Fassadenelemente aus Betonfertigteilen

Neben Wänden aus Betonbausteinen (Leicht- oder Normalbeton) oder Holzbetonsystemen sind großformatige Wandelemente aus Beton eine wirtschaftliche und effiziente Alternative. Wir erklären Ihnen die geläufigen Bauweisen dazu.

Im großvolumigen Gebäudebau aber auch im Wohnbau kommen für Fassaden mehrere Konstruktionsarten zur Anwendung: Elemente mit „normalen“ Betonoberflächen (auch in Sichtbetonqualität), Sandwichwände oder nachträglich vorgehängte Fassaden aus großformatigen Betonelementen. Ihr großer Vorteil: schnelle Errichtung und damit kürzere Bauzeit.

Doppelwand (Hohlwand)

Doppelwände bestehen aus zwei zusammenhängenden Betonplatten, die erst am Bau mit Ortbeton gefüllt werden. Im Werk können Öffnungen (z.B. Fenster Türen) oder Installationen vorbereitet werden. Die Oberfläche ist zumeist in sehr guter optischer Qualität, für besondere Ansprüche muss Sichtbetonqualität vereinbart werden. Doppelwände können auch in Leichtbeton ausgeführt werden oder es kann eine Wärmedämmung vorab eingebaut werden. Vor Ort können weitere Dämmschichten, aber auch Verputz aufgebracht werden. Der Vorteil des Systems liegt in der Vorfertigung und im leichteren Gewicht.

Wandelemente

Die Wandelemente werden im Fertigteilwerk komplett hergestellt. Die Oberfläche kann nach Bestellung gestaltet werden. Dämmung oder Verputz kann auf der Baustelle aufgebracht werden.

Sandwichfassade aus Betonfertigteilen

Sandwich Wandbauteile sind mehrschalige Wandelemente. Ihr Aufbau im Detail: Sandwichwände bestehen aus drei Schichten: Die raumseitige, innerste Schicht ist die tragende, je nach Konstruktion mit einer Stärke von 120 bis 250 mm, dann folgt die integrierte Dämmschicht (z. B. EPS-Platten mit 60 bis 250 mm Dicke) und schließlich als drittes die Vorsatzschicht. Eingesetzt wird diese Bauweise vorrangig im Gewerbe- bzw. Bürobau.

Im Sandwich-Verfahren werden heute Sichtbetonfassaden (auch Steinfassaden sind möglich) in den vielfältigsten optischen Ausprägungen gefertigt. Der Oberflächengestaltung und Farbgebung der Vorsatzschicht sind in der Vorfertigung beinahe keine Grenzen gesetzt: Sandstrahlen, Säuern, Profilieren, Auswaschen, Pigmentierung, Zuschläge oder Intarsien mit anderen Materialien wie Terrakotta oder Klinker – die Möglichkeiten sind immens.

Hergestellt werden Sandwichelemente komplett im Werk. Die Fertigung erfolgt schichtweise, die Schichten werden durch spezielle Verbindungselemente zusammengehalten und stabilisiert.

Vorgehängte Fassadenelemente aus Betonfertigteilen

Eine größere Gestaltungsfreiheit aber auch einen anderen Aufwand bringen die vorgehängten Betonfassaden mit sich, die mit großformatigen Tafeln oder aus Betonwerkstein gefertigt werden können. Auf der Baustelle wird dabei eine Dämmschicht auf die aus Fertigteilen oder vor Ort hergestellte tragende Wand aufgetragen. Die (bewehrten) Fassadentafeln werden an der tragenden Wand befestigt.

Noch ein Wort zur Verankerung von vorgehängten Fassaden: Auf der Baustelle muss die Zugänglichkeit zur Montage gewährleistet sein, die Platzverhältnisse müssen ausreichend sein und auf eine ordentliche Koordination mit den anderen Gewerken sollte geachtet werden!

Problemfall Installationen und Durchbrüche?

Grundsätzlich sollen aber alle Durchbrüche z. B. für Hauszuleitungen, Schlitze etc. zeitgerecht dem Hersteller bekannt gegeben werden. Weiters sind auch sämtliche Einbauteile, welche in den Fassadenelementen versetzt werden sollen, bei der Herstellung der Fertigteile im Werk einzubauen, was durch eine rechtzeitig Anlieferung an den FT-Hersteller sicherzustellen ist.


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Datum: 23.05.2018

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