Permakultur: Ökologisch und nachhaltig Gartln
Die Permakultur ist die Königsdisziplin des ökologischen Gartenbaus. Sie nimmt sich natürliche Kreisläufe und Ökosysteme zum Vorbild. Ziel ist es, ein mannigfaltiges, naturnahes, resilientes und so weit wie möglich selbstregulierendes Ökosystem anzulegen.
Der Begriff Permakultur setzt sich aus den Wörtern "permanent" und "Agrikultur" zusammen und beschreibt ein Konzept, das so nah und authentisch wie möglich an der Natur ist. Ziel ist es, nachhaltige Systeme zu schaffen, die sich selbst erhalten und dabei produktiv sind. Hier sind die grundlegenden Ethiken und Prinzipien der Permakultur:
Die 3 Ethiken der Permakultur
Dem Erfinder der Permakultur, Naturalist Bill Mollison, wird folgendes Zitat zugeschrieben: "Die Philosophie hinter Permakultur will mit und nicht gegen die Natur arbeiten, sie ist eine Philosophie der fortlaufenden und überlegten Beobachtung und nicht des fortlaufenden und gedankenlosen Handelns; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen." Und genau darauf basieren die drei Ethiken der Permakultur: Earth Care, People Care und Fair Share:
1. Earth Care (Sorge für die Erde): Sorge für den Boden, die Wälder und das Wasser. Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen Systeme.
2. People Care (Sorge für die Menschen): Sorge für sich selbst und die Mitmenschen. Aufbau von gesunden Gemeinschaften und Förderung von Bildung und Selbstbestimmung.
3. Fair Share (Gerechter Anteil): Gerechtes Teilen und Verteilung von Überschüssen. Begrenzung des Konsums und gerechte Ressourcennutzung.
Gerade im städtischen Raum boomt das Urban Gardening und da immer mehr das nachhaltige, ökologische Permakultur-Gartln. Erkundigen Sie sich nach Gartengemeinschaften in Ihrer Nähe. © desertsands/stock.adobe.com
Die 12 Prinzipien der Permakultur
1. Beobachten und interagieren: Verstehen Sie die Gegebenheiten und Muster der Natur durch aufmerksames Beobachten und Lernen.
2. Energie einfangen und speichern: Nutzen und speichern Sie Ressourcen, wenn sie im Überfluss vorhanden sind, um sie in Zeiten des Mangels zu nutzen.
3. Einen Ertrag erzielen: Stellen Sie sicher, dass Sie nützliche und nachhaltige Erträge erzielen, die Ihre Bedürfnisse decken.
4. Selbstregulierung anwenden und Feedback akzeptieren: Lernen Sie aus den Ergebnissen Ihrer Handlungen und passen Sie sich an, um Fehler zu vermeiden und Systeme zu verbessern.
5. Erneuerbare Ressourcen und Dienstleistungen nutzen und schätzen: Bevorzugen Sie erneuerbare Ressourcen und Dienstleistungen, um die Umwelt zu schonen und nachhaltige Systeme zu fördern.
6. Keinen Abfall produzieren: Nutzen Sie alle verfügbaren Ressourcen sinnvoll und vermeiden Sie Verschwendung.
7. Design von Mustern zu Details: Beginnen Sie mit einem Überblick und entwicklen Sie dann die Details, um das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.
8. Integrieren anstatt zu trennen: Schaffen Sie Systeme, in denen die Elemente zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen.
9. Kleine und langsame Lösungen nutzen: Setzen Sie auf langsame und schrittweise Veränderungen, die leichter zu kontrollieren und nachhaltiger sind.
10. Vielfalt nutzen und schätzen: Fördern und nutzen Sie die Vielfalt in der Natur und in der Gesellschaft, um widerstandsfähigere Systeme zu schaffen.
11. Ränder und den Wert des Randbereichs nutzen: Erkennen Sie die Bedeutung von Übergangsbereichen und nutzen sie diese optimal.
12. Kreativ auf Veränderungen reagieren und sie nutzen: Seien Sie flexibel und kreativ in der Anpassung an Veränderungen, um Vorteile aus ihnen zu ziehen.
Diese Ethiken und Prinzipien dienen als Leitlinien für das Design und die Umsetzung von nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftssystemen in der Permakultur.
Warum Permakultur die Zukunft ist
Permakultur ist mehr als nur ein Trend. Sie bietet Lösungen für viele aktuelle Probleme wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Artensterben. Indem wir die Natur nachahmen, schaffen wir Gärten und Lebensräume, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
So starten Sie in die Permakultur
Bereit loszulegen? Hier sind ein paar einfache Schritte, mit denen Sie sofort beginnen können:
- Wissen ist Macht: Bilden Sie sich, lesen Sie Ratgeber und die Standardwerke ("Permakultur – ein Handbuch für Selbstversorger" von Bill Mollison), schauen Sie sich Videos an, sprechen Sie mit Menschen, die bereits in die Permakultur eingetaucht sind.
- Lernen Sie Ihr Grundstück kennen: Erkunden Sie den Boden, den Sonnenlauf, Schattenwürfe, Wind und erstellen Sie eine einfache Karte Ihres Gartens.
- Fangen Sie klein an: Legen Sie ein Hochbeet an, das spart Platz, schont den Rücken und lässt sich perfekt nach Permakultur-Prinzipien bepflanzen. Legen Sie auch einen eigenen Komposthaufen an.
- Verbessern Sie Ihre Erde: Am besten lassen Sie den Gartenboden analysieren. Mit dem Wissen über pH-Wert und Nährstoffe können Sie gezielt handeln. Arbeiten dann mit eigenem Kompost und Humus, mulchen Sie regelmäßig.
- Werden Sie zum Wassermanager und sammeln Sie Regenwasser: Ein Regenfass spart nicht nur Geld, sondern auch wertvolles Trinkwasser. Installieren Sie eine Tröpfchenbewässerung. Sie spart Wasser und versorgt Ihre Pflanzen optimal.
- Denken Sie an Biodiversität: Pflanzen Sie bunt gemischt: Gemüse, Kräuter, Blumen und Bäume ergänzen sich perfekt. Setzen Sie auf Mischkultur und setzen Sie Begleitpflanzen: Tomaten und Basilikum, Erdbeeren und Knoblauch - manche Pflanzen helfen sich gegenseitig beim Wachsen und Gedeihen. Denken Sie in Schichten: Vom Bodendecker bis zum Hochstamm – nutzen Sie jeden Zentimeter Ihres Gartens.
- Nutzen Sie die Kraft der Gemeinschaft: Ein Prinzip der Permakultur ist Fair Sharing. Permakultur lebt vom Austausch! Also suchen Sie nach lokalen Permakultur-Gruppen, gehen Sie auf Samen- und Pflanzentauschbörsen, teilen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung und profitieren Sie von dem der anderen.
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