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Sole-Wärmepumpe mit Tiefensonde

Sole/Wasser-Wärmepumpen funktionieren mit Sonden, für die tief ins Erdreich gebohrt werden muss. Warum es sich lohnt, in diese vergleichsweise aufwändige Wärmepumpenart zu investieren und wo sie überhaupt sinnvoll ist.

Die Sole/Wasser-Wärmepumpe ist eine Variante der Erdwärmepumpe. Wie auch die Erdwärmepumpe mit Flachkollektor nutzt sie die Wärme aus dem Boden, allerdings braucht sie dafür nicht so viel Platz. Statt oberflächennaher, horizontal verlegter Kollektoren werden Löcher ins Erdreich gebohrt, in die schmale Tiefensonden eingelassen werden. Solche Erdbohrungen sind eine heikle Angelegenheit und dürfen nur von Profiunternehmen durchgeführt werden!

 

Was ist eine Tiefensonde?

Die Tiefensonden (auch Erdwärmesonden genannt) sind senkrecht ins Erdreich eingebrachte U-förmige Kunststoffrohre. Sie sind mit einem Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch gefüllt, der sogenannten Sole. Diese zirkuliert in den Rohren und nimmt dabei die im Erdreich gespeicherte Wärme auf, die dann an die Erdwärmepumpe abgegeben wird. Was dann in Folge in der Wärmepumpe passiert, erklären wir Ihnen hier im Detail.

Wie tief muss gebohrt werden?

Wie tief die Erdsonden im Boden sein müssen, hängt von zwei Dingen ab: dem Wärmebedarf und der Wärmeleitfähigkeit des Bodens. Bei einem neuen Einfamilienhaus wird im Schnitt um die 140 Meter tief gebohrt. Es können auch mehrere Sonden eingesetzt werden. So können zu Beispiel statt einer 180 Meter tiefen Sonde zwei jeweils 90 Meter tiefe Sonden eingebracht werden. Bei Mehrfachbohrungen müssen Mindestabstände von sieben Metern zwischen den einzelnen Sonden eingehalten werden. Liegen sie zu dicht beieinander, könnte dem Boden mehr Wärme entzogen werden, als nachströmen kann. Die Folgen: Vereisung und eine kaputte Heizung.

Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Tiefensonden?

Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Tiefensonden liegen im oberen Preissegment. Rechnen können Sie mit 20 000 Euro aufwärts - je nachdem, welches Gerät ausgewählt wird und wie aufwändig die Bohrung ist. Die Betriebskosten belaufen sich auf ungefähr 750 Euro im Jahr. Die jährliche Wartung kostet ungefähr 200 Euro. Günstiger in der Anschaffung ist eine Luftwärmepumpe, ihre Betriebskosten sind aber weitaus höher.

Brauche ich eine Genehmigung für die Bohrung?

Ja! Im Idealfall vereinbaren Sie mit Ihrem Bohrunternehmer bereits bei der Planung, dass er die Genehmigung für die Erdwärmesonden einholt. Zuständige Behörde ist die Bezirkshauptmannschaft bzw. das Magistrat. Wird Ihr Antrag zum Beispiel aufgrund wasserrechtlicher Bestimmungen abgelehnt, könnte eine Erdwärmepumpe mit Flachkollekor eine Alternative für Sie sein.

Welche Vor- und Nachteile Erdwärmesonden haben

Die größten Vorteile der Sole/Wasser-Wämrepumpe mit Tiefesonde sind der geringer Platzbedarf und der das ganze Jahr hinweg konstant hohe Wirkungsgrad (JAZ von 4). Größter Nachteil ist ganz klar der Preis für die Anschaffung und Bohrarbeiten. Gerade in einem Neubau können sich diese Kosten aber schnell amortisieren, nämlich nach etwa 10 bis 15 Jahren. Und auch in einem gut gedämmten Altbau mit Flächenheizung lohnt sich die Nachrüstung einer Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Tiefensonde.

Doch auch in einem 
Altbau
 kann sich die 
Nachrüstung
 mit einer Erdwärmepumpe lohnen, für gewöhnlich sogar mehr als die mit einer Luft-Wärmepumpe. Da die Geräte höhere 
Jahresarbeitszahlen
 erreichen, mehr Wärme für den höheren Bedarf von Altbauten liefern und geringere Betriebskosten aufweisen, sind sie meist die bessere Wahl.

Mit Erdwärme kühlen

Neu- und Altbauten können dank einer Wärmepumpe mit Tiefensonde auch gekühlt werden. Ein positiver Nebeneffekt: die Sonde "regeneriert" sich, wodurch die gesamte Anlage dank der erhöhten Qelltemperatur im Winter noch effizienter wird. Wirtschafltich wenig attraktiv ist übrigens die Kombination mit einer Solaranlage. Sinnvoller ist es, die Sole/Wasser-Wärmepumpe mit einer PV-Anlage zu kombinieren, um die Stromkosten noch weiter zu senken.

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Datum: 04.01.2023
Kompetenz: Heizung

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