Wärmepumpe kann Klimaanlage ersetzen
Wärmepumpen können nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Und das tun sie viel klimafreundlicher als herkömmliche Klimaanlagen. Der Mehrpreis dafür hält sich in Grenzen. Erfahren Sie hier alles zum Kühlen mit Wärmepumpe.
Wärmepumpen sind eines der wenigen Heizsysteme, die auch zum Kühlen eingesetzt werden können. Bei der Aktivierung der Kühlfunktion im Sommer wird der Prozess der Wärmerückgewinnung kurzerhand umgedreht: Dem Wohnraum wird über die Fußboden- bzw. Wandheizung die überschüssige Wärme entzogen und - je nach - System an Grundwasser, Erdreich oder die Umgebungsluft abgegeben.
Welche Wärmepumpenarten können kühlen?
Für die Kühlung eingesetzt werden zum Beispiel Sole/Wasser-Wärmepumpen. Anstatt wie im Heizbetrieb Wärme aus der Erde aufzunehmen, wird die Wärme aus dem Wohnraum über den Kollektor ins Erdreich abgeleitet. Ein positiver Nebeneffekt: Weil die Wärme in der Erde gespeichert wird, steht dadurch mehr Wärme für den nächsten Winter zur Verfügung. Ebenfalls zum Kühlen verwendet werden können Luft-Luft-Wärmepumpen, die nichts anderes sind als Klimaanlagen - mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie klimafreundlicher arbeiten.
Was kostet eine Wärmepumpe mit Kühlung?
Die Kühlfunktion ist in modernen Kompaktgeräten häufig bereits standardmäßig integriert, ein zusätzlicher Errichtungsaufwand wie bei Klimaanlagen fällt also weg. Dafür müssen Sie in etwa 1500 Euro mehr bezahlen als für Wärmepumpen ohne Kühltechnik. Der Preis richtet sich aber auch danach, ob Sie sich für eine aktive oder passive Kühlung entscheiden.
Aktive oder passive Kühlung?
Wärmepumpen können auf zwei unterschiedliche Arten kühlen: Die aktive Kühlung funktioniert im Prinzip so wie ein Kühlschrank. Voraussetzung für das aktive Kühlen ist, dass der Kältekreis der Wärmepumpe umkehrbar ist, also die Fließrichtung des Kältemittels verändert und damit von Heizen auf aktives Kühlen gewechselt werden kann. Umweltfreundlicher und kostenschonender als das aktive Kühlen mit reversiblen Wärmepumpen ist die passive Kühlung. Hier ist die Wärmepumpe selbst außer Betrieb, es arbeiten nur die Regelung und die Umwälzpumpe. Sie leiten die überschüssige Wärme aus dem Gebäude ins Erdreich ab - dementsprechend kann eine passive Kühlung nicht mit Luftwärmepumpe erfolgen, sondern nur mit einer Erdwärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Eine Wärmepumpe mit aktiver Kühlung hat etwas höhere Investitionskosten als eine Wärmepumpe mit passiver Kühlung. Auch der Stromverbrauch ist bei der aktiven Kühlung höher, weil der Kompressor angetrieben werden muss.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Zusammen mit einer PV-Anlage auf dem Dach kühlt die Wärmepumpe Ihre Wohnräume praktisch umsonst. Denn gerade im Sommer produziert die PV-Anlage mehr Strom, als im Haushalt benötigt wird.
Welche Vorteile hat das Kühlen mit Wärmepumpe?
An heißen Sommertagen verbrauchen wir mehr Energie zum Kühlen als an kalten Wintertagen zum Heizen. Wer dabei anstatt einer herkömmlichen Klimaanlage auf eine Wärmepumpe setzt, spart dabei im Vergleich viel Geld. Denn die Wärmepumpe verbraucht weniger Strom als andere Kühlsysteme und ist im Betrieb günstiger. Bei passiver Kühlung zahlen Sie bis zu 80 Prozent weniger als mit einem Split-Klimagerät oder Kaltwassersatz, bei aktiver Kühlung bis zu 20 Prozent. Die Wärmepumpen zum Kühlen arbeiten zudem zugfrei, leise und viel klimafreundlicher als eine Klimaanlage.
Kühlt die Wärmepumpe so gut wie eine Klimaanlage?
Sieht man sich den Kühleffekt von Wärmepumpen an, schneiden sie eher schlechter ab als Klimaanlagen. Mit einer passiven Kühlung lässt sich die Raumtemperatur um drei bis vier Grad senken, eine aktive Kühlung kühlt stärker und schneller, dafür ist auch der Stromverbrauch deutlich höher. Ideal ist hier die Kombination mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage!
Ein weiterer Nachteil beim Kühlen mit einer Wärmepumpe: Bei Temperaturen unter dem Taupunkt kann es zu Taubildung kommen, das heißt, dass Wasser auf dem Fußboden oder an der Wand kondensiert. Aus diesem Grund muss der Taupunkt ständig von der Wärmepumpen-Regelung überwacht werden.
Welche Heizkörper zum Kühlen?
Das Kühlen mit der Wärmepumpe funktioniert nur mit einem passenden Heizsystem. Besonders häufig kombiniert wird die Wärmepumpenkühlung mit einer Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung. Ebenfalls verwendet werden können spezielle Gebläsekonvektoren ("FanCoils"), die mithilfe von kaltem Wasser kühle Luft produzieren und über einen Ventilator in den Raum blasen. Man erzielt damit den höchsten und vor allem einen schnell eintretenden Kühleffekt. Voraussetzung ist eine aktive Kühlung. Die Nachrüstung im Altbau ist allerdings sehr aufwändig. Zum Kühlen gänzlich ungeeignet sind konventionelle Heizkörper. Sie haben eine zu kleine Oberfläche.
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