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Photovoltaikanlagen: Alle Kosten im Überblick

Sie wollen eine Photovoltaik-Anlage für Ihr Eigenheim und fragen sich, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen? Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die Investitions- und Betriebskosten sowie Aufbauarten und Solarzellen!

 

Laut dem Marktbericht "Innovative Energietechnologien in Österreich" des Klimaschutzministeriums wurden 2021 so viele Photovoltaik-Anlagen zugebaut wie nie zuvor. Der immense Run auf den Strom aus Sonnenkraft dürfte auch in Zukunft anhalten. Aber lohnt sich die Anschaffung auch? Wie schafft man es, mit einer Photovoltaik-Anlage das Maximum an Sonnenlicht einzufangen und sie wirtschaftlich zu betreiben? Und welche Aufbauart ist mit möglichst wenig Installationsaufwand und möglichst wenig Kosten verbunden? Wir haben die Antworten.

Wie viel Photovoltaik-Anlagen kosten

Die Investitionskosten für eine neue PV-Anlage liegen ungefähr zwischen 1100 und 2000 Euro pro kWp. Wie teuer die Anlage letztendlich wird, hängt von Größe, Wirkungsgrad, Qualität und Ausführung ab. Den Großteil der Kosten (85 Prozent) machen die Komponeten aus: PV-Module, Wechselrichter, Verkabelung und Zubehör sowie ein etwaiger Stromspeicher. Der Rest enfällt auf die Montage. Die Amortisationszeit beträgt durchschnittlich etwa 10 Jahre, wobei Sie davon ausgehen können, dass die PV-Anlage 20 Jahre hält. Je mehr PV-Strom Sie direkt selbst nutzen, desto schneller amortisiert sich Ihre Investition, da der Zukauf von Strom deutlich reduziert werden kann.

 

Große PV-Anlagen zahlen sich aus!

Die spezifischen Kosten pro kWp sind bei kleinen PV-Anlagen in der Regel höher als bei größeren Anlagen. Das bedeutet für Privatpersonen, dass es sich lohnt, das Dach mit möglichst vielen PV-Modulen auszustatten. Damit ist man dann auch für die Zukunft gerüstet - Stichwort: Elektroauto oder Wärmepumpe.

Mit welchen laufenden Kosten ist zu rechnen?

Wie viel Ihre PV-Anlage im Betrieb kostet ist abhängig von Wartung und Reinigung, Versicherung und Zählermiete. Sie können mit ca. 300 Euro im Jahr rechnen.

  • Reinigung: Im Hinblick auf die Instandhaltung sind Sie gut beraten, wenn Sie im Zuge der Montage gleich einen Wartungsvertrag mit einem Fachmann abschließen. Regen reinigt die PV-Module zwar, dennoch können sich mit der Zeit Ablagerungen ansetzen. Für die jährliche Reinigung werden ca. 200 Euro veranschlagt.
  • Versicherung: Eine Versicherung der Photovoltaik-Anlage z. B. gegen Sturm- oder Hagelschäden kostet je nach Tarif zwischen 50 und 200 Euro jährlich. Nehmen Sie Ihre Anlage am besten in Ihre Gebäudeversicherung mit auf.
  • Zählermiete: In der Regel kommt noch die Zählermiete des Stromnetzbetreibers hinzu, welche zwischen 30 und 50 Euro pro Jahr beträgt.

Fördermittel heuer weiter aufgestockt

Auch wenn die Preise für private Sonnenkraftwerke in den letzten Jahren deutlich gesunken sind, braucht es ob der nach wie vor hohen Investitionskosten Anreize von Gemeinden, Bund und Ländern. Die diesjährigen Fördertöpfe sind voll, leeren sich aber schnell, wie die ersten zwei Runden des OeMAG-Fördercalls 2022 gezeigt haben. Die aktuellen Förderbeträge des Bundes im Überblick:

  • 250 Euro/kWp für 0 bis 10 kWp
  • 200 Euro/kWp für jedes weitere kWp zwischen 11 und 20 kWp
  • 150 Euro/kWp für jedes weitere kWp zwischen 21 und 50 kWp
  • 100 Euro/kWp Bonus für gebäudeintegrierte PV-Anlagen

Ein Geduldsspiel

Bevor Sie um die Investitionsförderung ansuchen, müssen Sie allerdings beim Energieversorger einen „Einspeiszählpunkt“ beantragen, um den überflüssigen Strom ins allgemeine Netz abführen zu können. Dazu muss der Netzbetreiber prüfen, ob das betreffende Netzgebiet den Strom aus den vielen neuen privaten Sonnenkraftwerken überhaupt stemmen kann. Das kann dauern. Und auch bei der Lieferung heißt es aktuell: Bitte warten! Photovoltaik-Module sind heiß begehrt. Aufgrund von Lieferengpässen und fehlendem Fachpersonal bei Monteuren und Technikern beträgt die Wartezeit sechs bis zwölf Monate (Stand: August 2022). Die Preise steigen unterdessen.

Insel- oder Netzanlage? Was eignet sich besser?

