Blumenwiese mit weißen Margeriten, auf einer sitzt ein kleiner blauer Käfer, auf der anderen Blüte ein Kleiner Perlmuttfalter, knallorange mit schwarzen Tupfen

Blumenwiese mit weißen Margeriten, auf einer sitzt ein kleiner blauer Käfer, auf der anderen Blüte ein Kleiner Perlmuttfalter, knallorange mit schwarzen Tupfen © CHAINFOTO24/shutterstock.com

Der Naturgarten

Insekten, Tieren und Pflanzen einen natürlichen Lebensraum und Rückzugsort zur Verfügung stellen. Einfach eins sein mit der Natur, ohne große Einschränkungen für das Wachstum - das macht den Naturgarten oder Ökogarten aus.

Was ist ein Naturgarten?

Naturnahe Gärten müssen nicht verwildert oder waldähnlich ausfallen, sie können durchaus auch familienfreundlich und praktisch "nutzbar" gestaltet sein. Nicht zuletzt, weil die Variante des Wildgartens gerade für die angrenzenden Nachbarn zur Herausforderung werden kann. Eine gute Mischung ist also wohl die interessanteste und realistischste Lösung für den Privatbereich.

Spitzmaus hält Himbeere zwischen den Vorderpfoten und blickt nach rechts. Grashalm und Blätter im Hintergrund der Maus.

Spitzmaus hält Himbeere zwischen den Vorderpfoten und blickt nach rechts. Grashalm und Blätter im Hintergrund der Maus. © Eduard Kyslynskyy/shutterstock.com

Welche Pflanzen für die "wilde" Variante?

Aus ökologischer Sicht ist der Wildgarten besonders empfehlenswert. Ausschließlich heimische Wildpflanzen locken heimische Wildtiere, Insekten und Krabbler an. Den Garten sich selbst überlassen funktioniert aber nicht. Mitunter steckt in diesem Gartentyp sogar mehr Arbeit als in so manchem Ziergarten. Auch sollte Ihnen klar sein, dass die wilden Besucher - von Spitzmaus und Wühlmaus über Maikäfer und zahlreiche Spinnentiere bis hin zur unendlichen Vielfalt an Insekten wie Bienen, Hornissen, Wespen und Schmetterlingen Zäune und Hecken als Grenze oder Barriere nicht anerkennen, und sich entsprechend auch auf die Nachbargrundstücke "verirren"... besser also, wenn auch Ihr Nachbar ein ausgesprochener Naturliebhaber ist. Was die typische Bepflanzung angeht, sollten Sie im Wildgarten auf heimische Kräuter, Stauden, Sträucher und Blumen setzen. Von den Wildblumen wie Kornblume, Klatschmohn, wilde Malve oder das Wiesen-Schaumkraut über Schafgarbe und den Fingerhut bis zum Holunderstrauch oder die Schlehe. Nicht fehlen dürfen auch Totholz, Steinhaufen oder kleine Wasserstellen, um Lebensräume für die Insekten und Tiere zu schaffen. Auf chemische Düngemittel und Pestizide ist zu verzichten, um die natürliche Balance zu erhalten.

Schwarzbeeren und Preiselbeeren in Großaufnahme. Preiselbeeren noch nicht ganz reif. Bestimmende Farben blau, rot und grün in Schattierungen

Schwarzbeeren und Preiselbeeren in Großaufnahme. Preiselbeeren noch nicht ganz reif. Bestimmende Farben blau, rot und grün in Schattierungen © FotograFFF/shutterstock.com

Welche Pflanzen für die "naturnahe" Variante?

Als eine Art gezähmter Urwald könnte die abgeschwächte Form des Wildgartens, der eigentliche Naturgarten oder Ökogarten, bezeichnet werden. Um diesen Gartentyp authentisch umzusetzen, müssen Sie aber nicht gleich ganze Wälder oder Feuchtgebiete nachbauen, es reicht, den Garten für die Flora und Fauna einladend zu gestalten, ihn einfach so natürlich wie möglich zu halten. Setzen Sie dafür auf heimische Pflanzen. Ziel ist es, auf nachhaltige Weise zu bebauen und dabei besonders schonend mit den Ressourcen Wasser und Boden umzugehen. Alles Material - organisch wie mineralisch - soll sich möglichst im Kreislauf befinden, die daraus erschaffenen Elemente sich selbst regulieren.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Besonders gut geeignet für den Naturgarten sind die Kuhschelle, Seidelbast, Schwertlilien, Wildrosen, Sonnenblumen und Gänseblümchen. An Kräutern eignen sich Schafgarbe, Eisenhut, Frauenmantel, Brennnessel, Kamille und Beeren wie Walderdbeeren, Himbeeren und schwarze Johannisbeere.

Im Naturgarten finden sich vor allem heimische Pflanzen, die eher wenig Pflege brauchen, da sie perfekt an ihr Lebensumfeld angepasst, ja in dieses integriert sind. Sie sind zwar durchaus auch zu den Zierpflanzen zu zählen, haben aber einen Mehrwert für die Tiere, weil sie Nektar, Pollen und Früchte liefern. Wildgehölze und Beeren wie Weiß- oder Rotdorn dürfen daher in diesem Gartentyp nicht fehlen. Sie geben den Vögeln fast das ganze Jahr über Nahrung und bieten aufgrund ihrer Wuchsart Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeiten.

Bäume gibt es im naturnahen Garten eher wenige, wenn Sie aber welche möchten, dann greifen Sie zu langsam wachsenden Sorten, die eher klein bleiben. Dominieren sollten im Ökogarten vielmehr Flächen mit Bodendeckern, die Unterschlupf und Schutz bieten.

zwei Holzlehnsessel stehen auf trockenem, gemähtem Feld, Zwei Holzstämme als Tisch stehen daneben, auf einem ein Blechkübel mit schönen Blumen. Es wirkt sommerlich heiß

zwei Holzlehnsessel stehen auf trockenem, gemähtem Feld, Zwei Holzstämme als Tisch stehen daneben, auf einem ein Blechkübel mit schönen Blumen. Es wirkt sommerlich heiß © Natnan Srisuwan/shutterstock.com

Welche Möbel für den Naturgarten?

Die Sitzmöbel sind aus möglichst naturbelassenem Holz, die Terrasse aus Naturstein oder einfachen Betonplatten gepflastert. Für Sonnenschutz im Naturgarten sorgt ein kleiner Baum oder großer Strauch. Künstliche Beschattung schaffen Sie mit einem raffbaren Leinensegel, das auf ein Holzgestell gespannt wird. Nicht fehlen sollten Rankgitter für verschiedenste Kletterpflanzen, die an der Hauswand angebracht oder frei als zusätzlicher Sichtschutz aufgestellt werden. Auf den Grill brauchen Sie nicht zu verzichten, besonders harmonisch wirkt eine gemauerte Variante oder die offene Feuerstelle mit Gitterrost. Möglichst wilde Hecken, die erwähnten Trockenmauern oder Lärchenzäune bilden die Einfriedungen und der Rasen ist eher Blumenwiese denn Fußballfeld. Der durch Steine oder Holzbretter begrenzte Komposthaufen darf natürlich auch nicht fehlen, er bietet zahlreichem Getier eine Heimat.

Veronika Kober
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