AdobeStock_463269753.jpg

AdobeStock_463269753.jpg © Adobe Stock/Christine

Was ist der Besenstrichputz?

Verputz dient nicht nur dem Schutz der Fassade, sondern auch der Optik. Eine besondere Putzmethode ist der Besenstrichputz. Er verleiht den Wänden ein traditionelles und zugleich ausgefallenes Aussehen. Hier erfahren Sie, wie diese klassische Putztechnik richtig umgesetzt wird und welche Vorzüge sie hat.

Besenstrichputz (auch Besenstichputz) ist eine dekorative Fassadentechnik, bei der ein frischer Edelputz (z. B. Kalk-, Zement- oder Silikonharzputz) mit einem nassen Besen oder Pinsel strukturiert wird. So entstehen senkrechte, waagerechte, diagonale oder gekreuzte Strichstrukturen, die der Fassade eine lebendige, rustikale und deutlich handwerkliche Optik verleihen. Die Technik wird vor allem an Altbauten, Häusern mit traditioneller Architektur und teils in Innenräumen mit industriellem/Loft-Charakter eingesetzt.

Welche Fassadensysteme gibt es? Kompakter Überblick

Wie wird der Besenstrichputz ausgeführt?

Zuerst wird ein geeigneter Fassadenputz in der vorgesehenen Kornstärke, zumeist sind das 2 bis 5 mm, aufgetragen. Dann muss sehr rasch, solange der Putz noch frisch ist, die Struktur in die Oberfläche gebracht werden.

Dies passiert mit einem speziellen Besen (z. B. Rutenbesen aus Birkenzweigen oder moderner Straßenbesen) oder einer Strukturbürste mit Kunststoffborsten. Nun wird der noch feuchte Putz in gekonnten Zügen überstrichen, was entsteht sind die charakteristischen feinen Linien. Der Besen muss vorab gewässert werden, um ein Anhaften des Putzes zu vermeiden. Je nach gewünschter Optik erfolgt der Strich senkrecht, waagerecht, diagonal oder gekreuzt. Dann muss der Putz trocknen und aushärten, die eingearbeitete Struktur bleibt dauerhaft sichtbar.

Wichtig für ein gutes Ergebnis sind ein sauberer Besen, gleichmäßige Bewegungen und durchgehende Arbeitsabschnitte, um sichtbare Ansätze, Streifen oder Flecken zu vermeiden.

Was sind die Vorteile vom Besenstrichputz?

  • Jede Fläche ist ein Unikat, da die Struktur rein manuell entsteht. Das Ergebnis wirkt lebendig, rustikal und passt besonders zu historischen Gebäuden und Landhäusern.
  • Die strukturierte Oberfläche begünstigt den Ablauf von Regenwasser und schützt so die Fassade. In Verbindung mit mineralischen Putzen entsteht eine diffusionsoffene, „atmende“ Oberfläche, die Feuchtigkeit regulieren kann.
  • Kleinere Untergrundrisse oder Unregelmäßigkeiten werden optisch überdeckt, was Besenstrichputz in der Altbausanierung und bei Putzsanierungen attraktiv macht.
  • Die raue Struktur bietet sehr gute Haftbedingungen für Fassadenfarben, sodass spätere Anstriche gut angenommen werden.

Was sind die Nachteile vom Besenstrichputz?

  • Der Putz muss zuerst in der passenden Schichtdicke (typisch 2–5 mm Kornstärke) gleichmäßig aufgetragen und dann innerhalb weniger Minuten mit gleichmäßigen Bewegungen gestrichen werden, bevor er anzieht. Das erfordert Erfahrung, sauberes Werkzeug und ein gutes Zeitmanagement.
  • Durch die Vertiefungen und Strukturen lagern sich Staub, Pollen, Spinnweben und Umweltschmutz schneller an als auf glatten Putzen. In städtischen oder waldnahen Lagen kann die Fassade daher optisch schneller altern.
  • Hochdruckreiniger sind problematisch, weil sie die Oberfläche beschädigen können. Stattdessen sollte schonend – meist per Hand oder mit geeigneten chemischen Reinigern – gearbeitet werden, was mehr Zeit und Aufwand bedeutet.
  • Die rustikale, handwerkliche Wirkung passt meist nicht zu sehr modernen, minimalistischen oder streng kubischen Gebäuden.

Typische Einsatzbereiche vom Besenstrichputz

Besonders beliebt ist diese Verputzart bei Fassaden von Einfamilienhäusern mit ländlicher oder klassischer Anmutung. Auch für Altbausanierungen, bei denen vorhandene Unregelmäßigkeiten optisch integriert werden sollen, eignet sich der Besenstrichputz ideal. Oft werden auch Sockelbereiche, die durch eine zusätzliche Struktur optisch aufgewertet oder robuster wirken sollen, so bearbeitet. Und vereinzelt findet der Besenstrichputz auch im Innenraum Anwendung, zum Beispiel zur Gestaltung von Lofts oder als bewusst eingesetztes, charakterstarkes Gestaltungselement.

Passt eine Besenstrich-Fassade zu uns?

Besenstrichputz empfiehlt sich für Bauherren, die Wert auf eine charaktervolle, individuelle Fassade mit handwerklichem Ausdruck legen und zugleich von den schützenden und diffusionsoffenen Eigenschaften eines strukturierten Edelputzes profitieren wollen. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass Verarbeitung und spätere Pflege aufwändiger sind als bei glatten Oberflächen. Daher ist in vielen Fällen die Ausführung durch einen erfahrenen Maler- oder Stuckateurbetrieb sinnvoll. Sie möchten mehr über alternative Putzarten erfahren? Dann lesen Sie hier weiter:

Außenputz: Arten und Materialien auf einen Blick

Veronika Kober
Teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten

Meistgeklickt auf wohnnet.at

Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.

Inspiration & Information

Melden Sie sich gleich hier für unseren Newsletter an!

© 2026 wohnnet.at - Heise RegioConcept GmbH & Co. KG