Faserstaub © Gunnar Pippel/shutterstock.com

Haus- und Faserstaub: Staubsaugen allein reicht nicht

Es gibt viel zu beachten, wenn Sie mehr oder weniger staubfrei wohnen möchten. Nur saugen und putzen ist dabei zu wenig. Was Sie gegen Haus- und Faserstaub tun können und warum das so wichtig ist - wir haben die wichtigsten Infos und Tipps!

90 Prozent unserer Zeit verbingen wir in Innenräumen. Die Luft, die wir hier einatmen, hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit - je höher die Innenraumverschmutzung, desto gesundheitlich belastender ist sie für uns Menschen. Insbesondere der Hausstaub ist ein Indikator dafür, welche Umweltschadstoffe (z. B. Pestizide, Schwermetalle, Allergene) wir über die Atmung, aber auch über den Magen- / Darmtrakt oder über die Haut aufnehmen. Auf natürliche Abbauvorgänge durch Wasser, Licht und Mikroorganismen, wie sie im Freiland stattfinden, können wir uns im Innenraum nicht verlassen. Was also tun gegen Hausstaub? Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie, damit Sie Ihre Wohnräume möglichst staub- und schadstofffrei halten.

Warum ensteht Hausstaub?

Die Aufnahme des Staubs durch Einatmen, Aufnahme über den Magen- / Darmtrakt oder
über Hautkontakt kann ein wesentlicher Belastungspfad des Menschen mit Pestiziden,
Schwermetallen und Allergenen sein (ROBERTS and DICKEY, 1995). Die berechnete Aufnahmemenge eines Kleinkinds an Hausstaub beträgt 0,02 bis 0,2 g / Tag und ist etwa doppelt so hoch wie die Aufnahmemenge eines Erwachsenen. Manche Kleinkinder essen häufig
Staub oder Erde und können so bis zu 10 g Staub aufnehmen (CALABRESE und STANEK,
1991). 

Hausstaub besteht größtenteils aus natürlichen und künstlichen Fasern sowie biologischen Verunreinigungen, etwa durch Hautschuppen von Menschen und Haustieren. Ein Teil des Staubs in Innenräumen gelangt von außen ins Haus oder in die Wohnung: beim Lüften, aber auch über unsere Kleidung und Schuhe. In den Wohnräumen selbst ensteht er beim Handwerken, Backen, Kochen oder beim Rauchen. Rußende Kerzen und Geräte wie Toaster und Laserdrucker sind ebenfalls Staubquellen. Im Winter trägt die Heizung zur Staubentwicklung bei. Hausstaub und damit verbundene Allergene gibt es somit in jedem Haushalt. Ihr Vorkommen hat nichts mit gutem oder schlechtem Reinigen zu tun! Trotz größter Reinlichkeit lassen sich zum Beispiel Hausstaubmilben aus textilen Einrichtungsgegenständen nicht vollkommen eliminieren.

Neben den Hausstaub gibt es noch den sogenannten Faserstaub. Faserstäube sind in der Luft überall verbreitet. Sie bestehen aus einer Vielzahl von anorganischen (z. B. Asbest, künstliche Mineralfasern) und - häufiger nachzuweisen - organischen Fasern (z. B. Schafwolle, Tierhaare und Zellulosefasern). Mineralische Fasern sind im Bereich der Wärmedämmung nahezu unverzichtbar, sind in den letzten Jahren aufgrund ihrer lungengängigen Feinstfasern aber in Diskussion geraten.

Wie Sie Hausstaub vermeiden

Vier einfache Methoden, um Hausstaub entgegenzuwirken:

  • Regelmäßig lüften! Es gelangt dadurch viel mehr Staub aus der Wohnung hinaus als von außen hinein.
  • Feucht wischen! Das bindet den Staub besser. Möbel, Gegenstände und Spielzeug sollten regelmäßig abgewischt werden.
  • Luftreiniger aufstellen! Er kann dabei helfen, den Hausstaub zu verringern.
  • Einen effizienten Staubsauger verwenden! Insbesondere für Allergiker unverzichtbar: ein Staubsauger mit HEPA-Filter.
  • Teppiche jährlich  mit Dampf reinigen!

Weg mit alten Teppichen und Polstermöbeln

Das Problem mit alten Teppichen und Polstermöbeln? Sie weisen höhere Gehalte an Staub, Blei, Pestiziden, krebserregenden Stoffen und Allergenen auf als neuere Teppiche und Polstermöbel. Die Menge an Staub pro Quadratmeter Boden kann auf einem alten Teppichboden gar 400 mal höher sein als auf einem Boden ohne Teppichbelag. Herkömmliches Staubsaugen hilft nur bedingt: die Staubbelastung eines Teppichs kann in vielen Fällen lediglich um 10 - 20 Prozent verringert werden. Vor allem Allergiker legen sich also lieber keinen Teppichboden zu und ersetzen Polstermöbel durch Holz- oder Kunststoffmöbel. Ist dies nicht möglich, sollten regelmäßig spezielle Reinigungssprays (Akarizide) zum Einsatz kommen, um Milben abzutöten.

Wie oft sollte man staubsaugen?

