Erdwärmepumpe effizient nutzen

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Eine moderne Erdwärmepumpe sollte mit der richtigen Vorlauftemperatur betrieben werden sowie eine hohe Energieeffizienz aufweisen. Was das genau bedeutet und worauf es zusätzlich bei der Installation ankommt, erfahren Sie hier.

Dank ihrer viel gepriesenen Vorteile werden Wärmepumpen oftmals schon bei Neubauten von Beginn an miteingeplant, aber auch in der Sanierung ist mit bestimmten Gerätearten ihr Einsatz möglich (z. B. Luftwärmepumpe). Die geeignetste Wärmequelle ist abhängig vom Wärmebedarf des Hauses, der Art des Heizsystems, der geografischen Lage und natürlich von den verfügbaren Ressourcen und gesetzlichen Bestimmungen.

Als Wärmequelle dienen können Außenluft, Grundwasser, Abwärmeoder eben Erdwärme. Die relativ konstanten Temperaturen in den obersten Bodenschichten machen das Erdreich zu einem sehr guten Wärmespeicher: In zehn Metern Tiefe herrschen das ganze Jahr hindurch etwa 10 Grad. Genutzt werden kann diese Wärme mithilfe von Flachkollektoren, Erdwärmesonden oder Energiepfählen (ähneln Erdwärmesonden). Aufgrund der nötigen Baggerarbeiten bzw. der Bohrung bei Sonden sind die Anschaffungskosten für eine Erdwärmepumpe höher als bei ihren Pendants. Gleichzeitig ist auch ihre Lebensdauer mit 25 bis 30 Jahren höher, während ihre Betriebskosten niedriger sind. Damit sich diese Vorteile tatsächlich bemerkbar machen, und die Erdwärmepumpe so effizient wie möglich arbeitet, sollten einige Dinge bei Planung, Installation und Betrieb beachtet werden.

Ermittlung der Heizlast des Hauses

Die Heizlast bezeichnet die Wärmezufuhr, welche erforderlich ist, um eine bestimmte Raumtemperatur zu erreichen und zu halten. Anders gesagt bezeichnet die Heizlast die Leistung in kW, die die (Erd-)Wärmepumpe erbringen muss. Dabei sind die Lage und Nutzungsart des Gebäudes sowie insbesondere die Dämmung wichtig. Je schlechter ein Objekt gedämmt ist (und je kälter die Außentemperatur), desto höher muss die Vorlauftemperatur sein, um die Räume warm zu bekommen. Wirtschaftlicher und ökologischer Nutzen der Wärmepumpe schwinden so dahin. (Näheres zur Vorlauftemperatur weiter unten.)
Wichtig ist es auch, die Größe der Heizungsanlage an der Heizlast zu orientieren. Ein Profi, wie z. B. Ihr Installateur oder Energieberater, sollte die Heizlast spätestens bis zur Auftragsvergabe berechnet haben. Den Wert lediglich zu schätzen, wie in der Praxis oftmals noch üblich, ist nicht zielführend. Eine überdimensionierte Wärmepumpe etwa führt zu unnötig hohen Installations- und Betriebskosten und verkürzt die Lebensdauer des Geräts aufgrund zu häufigen Taktens (=Ein-/und Ausschalten des Geräts).

Ermittlung der Heizlast für Warmwasser

Als Faustregel gilt: 250 W / Bewohner. Es gilt allerdings, den Wasserverbrauch individuell einzuschätzen. Nehmen Sie z. B. täglich ein Vollbad wird ihr Bedarf dementsprechend steigen.

Günstige Stromtarife für Ihre Erdwärmepumpe

Viele Energieversorger, zum Beispiel Energie AG oder Wien Energie, bieten mittlerweile günstige Wärmepumpentarife. Diese gelten allerdings nur außerhalb der Spitzenzeiten und müssen nicht unbedingt die günstigsten Tarife sein. Stromanbieter vergleichen und eventuell wechseln lohnt sich hier!

Maximale Vorlauftemperatur

Eine niedrige Vorlauftemperatur spart Geld, denn mit jedem Grad weniger Vorlauftemperatur sinkt der Stromverbrauch der Wärmepumpe um bis zu 2,5 Prozent. Moderne Heizkombinationen, zB. Wärmepumpe und Fußbodenheizung, können dank ihrer großen Heizfläche mit einer Vorlauftemperatur von weniger als 45°C betrieben werden. Kleine Heizkörper, etwa in Altbauten, müssen mit einer mittleren bis hohen Vorlauftemperatur zwischen 55 und 90°C betrieben werden. Ansonsten bleiben die Wohnräume kalt. Ist etwa im Sanierungsbereich eine höhere Vorlauftemperatur erforderlich, so können Lösungen mit modernen Hochtemperatur-Wärmepumpen realisiert werden. Diese haben ein spezielles Kältemittel, mit dem auch über 60°C erreicht werden können. Apropos hohe Temperaturen: Zu hohe Vorlauftemperaturen führen nicht gleich zu überhitzten Wohnräumen, weil die Thermostate regulieren. Allerdings wird Ihr Geldbörserl unnötig belastet werden!
Bei extremen Witterungsbedingungen (sehr warmer oder kalter Winter) kann es sein, dass die Vorlauftemperatur angeglichen werden muss. Bei zB. sehr niedrigen Temperaturen muss die Vorlauftemperatur erhöht werden und vice versa. Dies kann man selbst über die Bedienelemente ohne Fachmann vornehmen.

Auslegung der Wärmequelle

Flachkollektoren dürfen nicht zu klein oder Tiefensonden zu kurz berechnet werden. Ein Kollektor ist besser zu groß als zu klein.

Pure Effizienz: Erwärmepumpe plus erneuerbare Energie

Sehr energieeffizient und ökologisch ist die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Solaranlage. Letztere deckt 70 Prozent der Warmwasserbereitung ab, während die restlichen 30 Prozent von der Wärmepumpe übernommen werden. Flächenheizungen, wie Fußboden-, Wand-, Deckenheizung, eignen sich hier ideal.
Auch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist sinnvoll, da diese unter anderem die Stromversorgung für die Wärmepumpe übernehmen kann.

 

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AutorIn:

Datum: 15.05.2019
Kompetenz: Heizung

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