Was ist das Sick-Building-Syndrom?
Jeder fünfte Mensch ist laut ExpertInnen von dieser "Krankheit" betroffen. Es geht dabei um Symptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Allergien bis hin zu Herzproblemen, die höchstwahrscheinlich auf die Wohnumgebung zurückzuführen sind.
Der Begriff des Sick-Building-Syndroms (SBS) kommt aus den USA und beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen durch die Gebäude, in denen sie arbeiten oder wohnen, krank werden.
Hinweise und Tipps
Gut zu wissen:
Die Ursachen des Sick-Building-Syndroms können nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Damit unterscheidet sich SBS von der Building Related Illness (BRI), bei der allergene, mikrobielle oder chemische Belastungen im Gebäude eindeutig schuld an der Entwicklung von Krankheiten sind.
Die Ursachen für den schlechten Gesundheitszustand der Betroffenen sind zwar nicht wirklich auszumachen, es wird aber davon ausgegangen, dass so genannte Wohngifte schuld sind. Die typischen Krankmacher, die sich in Boden- und Wandbelägen, in Farben, Putzen, Lacken und Holzwerkstoffen befinden, sind chemische Schadstoffe wie Formaldehyd, Lösungsmittel oder auch Biozide. Dazu kommen Schimmelpilze und Hausstaubmilbensowie reine räumliche Faktoren wie Tageslichtverhältnisse, Lärm, Luftfeuchtigkeit und intensive Gerüche.
Symptome erkennen und beseitigen
Aus wissenschaftlicher Sicht wird dann von einem SBS gesprochen, wenn bei mehr als 10 bis 20 % der Beschäftigten bzw. BewohnerInnen eines Gebäudes unspezifische Beschwerden oder Symptome auftreten, die nach Verlassen des Gebäudes schnell wieder verschwinden. Diese Symptome können sein:
- Gereizte, trockene Schleimhäute (Augen, Nase, Rachen)
- Juckreiz und Niesreiz
- Hautrötungen
- Kopfschmerzen
- akute Atembeschwerden
- allergische Hautreaktionen
- depressive Zustände
- allgemeines Unwohlsein
- verminderte Leistungsfähigkeit
Umweltmediziner können helfen
Wenn bei Ihnen oben beschriebene Symptome auftreten und Sie denken, dass Ihr Haus oder Arbeitsgebäude daran schuld sein könnte, sollten Sie am besten einen Experten für Umweltmedizin aufsuchen. Er wird versuchen, einen Zusammenhang zwischen Ihren Krankheitssymptomen und etwaigen Schad- oder Giftstoffen herzustellen. Dafür werden unter Umständen auch Proben aus Ihren vier Wänden nötig, die im Labor untersucht werden. Wenn dabei Wohngifte entdeckt werden, haben Sie mehrere Möglichkeiten: Oft helfen schon einfache Maßnahmen wie häufiges Lüften und die Einstellung eines guten Raumklimas mit ausgewogener Luftfeuchte. Auch die Wartung der Klimaanlage oder Heizung kann helfen. Im schlimmsten Fall müssen Sie aber bestimmte Baustoffe aus- bzw. rückbauen und durch neutrale, ökologische Materialien ersetzen.
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