Kilowatt Peak: Was wird damit gemessen?
Photovoltaikanlagen gibt es in den unterschiedlichsten Versionen und Größen. Genauso verschieden kann demnach auch die Leistungsfähigkeit einer Anlage sein. Gemessen wird sie in Kilowatt Peak. Doch was bedeutet das eigentlich? Wir klären auf!
Kilowatt-Peak (kWp) ist ein besonderes Maß, das ausschließlich zur Messung der Leistung von Photovoltaikanlagen verwendet wird. Normalerweise wird elektrische Leistung nämlich in Watt gemessen, wobei 1.000 Watt ein Kilowatt ergeben.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus reichen drei bis fünf kWp. Wenn Schwimmbecken, Klimaanlage o. Ä. betrieben werden sollen, bedarf es entsprechend mehr.
Maß für die Leistung von Photovoltaikanlagen
Das Kürzel kWp (=Kilowatt Peak) macht Angaben über die Leistung einer Solaranlage. Anders gesagt: Kilowatt Peak ist das Maß für die Leistung einer PV-Anlage, das angibt, welche Höchstleistung in Kilowatt (kW) eine Photovoltaikanlage erbringen kann. Die Spitzenleistung erreicht eine Anlage bei optimaler Sonneneinstrahlung an schönen Sommertagen zur Mittagszeit. PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern haben meist eine Leistung zwischen 4 und 10 kWp (enstpricht 10 bis 36 Photovoltaikmodulen). Der typische Anlagenertrag einer PV-Anlage auf dem Eigenheim liegt daher zwischen 4.000 und 10.000 kWh pro Jahr.
kWp umgerechnet in kWh
In einem durchschnittlichen Jahr werden pro kWp etwa 900 bis 1.000 kWh (=Kilowattstunden) an Strom erzeugt. Das heißt, dass eine Anlage mit einem Wert von 1 kWp im Jahr etwa 1.000 kWh Strom erzeugen kann. Da der Strom aber nicht immer genau dann erzeugt wird, wenn Sie ihn brauchen, müssen Sie mehr als 1 kWp und einen Stromspeicher installieren, um 1.000 kWh Strombedarf im Jahr decken zu können.
Was bedeutet "peak"?
Der Zusatz peak (engl. "Spitze", "Höchstwert") gibt Auskunft darüber, wie die Leistung der PV-Module im Vergleich mit anderen zu bewerten ist. Unterschiedliche Bedingungen, etwa verschiedene Außentemperaturen, haben eine andere Leistung zum Ergebnis. Um sicherzustellen, dass Module mit der selben angegebenen Leistung in Watt auch leistungsmäßig gleichwertig sind, wird die Leistung eines Photovoltaikmoduls von den Herstellern stets unter festgelegten Bedingungen, den sogenannten Standard-Testbedingungen (STC), gemessen und im Moduldatenblatt angegeben.
Beispiel: Ermittlung der Anlagenleistung in kWp
Möchte man die Gesamtleistung einer Photovoltaikanlage in Kilowatt Peak ermitteln, muss die Leistung eines Moduls mit der Anzahl der verbauten Module multipliziert werden:
| 12 Module mit einer Leistung von 330 Wp Anlagenleistung =12 x 330 Wp = 3.960 Wp oder 3,96 kWp |
Hinweise und Tipps
Tipp:
Die NOCT (= Normal Operating Cell Temperatur) misst die Leistung eines Moduls unter Normal- und nicht wie die STC unter Idealbedingungen. NOCT geht von einer Modultemperatur von 45 Grad und einer Bestrahlungsstärke von 800 W/m² aus und ist somit realistischer. NOCT-Werte sind ebenfalls in den meisten Datenblättern eines Solarmoduls angegeben.
Testwerte nicht gleich tatsächlicher Ertrag
Aufgrund der Testbedingungen, die für die Festlegung des kWp-Werts herangezogen werden, kann man davon ausgehen, dass der tatsächliche Ertrag stets darunter liegen wird. Die von den Herstellern gemachten Angaben beziehen sich auf Standard- bzw. Testbedingungen, d. h. eine Sonneneinstrahlung von 1.000 Watt pro Quadratmeter (ein Wert, der an einem sonnigen Sommertag um die Mittagszeit erreicht wird). Geringere Sonneneinstrahlung bzw. eine Erwärmung der Anlage selbst (auch unter Idealbedingungen) kann diese Leistung natürlich verringern.
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