Eine Person sitzt mit einem Kind auf einem Holzdeck im Freien neben einem kleinen runden Tisch und Sitzsäcken. Das darüberliegende Dach ist mit Solarpanels bedeckt. Der Hintergrund zeigt grüne Bäume.

Eine Person sitzt mit einem Kind auf einem Holzdeck im Freien neben einem kleinen runden Tisch und Sitzsäcken. Das darüberliegende Dach ist mit Solarpanels bedeckt. Der Hintergrund zeigt grüne Bäume. © BRAMAC-Dachsysteme-International-GmbH

Photovoltaikanlagen: Alle Kosten auf einen Blick

Sie wollen eine Photovoltaik-Anlage für Ihr Eigenheim und fragen sich, was das ungefähr kostet? Wir sagen es Ihnen: Hier erhalten Sie einen Überblick über die Kosten für Kauf und Betrieb von PV-Anlagen und die Antworten auf die wichtigsten Fragen!

In den letzten Jahren wurden so viele Photovoltaik-Anlagen errichtet wie nie zuvor. Der immense Run auf den Strom aus Sonnenkraft hat mittlerweile etwas nachgelassen, die Nachfrage nach PV-Anlagen ist aber nach wie vor groß. Aber lohnt sich die Anschaffung tatsächlich? Wie schafft man es, mit einer Photovoltaik-Anlage das Maximum an Sonnenlicht einzufangen und sie wirtschaftlich zu betreiben? Und welche Aufbauart ist mit möglichst wenig Installationsaufwand und möglichst wenig Kosten verbunden? Wir haben die Antworten.

Tipp:

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet eine PV-Anlage zwischen 5 und 8 kWp plus Stromspeicher 21 000 bis 24 000 Euro. Ohne Stromspeicher 11 000 bis 15 000 Euro (inkl. Montage).

Wie viel kostet eine Photovoltaik-Anlage?

Die Investitionskosten für eine neue PV-Anlage liegen ungefähr zwischen 1100 und 2000 Euro pro kWp. Wie teuer die Anlage letztendlich wird, hängt von Größe, Wirkungsgrad, Qualität und Ausführung ab. Den Großteil der Kosten (85 Prozent) machen die Komponenten aus: PV-Module, Wechselrichter, Verkabelung und Zubehör sowie ein etwaiger Stromspeicher. Der Rest entfällt auf die Montage. Die Amortisationszeit beträgt durchschnittlich etwa 10 Jahre, wobei Sie davon ausgehen können, dass die PV-Anlage 20 Jahre hält. Je mehr PV-Strom Sie direkt selbst nutzen, desto schneller amortisiert sich Ihre Investition, da der Zukauf von Strom deutlich reduziert werden kann.

Warum sind große PV-Anlagen günstiger?

Die Kosten pro kWp sind bei kleinen PV-Anlagen in der Regel höher als bei größeren Anlagen. Das bedeutet für Privatpersonen, dass es sich lohnt, das Dach mit möglichst vielen PV-Modulen auszustatten. Damit ist man dann auch für die Zukunft gerüstet - Stichwort: Elektroauto oder Wärmepumpe.

Mit welchen laufenden Kosten ist zu rechnen?

Wie viel Ihre PV-Anlage im Betrieb kostet, ist abhängig von Wartung und Reinigung, Versicherung und Zählermiete. Sie können mit ca. 300 Euro im Jahr rechnen.

  • Reinigung: Im Hinblick auf die Instandhaltung sind Sie gut beraten, wenn Sie im Zuge der Montage gleich einen Wartungsvertrag mit einem Fachmann abschließen. Regen reinigt die PV-Module zwar, dennoch können sich mit der Zeit Ablagerungen ansetzen. Für die jährliche Reinigung werden ca. 200 Euro veranschlagt.
  • Versicherung: Eine Versicherung der Photovoltaik-Anlage, z. B. gegen Sturm- oder Hagelschäden, kostet je nach Tarif zwischen 50 und 200 Euro jährlich. Nehmen Sie Ihre Anlage am besten in Ihre Gebäudeversicherung mit auf.
  • Zählermiete: In der Regel kommt noch die Zählermiete des Stromnetzbetreibers hinzu, welche zwischen 30 und 50 Euro pro Jahr beträgt.

Gibt es Förderungen für PV-Anlagen? Womit kann ich hier rechnen?

Auch wenn die Preise für private Sonnenkraftwerke in den letzten Jahren deutlich gesunken sind, braucht es ob der nach wie vor hohen Investitionskosten Anreize von Gemeinden, Bund und Ländern. Eine PV-Anlage mit 10 kWp kostet rund 20 000 Euro. Gefördert werden Anlagen dieser Größe mit 250 Euro pro kW. Sie bekommen also 2800 Euro Investitionsförderung. Die Fördertöpfe sind voll, leeren sich jedoch schnell, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben.Welche Förderungen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stehen, erfahren Sie hier.

Bekomme ich zurzeit überhaupt eine PV-Anlage? Die Nachfrage ist ja riesig!

Die Zeiten von Lieferengpässen bei PV-Modulen sind vorüber. Dafür muss man an einer anderen Stelle mit etwas Wartezeit rechnen: Bevor Sie um die Investitionsförderung ansuchen, müssen Sie beim Energieversorger einen Einspeiszählpunkt beantragen, damit Sie den überflüssigen Strom ins allgemeine Netz einspeisen können. Dazu muss der Netzbetreiber prüfen, ob das betreffende Netzgebiet den Strom aus den vielen neuen privaten Sonnenkraftwerken überhaupt stemmen kann. Und das kann dauern. In manchen Regionen müssen PV-Anlagen-Besitzer zwei Jahre oder länger auf die Behebung von Netzengpässen warten.

