Hilfe Hausstauballergie! Was tun?
Der Pricktest hat ergeben, dass Sie oder Ihr Kind eine Allergie gegen Hausstaubmilben hat? Wir sagen Ihnen, was das bedeutet, welche Maßnahmen und Medikamente helfen und was Hausstaubmilben überhaupt sind.
Hausstauballergie, Stauballergie, Milbenallergie: Die Namen sind verschieden, das Ergebnis immer das gleiche: Verstopfte Nase, Niesanfälle, juckende Haut, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, brennende Augen. Millionen Menschen leiden unter einer Allergie gegen Hausstaubmilben. Die winzigen Spinnentiere und ihre Ausscheidungen können von ganz leichten bis hin zu den Alltag stark beeinträchtigende, quälende Symptome verursachen. Doch es gibt wirksame Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Erfahren Sie hier alles Wichtige über Ursachen, Symptome und Behandlung der Hausstaubmilbenallergie sowie praktische Tipps für den Alltag.
Was verursacht die Allergie? Wo sind diese Hausstaubmilben?
Entgegen der landläufigen Meinung ist nicht der Hausstaub selbst für die allergischen Reaktionen verantwortlich. Vielmehr reagieren Betroffene auf gewisse Eiweißbestandteile im Kot der Hausstaubmilben. Diese mikroskopisch kleinen Spinnentiere leben überall dort, wo sich Menschen aufhalten und sie genügend zu fressen haben. Besonders lieben sie Matratzen, Polstermöbel und Teppiche.
Die Allergene aus dem Milbenkot vermischen sich mit dem Hausstaub und werden so in der ganzen Wohnung verteilt. Beim Einatmen gelangen sie auf die Schleimhäute und lösen bei Allergikern eine überschießende Immunreaktion aus.
Welche Symptome deuten auf eine Hausstaubmilbenallergie hin?
Wie bereits erwähnt, kann sich eine Hausstauballergie in vielen unterschiedlichen Schweregraden manifestieren. Die folgenden Beschwerden können auf eine Allergie gegen Hausstaubmilben hindeuten:
• dauernd verstopfte oder laufende Nase
• häufiges Niesen
• juckende, tränende Augen
• Husten und Atembeschwerden
• Hautreaktionen wie Juckreiz
• Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Charakteristisch ist, dass die Symptome besonders morgens nach dem Aufwachen und in geschlossenen Räumen auftreten. In der Heizperiode verstärken sich die Beschwerden oft, da trockene Heizungsluft die Allergene zusätzlich aufwirbelt.
Wie wird eine Hausstauballergie diagnostiziert?
Sie haben eines oder mehrere der oben genannten Symptome und denken, Sie könnten eine Allergie gegen Hausstaubmilben(kot) haben? Wirklich Aufschluss darüber kann nur ein Allergietest geben. Um eine Allergie gegen Hausstaubmilben festzustellen, führt der HNO-Arzt oder Allergologe in der Regel als Erstes ein Anamnesegespräch über die Beschwerden, wann und wo sie auftreten und wie sie sich äußern. Dann führt er einen sogenannten Pricktest auf der Haut durch, veranlasst bei Bedarf noch eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper oder einen Provokationstest an Nase oder Augen.
Wie kann eine Allergie gegen Hausstaubmilben behandelt werden?
Haben Sie eine gesicherte Diagnose, so können Sie auf unterschiedliche Weise gegen die Allergie vorgehen. Die Therapie einer Hausstaubmilbenallergie basiert dabei auf folgenden drei Säulen:
- Vermeidung des Allergens: Ziel ist es, den Kontakt mit Milbenallergenen so weit wie möglich zu minimieren. Eine vollständige Allergenkarenz ist gerade in diesem Fall leider unrealistisch. Eine starke Reduktion verringert aber die Sensibilisierung, Beschwerden und den Bedarf an Medikamenten.
- Medikamentöse Behandlung: Antihistaminika lindern schnell und effektiv die allergischen Beschwerden, indem sie die überschießende Immunreaktion und Histaminfreisetzung unterdrücken. Sie behandeln jedoch nicht die Ursache der Allergie, sodass die Symptome nach Absetzen der Medikamente leider wieder auftreten. Zudem besteht das Risiko von Nebenwirkungen. Antihistaminika und Co sollten nicht auf Dauer und nicht in zu hohen Dosen konsumiert werden!
- Hyposensibilisierung: Für eine dauerhafte Besserung empfiehlt sich auch eine Hyposensibilisierung. Dabei wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt. So eine „Impfung“, nicht anderes ist diese Sensibilisierung eigentlich, dauert bis zu drei Jahre. Lassen Sie sich von einem HNO-Arzt oder Allergologen dazu beraten! Gerade bei Kindern, Menschen mit wenigen Allergien und all jenen, bei denen die Allergie erst kürzlich zum ersten Mal aufgetreten ist, verspricht sie sehr gute Ergebnisse.
Was kann ich persönlich tun? 10 Tipps gegen Hausstaubmilben
Eine Allergie gegen Hausstaubmilben kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Mit der richtigen Diagnose, gezielter Behandlung und konsequenter Allergenvermeidung lassen sich die Beschwerden aber recht gut in den Griff bekommen.
Mit diesen Maßnahmen reduzieren Sie die Milbenbelastung in Ihrer Wohnung:
- Regelmäßig lüften und Luftfeuchtigkeit unter 60 % halten
- Glatte Böden statt Teppichboden, generell auf Teppiche im Schlafzimmer verzichten
- Matratzen mit milbendichten Bezügen (Encasings) schützen
- Bettwäsche wöchentlich bei mind. 60 °C waschen
- Staubsauger mit HEPA-Filter verwenden
- Plüschtiere regelmäßig waschen oder einfrieren
- Auf Staubfänger wie Vorhänge verzichten
- Schlafzimmer kühl (unter 20 °C) halten
- Luftreiniger mit HEPA-Filter aufstellen
- Polstermöbel regelmäßig absaugen
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