Bei einer Inselanlage wird nur der jeweilige Haushalt von der Photovoltaikanlage mit Strom versorgt. Diese Variante eignet sich gut, wenn kein Netz-Anschluss besteht, z. B. bei Hütten. Im Regelfall sinnvoller ist hingegen eine Netzanlage (= Eigenverbrauchsanlage): Sie speist den Strom, der nicht selbst im Haushalt verbraucht wird, in das Netz ein, was vom Abnehmer vergütet wird. Hierbei gibt es allerdings in manchen Regionen immer häufiger Probleme - es wird so viel überschüssiger Strom von Haushalten produziert, dass es zu Netzüberlastungen kommt und nicht eingespeist werden kann.

Insel- oder Netzanlage
Bei einer Inselanlage wird nur der jeweilige Haushalt von der Photovoltaikanlage mit Strom versorgt. Diese Variante eignet sich gut, wenn kein Netz-Anschluss besteht (z.B. bei Hütten).
 
Im Regelfall sinnvoller ist hingegen eine Netzanlage: Hier wird der Strom in das Netz eingespeist und vom Abnehmer vergütet.

Worauf bei der PV-Anlage zu achten ist

Damit Sie Ihre Photovoltaik-Anlage wirtschaftlich betreiben können, muss die Eigenverbrauchsquote möglichst hoch sein, das heißt, Sie sollten möglichst viel Solarenergie im eigenen Haushalt nutzen. Das ist immer dann der Fall, wenn die Größe Ihrer PV-Anlage möglichst gut zu Ihrem Jahresstromverbrauch und Ihrem durchschnittlichen Nutzungsverhalten (Lastprofil) passen. Am Lastprofil kann abgelesen werden, zu welcher Uhrzeit, an welchem Tag, oder auch zu welcher Jahreszeit, besonders viel Strom benötigt wird. Da die Stromerzeugung einer PV-Anlage typischerweise zu Mittag am stärksten ist, kann auf den ersten Blick bereits abgeschätzt werden, wie groß die PV-Anlagen sein sollte. Eine erste grobe Planung können Sie mit dem Sonnenklar-Rechner von PV Austria vornehmen. Beachten Sie, dass ein reales Lastprofil zum Teil deutlich von Standardlastprofilen abweichen kann!

Welches Montagesystem ist am günstigsten?

Um den Energiebedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses (4 Personen) abdecken zu können, brauchen Sie eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von mindestens 5 kWp. Das enstpricht einer Fläche von 35 bis 46 Quadratmeter. Welche Flächen eignen sich aber für die Montage von PV-Modulen? Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Aufbauarten. Für Hausbesitzer kommen vor allem die Dachmontage und die gebäudeintegriete Montage in Frage. Einfacher und günstiger als andere Montagesysteme ist meist die Aufdach-Installation, die entweder parallel zum Dach oder aufgeständert ausgeführt wird. Auch der Ertrag dieser Module ist besser, wenn diese gut hinterlüftet sind. Denn je kühler eine PV-Zelle ist, desto besser funktioniert sie.

Wie funktionieren Solarzellen?

Das zentrale Bauelement einer Photovoltaikanlage ist die Solarzelle. Sie wandelt Strahlungsenergie (Sonnenlicht) direkt in elektrische Energie um. Solarzellen erzeugen Gleichstrom bzw. Gleichspannung. Diese wird meist in Wechselspannung umgewandelt und ins Stromnetz eingespeist. Wenn kein Stromnetz vorhanden ist, wird die Energie in Batterien gespeichert. Solarzellen sind nicht zu verwechseln mit Sonnenkollektoren, die mit Hilfe der Sonne Wasser oder Luft erwärmen.

Wie viel kosten Solarzellen?

Ein wesentlicher Kostenfaktor sind neben dem Wechselrichter und einem optionalen Stromspeicher die PV-Module. Hier gibt es unterschiedliche Technologien und unterschiedliche Zellmaterialien. Unter den Zellmaterialien haben Siliziumzellen und Dünnschichtzellen den höchsten Wirkungsgrad.

Bei den Siliziumzellen gibt es zwei Gruppen: monokristalline Silizium-Zellen mit einem Wirkungsgrad von 26 Prozent sowie polykristalline Silizium-Zellen mit einem Wirkungsgrad von 23 Prozent (beide Werte unter Laborbedingungen). Polykristalline Module waren lange Zeit am weitesten verbreitet, weil sie günstiger waren als monokristalline Zellen. Letztere sind effizienter, heißt vereinfacht, sie holen mehr Strom aus dem Sonnenlicht. Mittlerweile sinkt der Preis für monokristalline Zellen, weshalb sie immer häufiger eingesetzt werden. Dünnschichtzellen unterscheiden sich von den beiden Erstgenannten dadurch, dass sie etwa hundert Mal dünner sind und dadurch für viele Einsatzbereiche in Frage kommen - von aufrollbaren Flächen auf Rucksäcken bis hin zu Großflächenanlagen. Ihr Wirkungsgrad liegt bei 14 bis 23 Prozent. Einen sehr hohen Wirkungsgrad, bis zu 47 Prozent, erreichen die Mehrfachsolarzellen, allerdings sind sie in der Herstellung sehr teuer.

AutorIn:
Datum: 25.08.2022
Kompetenz: Energie

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