch an Grauer Energie deutlich.

Doch was genau ist nun die Graue Energie? Unter den Begriff fallen gleich mehrere Aspekte der Energienutzung. Dazu zählen

  • Gewinnung von Materialien: Energie, die benötigt wird, um Rohstoffe zu extrahieren und zu verarbeiten.
  • Herstellung und Verarbeitung von Bauteilen: Energie, die in die Produktion und Bearbeitung der Bauteile fließt.
  • Transport: Energie, die für den Transport von Menschen, Maschinen, Bauteilen und Materialien zur Baustelle benötigt wird.
  • Einbau von Bauteilen: Energie, die für den Einbau der Bauteile im Gebäude erforderlich ist.
  • Entsorgung: Energie, die für die Entsorgung von Materialien und Bauteilen am Ende ihres Lebenszyklus benötigt wird.

Welche Baumaterialien verursachen besonders viel Graue Energie

Beton und Stahlbeton sind die größten Verursacher von Grauer Energie im Bausektor. Pro Tonne Zement entstehen etwa 600 bis 700 kg CO2. Auch Aluminium, Kunststoffe und mineralische Dämmstoffe haben eine sehr schlechte Energiebilanz. Die Transportwege dieser schweren Materialien belasten das Klima zusätzlich.

Wie kann im Neubau Graue Energie reduziert werden?

Holz und andere nachwachsende Rohstoffe sind die beste Wahl für nachhaltiges Bauen. Sie speichern CO2 und haben kurze Transportwege bei regionaler Herkunft. Auch Lehm, Stroh und Hanf für Dämmungen eignen sich hervorragend als ökologische Baustoffe. Recycling-Materialien reduzieren die Graue Energie ebenfalls deutlich. Um die graue Energie in einem Gebäude zu minimieren, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Verwendung heimischer Materialien, um Transportwege zu verkürzen.
  • Ressourcenschonendes Bauen, um den Materialverbrauch zu reduzieren.
  • Einsatz von energieeffizienten Prozessen und Technologien bei der Herstellung und dem Einbau von Bauteilen.

Wie lässt sich Graue Energie bei der Sanierung minimieren?

Bei einer energetischen Sanierung sollten Sie auf langlebige, recyclingfähige Materialien setzen. Prüfen Sie auch, ob vorhandene Bauteile weiterverwendet werden können. Wählen Sie Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und achten Sie auf kurze Transportwege aller Materialien.

Veronika Kober
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