Wie oft man zum Staubsauger greifen sollte, hängt zum einen vom Bodenbelag und zum anderen natürlich vom Verschmutzungsgrad ab. Echtes Parkett und andere Naturböden sollten so selten wie möglich feucht gereinigt werden, im Falle von Fliesen und Laminat ist eine wöchentliche Reinigung sinnvoll, damit der Boden immer sauber und hygienisch ist. EinTeppichboden kann nie so gut gesäubert wie einen Boden, der feucht gewischt werden kann, weshalb ein Teppichboden zweimal pro Woche gesaugt werden sollte. Bei viel Schmutz und Tierhaaren auch öfter. Wie oft der Staubsaugerbeutel gewechselt werden muss, kann pauschal nicht beantwortet werden. Es kommt darauf an, wie oft die Wohnung gesaugt wird, und welche Art des Schmutzes beseitigt wird. Als Faustregel gilt, den Beutel alle zwei Monate zu wechseln.

Wann öfter gesaugt werden sollte...

Leben Babys und Kleinkinder im Haushalt, sollte man öfter zum Staubsauger greifen. Die Kleinen befinden sicn nämlich näher am Boden und somit näher am abgelagerten Staub, den sie durch Einatmen sowie durch Hand- und Mundkontakt mit Spielzeugen aufnehmen - mit 0,02 bis 0,2 g Hausstaub pro Tag etwa doppelt so viel wie Erwachsene! Babys und Kleinkinder haben zudem eine schnellere Stoffwechselrate und eine größere Oberfläche im Vergleich zum Körpergewicht. Ihr Organismus ist gegenüber den toxischen Wirkungen von Umweltschadstoffen aufgrund von Wachstums- und Entwicklungsvorgängen besonders empfindlich. Denken Sie auch daran, Stofftiere zu reinigen! Die hohe Milbenbelastung verursacht oft Probleme bei Kindern. Stecken Sie die Stofftiere 24 Stunden ins Tiefkühlfach und reinigen Sie sie anschließend mit dem Staubsauger. Alternativ geben Sie sie in den Wäschetrockner (1 Stunde, bei 60 Grad).

Staubsauger mit oder ohne Beutel - was ist besser?

Wollen Sie einen neuen Staubsauger kaufen, stehen Ihnen zwei Arten zur Auswahl: Beutelstaubsauger und beutellose Staubsauger. Letztere arbeiten mit dem Zyklonen-Prinzip, die Beutelstaubsauger hingegen reinigen die eingesaugte Luft über mehrlagige luftdurchlässige Filterbeutel. Ihre Entscheidung für ein bestimmtes Gerät sollte davon abhängen, welche Böden Sie damit reinigen wollen, wie große die zu reinigende Fläche ist und wie schwer der Staubsauger sein darf. Werfen Sie außerdem jedenfalls einen Blick auf die EU-Energie-Label für Staubsauger. Hier werden die Werte für Energieeffizienzklasse, Reinigungsklassen für Teppiche und Hartböden, Staubemissionsklasse und Geräuschemissionen übersichtlich und einfach dargestellt. Mehr zum richtigen Staubsauger erfahren Sie hier.

Andere Staubsaugerarten

Immer beliebter werden Staubsaugerroboter.Für Allergiker interessant sind Staubsauger mit Wasserfilter. Sie unterscheiden sich zu den Staubsaugern mit Beutel, Staubboxen oder Zyklon darin, dass die Geräte den Staub über ein Wasserbad aus der angesaugten Luft herausfiltern. Bakterien, Milben und Pollen werden im Wasser gebunden und können nicht mehr über die Abluft zurück in den Raum gelangen. Wasserfilterstaubsauger erhöhen außerdem die Luftfeuchtigkeit und verbessern das Raumklima.

Worauf Sie bei einer Hausstauballergie achten sollten

Liegt Saub lange herum, bildet sich ein regelrechtes Kleinstbiotop und damit gute Voraussetzungen für eine Hausstauballergie. Neben Hautschuppen, Pollen und verschiedenen Arten von Schimmelsporen enthält Hausstaub ein Allergen, dass bei vielen Menschen zu Symptomen an den Schleimhäuten und Atemwegen führt: die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe. In einem Gramm Hausstaub aus Polster oder Matratze befinden sich, je nach Milbenbelastung, rund 10.000 solcher Kotbällchen. Sie zerfallen, werden mit dem Hausstaub in aufgewirbelt und eingeatmet. Die höchsten Milbenkonzentrationen werden in Schlafräumen - Bettdecken, Kopfkissen und Matratzen - gefunden, weshalb man sich vor allem auf den Bettbereich konzentrieren sollte, will man die Hausstaubmilben bekämpfen:

  • Halten Sie die Temperatur im Schlafzimmer bei ca. 18°-20°C und die Luftfeuchte unter 50 Prozent! Hohe Luftfeuchtigkeit und Raumtemperaturen von über 22 Grad schaffen für Milben optimale Lebensbedingungen.
  • Tauschen Sie alte Matratzen (älter als 10 Jahre) aus!
  • Schaffen Sie milbendichte Bezüge an! Effektive Bezüge sind nicht billig, aber sind günstigen Produkten unbedingt vorzuziehen. Wenn Sie keine milbendichte Bezüge kaufen können, dann verwenden Sie nur Bettdecken und Pölster, die bei mindestens 60 Grad waschbar sind.
  • Vermeiden Sie Teppiche und Zimmerpflanzen im Schlafzimmer!
  • Verzichten Sie auf Staubfänger wie schwere Vorhänge, Überwurfdecken und Zierpölster!

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Datum: 19.10.2021
Kompetenz: Schlafen und Gesundheit

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