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Regenwasser ist kostenlos!

Regenwasser kann bis zu 50 Prozent des Wasserbedarfs einer Familie abdecken. Je nach Dachgröße, Regenspende, Wasserverbrauch und Wasserpreis spart das bis zu 200 Euro Wasserkosten im Jahr.

 

Regenwasser von Dächern und Terrassen rinnt bei den meisten von uns über Regenrinnen und Fallrohre direkt in eine Sickergrube oder in die Kanalisation. Mit einem Regenwassersammelsystem werden in den Fallrohren aber „Umleitungen“ aktiv, die das Regenwasser direkt Richtung Sammeltank leiten. Auf dem Weg dorthin passiert das Wasser einen Grobfilter, in dem Blätter, Pollen und sonstige Verschmutzungen hängen bleiben. Nach dem so genannten beruhigten Zulauf sammelt es sich in einer Zisterne, einem im Freien aufgestellten, im Keller platzierten oder einem unterirdisch verlegten Tank(system). Hier setzen sich gelöste Feinstoffe als Sediment am Boden ab. Je nach Behältergröße muss dieses alle fünf bis zehn Jahre entfernt und der Behälter gereinigt werden. Die Wasserentnahme erfolgt über einen Überlauf mit Siphon.

Zusammenhang Wasser und Dach

Manche Dachbeläge haben Einfluss auf die Optik und Nutzbarkeit des Regenwassers. So kann ein Bitumendach das Wasser gelblich verfärben. Ein begrüntes Dach hält ein Menge Regenwasser im Substrat zurück, den Überschuss leitet es dann ab. Dabei kommt es zu Verfärbungen des Wassers und einem erdigen Geruch. ExpertInnen raten, nur die WC-Spülung und die Gartenbewässerung von diesem Wasser abzuleiten. Wasser von Dächern aus Metall oder Asbestzement sollte ausschließlich für die WC-Spülung verwendet werden. Kunststoff-, Ton- und Betondächer hingegen liefern Wasser für Gartenbewässerung, WC-Spülung und Waschmaschine.

Entnahme und Nachspeisung

Um das Wasser aus dem Tank zu den Zapfstellen in Haus und Garten zu bringen, ist ein eigenes Leitungssystem nötig. Da Trink- und Nutzwasserleitungen aus hygienischen Gründen nur getrennt verlegt werden und keine direkte Verbindung haben dürfen, sollte eine Regenwassernutzung bereits bei der Hausplanung berücksichtigt werden. Nachrüsten ist aber auch möglich! Die Zapfstellen der Regenwasserleitungen müssen dann extra gekennzeichnet werden.

Entnommen wird das Brauchwasser immer an der obersten Stelle des Tanks, wo das Wasser am saubersten ist, mittels einer Pumpstation oder Regenwasserpumpe, die das Wasser zur Zapfstelle leitet und einen gleichmäßigen Druck in den Leitungen garantiert. Merkt der integrierte Sensor, dass der Wasserstand im Tank unter ein bestimmtes Niveau sinkt, schaltet er auf die Trinkwasserleitung um.

Kunststoff oder Beton?

Während Betonzisternen an einer für schwere Fahrzeuge gut zugänglichen Stelle platziert werden müssen, da sie vom Fahrzeug direkt in die vorgesehene Grube gesetzt werden, sind Kunststofftanks hingegen um vieles leichter und können schon von vier bis sechs starken Personen gehoben und platziert werden. Beachten Sie bitte unbedingt, dass der Tank nahe dem Technikraum positioniert wird und der Kanalanschluss gut zugänglich ist. Auch ist auf eine ausreichende Höhendifferenz zwischen Regenwasserzulauf und Kanalablauf zu achten, denn so können Filter mit einer steileren Siebfläche gewählt werden, die in ihrer Wartung einfacher zu handhaben sind. Im so genannten Leerrohr liegen alle Kabel und die Betriebswasserrohre. Wichtig ist, dass dieses ein ausreichendes Gefälle und einen Frostschutz durch die Eingrabung in etwa 80 cm Tiefe aufweist.

AutorIn:
Datum: 14.06.2017
Kompetenz: Energie

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