Vorwandinstallation © gualtiero boffi/shutterstock.com

Vorwandinstallation im Badezimmer

Badrenovierung einfach gemacht: Eine Vorwandinstallation ermöglicht es, die Zu- und Ableitungen vor der eigentlichen Wand zu verlegen, und sich so mühsame Stemmarbeiten zu ersparen. Lesen Sie hier, wie's geht.

Eine Badrenovierung überlegt man sich dreimal: Tage- oder sogar wochenlang Schmutz und Staub durch Stemmarbeiten, Lärm durch Bauarbeiten und verschiedene Handwerker - vom Maurer bis zum Elektriker - die koordiniert werden wollen. Außerdem ist das Bad meistens die ganze Zeit nicht benützbar. Doch es geht auch einfacher: Mit einer Vorwandinstallation reduziert sich die Dauer für den Umbau auf drei bis vier Tage und der Installateur ist dabei der einzige Ansprechpartner.

 

Vorwandinstallation - schnell und einfach

Der Unterschied zur normalen Installation in einem Bad ist leicht erklärt: Statt die Wasserzu- und -ableitungen für Waschbecken, Badewanne, Bidet usw. in der Mauer zu verlegen, werden die Leitungen vor der eigentlichen Wand verlegt und in einem „Vorbau“ - dem Vorwandinstallationsystem - versteckt. Dieses Installationssystem besteht aus stabilen Montageprofilen, die vom Installateur zusammengebaut werden und einfach vor die bestehende Wand gestellt werden.

Dabei ist es völlig egal, ob sich auf der Wand noch alte Fliesen befinden. Die bleiben einfach wo sie sind, und das lästige Wegstemmen fällt weg. Die Wasserleitungen und -anschlüsse und werden innerhalb dieses Installationssytems verlegt und sogar der Spülkasten für das WC ist darin bereits vormontiert. So kann auch nach kurzer Zeit bereits provisorisch das WC angeschlossen werden und benützt werden. Der Installateur verkleidet die gesamte Vorwandinstallation mit Gipskartonplatten, die dann verfliest werden. Und schon ist das neue Bad fertig.

Flexibel und individuell

Solche Vorwandinstallationssysteme werden von verschiedenen Herstellern angeboten und sind äußerst flexibel. Statt die Sanitärgegenstände der Wand entlang aufzureihen, können auch Elemente schräg in den Raum oder Trennwände mit unterschiedlichen Höhen gebaut werden. Das Waschbecken bildet dann zum Beispiel einen Raumteiler. Durch die Tiefe der Elemente entstehen im ganzen Bad praktische Ablageflächen. Auch kleine Nischen und Stauräume können mit den Systemen gebaut werden. Die Möglichkeiten für individuelle und Gestaltung sind für den kreativen Planer fast unbegrenzt.

Vorwandinstallationen selber machen 

Zunächst sei gesagt, dass nicht alle Veränderungen selbst vorgenommen werden dürfen. Bei der Badmodernisierung darf aber selbst Hand angelegt werden.

1. Schritt: Zunächst werden die Boden- und Wandschienen montiert. Beachten Sie hierbei die Herstellerinformationen und den benötigten Platz für Rohre und Leitungen. Achten Sie darauf, dass die Seiten genau ausgerichtet sind und ordnungsgemäß verschraubt werden. Benutzen Sie hierfür eine Wasserwaage. Zusätzlich sollten Wandwinkel angebracht werden, sodass später die Verkleidung an der Metallständerkonstruktion auch seitlich festgeschraubt werden kann.

2. Schritt: Danach wird das Wandmodul oben und unten eingehängt und vor dem Festschrauben noch einmal ausgerichtet (Wasserwaage). Im Hohlraum zwischen Wand und Verkleidung werden anschließend die Abwasserleitungen verlegt, indem die HT-Abwasserrohre mithilfe von schallgedämmten Schellen im Boden fixiert werden. Achten Sie darauf, dass der Schellenabstand bei liegenden Leitungen rund zehn Mal dem Rohrdurchmesser entspricht. Auch auf das Gefälle von Abwasserrohren sollte geachtet werden. Dieses muss auf einem Meter zwei Zentimeter betragen.

3. Schritt: Nun zu den Zapfstellen für Wasser: Für Warm- und Kaltwasser wird je ein Verteiler benötigt. Zuerst sollte ein Winkelstück auf den Zulauf geschraubt werden. Das Gewinde muss vorher mit einem Teflonband oder Hanf und Dichtpaste abgedichtet werden. Auf das Winkelstück wird anschließend der Verteiler geschraubt und mit einem Doppelhalter an der Wand fixiert.

4. Schritt: Bevor die Wand mit Gipsplatten verkleidet wird, muss in den Hohlraum ein nicht brennbarer und feuchtigkeitsresistenter Dämmstoff gefüllt werden. Möchten Sie die Vorwandinstallation fliesen, so sollte zuvor ein Tiefengrund aufgetragen werden.

AutorIn:
Datum: 19.11.2019
Kompetenz: Trockenbau

Inspiration & Information abonnieren - mit dem wohnnet Newsletter

Weitere Artikel aus dem Channel Haustechnik

Adobe Stock/Sergey Nivens

Haustechnik

Wohnen 4.0: Smarthome und Photovoltaikanlagen machen's möglich

Apps und Smartphones sind schon lange nicht mehr nur zum Surfen, Telefonieren und Zeitvertreib da. Moderne ... weiterlesen

Shcherbakov Ilya/shutterstock.com

Haustechnik

Klimaanlagen warten - so geht's

Klimaanlagen müssen gewartet werden. Mit etwas Geschick können Sie das auch selber. Wir sagen, worauf Sie achten ...

Ebner Haustechnik

Haustechnik

Langen Leerstand nach Mieterwechsel vermeiden

Wir helfen Ihnen bei der Kosten & Nutzen orientierten Brauchbarmachung ihrer Wohnung. Durch unser speziell ... weiterlesen

Photographee.eu/shutterstock.com

Haustechnik

Klimaanlage und Kohlenmonoxid: Gefahr!

Immer wieder liest und hört man von lebensgefährlichen, gar tödlichen Kohlenmonoxidunfällen in Verbindung mit ...

Demkat/shutterstock.com

Haustechnik

Gute Luft dank kontrollierter Wohnraumlüftung

Je besser die Raumluft, desto höher die Lebensqualität. In modernen Häusern, hier vor allem in ... weiterlesen

Daikin

Haustechnik

Welche Klimaanlage ist die richtige? Modelle und Kosten

Ein "Jahrhundertsommer" nach dem anderen: Auch in unseren Breiten werden Klimaanlagen im Wohnbereich immer ...

e-Marke Austria

Haustechnik

Eine Marke. Ein Versprechen. Eine Zukunft.

Hier finden Sie die 1. Elektrotechniker mit Zuverlässigkeitsgarantie in Ihrer Umgebung. Holen Sie sich ... weiterlesen

FrameAngel/shutterstock.com

Haustechnik

Klimastandgeräte: Pro & Contra

Freistehende Klimageräte eignen sich für kleine bis mittelgroße Räume. Wenn Sie sich für ein solches Standgerät ...

l i g h t p o e t/shutterstock.com

Haustechnik

Legionellen im Wasser: Gesundheitsgefahren & Vermeidung

Wie in so vielen Dingen gilt auch bei den Legionellen: Ein paar machen nichts, zu viele werden zum Problem. Was ...