Marmor im Bad rutschfest & sicher machen
Das "Marmorbad" gilt vielen als unerschwinglicher Traum, doch es werden inzwischen Marmor- und Natursteinarten aus allen Erdteilen angeboten, die durchaus bezahlbar sind. Damit der Marmorboden sicher ist, sollte er aber rutschfest gemacht werden. Wir sagen Ihnen, wie das geht.
Ob polierter Marmor oder Naturstein im feuchten Zustand werden sie schnell zur unfreiwilligen Rutschpartie! Beachten Sie, dass Marmor ein relativ weiches Gestein und daher recht bruchgefährdet und nicht frostsicher ist. Für den Außenbereich ist Marmor also generell nur sehr bedingt einsetzbar. Wenn überhaupt, dann nur in geschützten Lagen. Und im Badezimmer? Da kann der schöne Stein dank Wasser und Seife schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Aber es gibt genügend Techniken und Möglichkeiten, wie Sie Marmor rutschfest bekommen.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Ein glatter, polierter Marmorboden ist natürlich einfacher zu pflegen, als unebene, reliefartige oder aufgeraute Platten. Einfach so mit dem Gummischieber eine Pfütze "wegschieben" funktioniert da nicht. Die Nässe muss mit einem Tuch aufgenommen werden. Bei einer eingebauten Fußbodenheizung allerdings trocknen feuchte Stellen weg.
Marmor durch Laser oder Chemie rutschsicher machen
Fachbetriebe können Naturstein durch eine Laserbehandlung rutschsicher machen - die absolute Rutschfestigkeit gibt es aber nicht! Gut im Markt eingeführt ist auch die chemische Methode. Die Natursteine werden mit bestimmten chemischen Verbindungen behandelt - z. B. mit Flusssäure - und dadurch abgestumpft. Das ist aber absolute Spezialistenarbeit, wobei bei unbekannten Steinarten zuvor Probestücke behandelt werden. Auch muss man wissen, dass die Hochglanzpolitur leidet: bei harten Marmorarten weniger, bei weicheren Kalkgesteinen aber erheblich.
Rutschsicherheit durch bruchraue Marmorsteine
Bruchraue oder gespaltene Natursteine sind im Kommen. Sie werden in den Bädern vieler Hotelneubauten verlegt, aber auch immer mehr im Privatbereich. Was ist bruchrau, was ist "gespalten"? Es sind zwei Begriffe für ein- und denselben Vorgang. Im Steinbruch werden Blöcke abgesprengt und durch maschinelle Meißelschläge in Einzelscheiben zerlegt. Nicht jeder Naturstein eignet sich für dieses Verfahren. Geeignet ist Schiefer und insbesondere der skandinavische Quarzit-Schiefer, der extrem hart und widerstandsfähig ist. Sehr gut geeignet sind auch die bekannten Solnhofener Platten, die den Vorteil haben, bereits im Vorkommen gleichmäßig etwa 7 mm stark zu sein, während Quarzit-Schiefer in Scheiben aufbrechen kann, die unterschiedlich dick sind. Hier muss der Verleger dann die dünneren Platten mit Mörtel unterfüttern, woraus eigentlich schon ersichtlich wird, dass das Verlegen dieser Platten nichts für Heimwerker ist, während Solnhofener Platten durchaus von geschickten Selbermachern verlegt werden können. In jedem Fall gilt: Bruchraue Natursteine sind Rutschverhinderer erster Güte.
Geflammte Natursteine sind rutschsicher
Unter geflammten Natursteinen oder geflammtem Marmor versteht man nicht etwa eine "flammige" Zeichnung des Steins, sondern eine spezielle Art der Oberflächenbearbeitung, die den Naturstein rutschfest macht. Die Steinplatten werden einer Hitzebehandlung unterzogen, wobei die oberste Schicht abplatzt und sich eine leicht unebene, raue Struktur ergibt. Für Bäder und Terrassen sind sie ideal geeignet.
Rutschsicherheit durch Kristallisieren
Bei der Kristallisation handelt es sich um ein chemisches Verfahren, glatten Marmor rutschfester zu machen. Das Verfahren ist aber nur für Böden im Innenbereich geeignet. Dabei wird bei bereits verlegten Böden nach einer Grundreinigung der Naturstein mit Stahlwolle aufgeraut, eine Emulsion aufgetragen und dann anschließend auf Hochglanz poliert. Das Verfahren eignet sich auch, um zerkratzte und unansehnlich gewordene Böden aufzuarbeiten.
Sandstrahlen für sicheren Marmor
Inzwischen sind die Italiener, die man als Weltmeister der Marmorverarbeitung bezeichnen kann, mit der Sandstrahltechnik so weit fortgeschritten, dass sie eine Marmorplatte so aufrauen können, dass einerseits eine Rutschfestigkeit entsteht, andererseits der Boden aber eben bleibt, was bei bruchrauem oder geflammtem Stein nicht der Fall ist. Sandgestrahlter Naturstein eignet sich also auch sehr gut für Bäder-Fußböden und Terrassen, Marmor - wie schon ausgeführt - sehr gut für Bäder, aber nur eingeschränkt für Terrassen.
Marmor mit der Stockmaschine rutschfest machen
Ein bewährtes Verfahren ist der Einsatz von sogenannten Stockmaschinen, die einem Tellerschleifer nicht unähnlich sehen. Statt einer Schleifscheibe sind jedoch dutzende Hartmetallspitzen eingebaut, die in Gummi gelagert sind. Wenn die Metallspitzen nun auf den Naturstein einwirken, werden hier kleine Abplatzungen erzeugt, die den Stein rutschfest machen. Das Verfahren eignet sich auch für das Aufrauen von Beton-Terrassenplatten, natürlich nicht für keramische Fliesen und Bodenplatten. Stockmaschinen kann man sich auch bei manchen Maschinenverleihen beschaffen und dann in Eigenleistung arbeiten.
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