Was ist besser? Eine Insel- oder eine Netzanlage?

Bei einer Inselanlage wird nur der jeweilige Haushalt von der Photovoltaikanlage mit Strom versorgt. Diese Variante eignet sich gut, wenn kein Netz-Anschluss besteht, z. B. bei Hütten. Im Regelfall sinnvoller ist hingegen eine Netzanlage (= Eigenverbrauchsanlage): Sie speist den Strom, der nicht selbst im Haushalt verbraucht wird, in das Netz ein, was vom Abnehmer vergütet wird. Hierbei gibt es allerdings in manchen Regionen immer häufiger Probleme - es wird so viel überschüssiger Strom von Haushalten produziert, dass es zu Netzüberlastungen kommt und nicht eingespeist werden kann.

Tipp:

Mit dem Photovoltaik-Rechner der Österreichischen Energieagentur können Privatpersonen schnell abschätzen, ob eine netzgekoppelte Photovoltaik-Anlage im Neubau oder bei Sanierung wirtschaftlich ist.

So betreiben Sie Ihre PV-Anlage wirtschaftlich

Damit Sie Ihre PV-Anlage wirtschaftlich betreiben können, muss die Eigenverbrauchsquote möglichst hoch sein, das heißt, Sie sollten möglichst viel Solarstrom im eigenen Haushalt nutzen. Das tun Sie dann, wenn die Größe Ihrer PV-Anlage möglichst gut zu Ihrem Jahresstromverbrauch und Ihrem durchschnittlichen Nutzungsverhalten (Lastprofil) passt. Am Lastprofil kann abgelesen werden, zu welcher Uhrzeit, an welchem Tag oder auch zu welcher Jahreszeit besonders viel Strom benötigt wird. Da die Stromerzeugung einer PV-Anlage zu Mittag am stärksten ist, kann auf den ersten Blick bereits abgeschätzt werden, wie groß die PV-Anlagen sein sollte. Eine erste grobe Planung können Sie mit dem Sonnenklar-Rechner von PV Austria vornehmen. Beachten Sie, dass ein reales Lastprofil zum Teil deutlich von Standardlastprofilen abweichen kann!

Welches Montagesystem für PV-Anlagen ist am günstigsten?

Um den Energiebedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses (4 Personen) abdecken zu können, brauchen Sie eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von mindestens 5 kWp. Das entspricht einer Fläche von 35 bis 46 Quadratmeter. Welche Flächen eignen sich aber für die Montage von PV-Modulen? Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Aufbauarten. Für Hausbesitzer kommen vor allem die Dachmontage und die gebäudeintegriete Montage in Frage. Einfacher und günstiger als andere Montagesysteme ist meist die Aufdach-Installation, die entweder parallel zum Dach oder aufgeständert ausgeführt wird. Auch der Ertrag dieser Module ist besser, wenn diese gut hinterlüftet sind. Denn je kühler eine PV-Zelle ist, desto besser funktioniert sie.

Wie funktionieren eigentlich Solarzellen?

Das zentrale Bauelement einer Photovoltaikanlage ist die Solarzelle. Sie wandelt Strahlungsenergie (Sonnenlicht) direkt in elektrische Energie um. Solarzellen erzeugen Gleichstrom bzw. Gleichspannung. Diese wird meist in Wechselspannung umgewandelt und ins Stromnetz eingespeist. Wenn kein Stromnetz vorhanden ist, wird die Energie in Batterien gespeichert. Solarzellen sind nicht zu verwechseln mit Sonnenkollektoren, die mithilfe der Sonne Wasser oder Luft erwärmen.

Wie viel kosten Solarzellen und welche Arten gibt es?

Ein wesentlicher Kostenfaktor sind neben dem Wechselrichter und einem optionalen Stromspeicher die PV-Module. Die Preise für ein Solarmodul variieren je nach Größe, Leistung und Art des Moduls zwischen 150 und 350 Euro.

Es gibt unterschiedliche Technologien und unterschiedliche Zellmaterialien. Unter den Zellmaterialien haben Siliziumzellen und Dünnschichtzellen den höchsten Wirkungsgrad. Bei den Siliziumzellen gibt es zwei Gruppen: monokristalline Silizium-Zellen mit einem Wirkungsgrad von 26 Prozent sowie polykristalline Silizium-Zellen mit einem Wirkungsgrad von 23 Prozent (beide Werte unter Laborbedingungen). Polykristalline Module waren lange Zeit am weitesten verbreitet, weil sie günstiger waren als monokristalline Zellen. Letztere sind effizienter, heißt vereinfacht, sie holen mehr Strom aus dem Sonnenlicht. Mittlerweile sinkt der Preis für monokristalline Zellen, weshalb sie immer häufiger eingesetzt werden. Dünnschichtzellen unterscheiden sich von den beiden Erstgenannten dadurch, dass sie etwa hundert Mal dünner sind und dadurch für viele Einsatzbereiche in Frage kommen - von aufrollbaren Flächen auf Rucksäcken bis hin zu Großflächenanlagen. Ihr Wirkungsgrad liegt bei 14 bis 23 Prozent. Einen sehr hohen Wirkungsgrad, bis zu 47 Prozent, erreichen die Mehrfachsolarzellen, allerdings sind sie in der Herstellung sehr teuer.

Redaktion
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