Männliche Hand zieht an der Kette eines Lichtschalters an einer weißen Lampe in einem Einrichtungsgeschäft.

Männliche Hand zieht an der Kette eines Lichtschalters an einer weißen Lampe in einem Einrichtungsgeschäft. © Summer Paradive/stock.adobe.com

Stromvergleich: Welche Lampe ist am sparsamsten?

Welchen Stromverbrauch haben LED, Halogenleuchten, Glühlampen? Wir haben alle Details, einen großen Lampenvergleich und Tipps zum Lampentausch.

Zwar verbraucht die Beleuchtung in Haus oder Wohnung nur rund 10 % des Stroms, allerdings lässt sich der Stromverbrauch in kaum einem anderen Bereich so leicht und erheblich senken. Der Verbrauch variiert je nach Lampentyp genauso stark wie der Preis. Worauf sollten Sie beim Kauf achten, welche Lampentypen schneiden im Stromvergleich besonders gut ab und wovon sollten Sie lieber die Finger lassen? Ein Vergleich mit der noch gut im Gedächtnis verankerten 60 W Glühbirne.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Seit 1. September 2021 dürfen Kompaktleuchtstofflampen mit integriertem Vorschaltgerät in der EU nicht mehr hergestellt und verkauft werden. Der Grund: Geht eine Energiesparlampe kaputt, kann giftiges Quecksilber austreten.

Alle Lampentypen auf einen Blick

Sehen wir uns zunächst einmal an, welche Lampenarten es neben der Glühbirne überhaupt gibt. Zu nennen wären da Halogenlampe, Energiesparlampe (auch: Kompaktleuchtstofflampe), LED-Lampe (= Lichtemittierende Dioden) und OLEDs (= Organische Leuchtdioden). Letztere bestehen aus mehreren organischen Schichten von sehr geringer Dicke (ungefähr 100-mal dünner als ein menschliches Haar!). Sie finden aktuell vor allem in Fernseher- und Smartphone-Displays Verwendung, allerdings entstehen fortlaufend neue Anwendungen. Derzeit sind OLEDs noch viel teurer als LEDs und sind nicht als "Retrofit" erhältlich, heißt, es gibt sie nicht als Leuchtmittel mit genormten Sockel, den man in die Fassung einer normalen Leuchte eindrehen könnte.

4 Leuchtmittel nebeneinander, von links nach rechts die Entwicklung von Licht dargestellt: Kerzen, Glühlampe, Leuchtstofflampe und LED

Mit Kerzen erleuchten wir unsere Wohnräume heute nur noch wegen der Stimmung. Nach Glühbirnen und die seit 2021 in der EU verbotenen Leuchtstofflampen sind heute vor allem die LED-Lösungen beliebt und empfehlenswert.  © vladimirfloyd/stock.adobe.com

Vorteile und Nachteile der Lampenarten im Vergleich

Glühbirne Halogenlampe Energiesparlampe LED
Stromverbrauch hoch hoch niedrig niedrig
Energielabel (bis Ende 2023) G-D E-C A-B A-A++
Lebensdauer ca. 1000 Stunden ca. 3000 Stunden ca. 6000 - 15 000 Stunden (kürzere Lebensdauer bei häufigem Ein- und Ausschalten) ca. 25 000 Stunden (bei Retrofit-Lampen)
Anschaltzeit erreicht sofort Betriebshelligkeit erreicht sofort Betriebshelligkeit Bei Lampen ohne Quickstart-Funktion dauert es bis zu drei Minuten vom Einschalten bis zur Erreichung der vollen Betriebshelligkeit. erreicht sofort Betriebshelligkeit
Lichtqualität (Helligkeit & Farbe) gut gut schlecht gut
Preis günstig (wird nicht mehr hergestellt) günstig (nur mehr eingeschränkt erhältlich) moderat: 2, 50 bis 10 Euro hoch: 12 bis 20 Euro
Rohstoffe Wolfram Edelgase (Halogengas) Quecksilber seltene Erden
Entsorgung Hausmüll Hausmüll Sammelstelle Sammelstelle

Hinweise und Tipps

Tipp:

Den alten Leuchtstoffröhren ("Neonröhren") im direkten Stromvergleich eindeutig überlegen sind LED-Röhren. Letztere gehen ohne Brummen und Flimmern sofort an und verbrauchen um bis zu 30 % weniger Strom.

Welche Lampe braucht am wenigsten Energie?

Die Halogenlampe als technische Weiterentwicklung der Glühbirne hat zwar eine etwas längere Lebensdauer, bietet aber relativ wenig Helligkeit und verbraucht im direkten Vergleich mit Energiesparlampen und LED extrem viel Strom. Seit einigen Jahren ist ihrEinsatz auf wenige Bereiche beschränkt. Ersetzt man eine Glühbirne hingegen durch eine gleich helle Energiesparlampe kann man bis zu 80 %Strom sparen. Im Vergleich spart man, Anschaffungskosten und Stromkosten summiert, meist weit mehr als 100 Euro pro Jahr! Aber selbst die einst als der energieschonende Nachfolger der Glühlampe gehandelte Kompaktleuchtstofflampe dient heute nur noch als Übergangslösung. Es geht nämlich noch besser: Eine LED-Lampe verbraucht bis zu 90 %weniger Strom als die Glühlampe,60 % weniger Strom als die Halogenlampe und 10 % weniger Strom als die Energiesparlampe. Der höhere Anschaffungspreis amortisiert sich somit in kürzester Zeit, nämlich nach gut einem halben Jahr! Damit ist die LED-Lampe klarer Sieger im Stromvergleich.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Heute gibt es für Lichtquellen nur noch die Energieeffizienzklassen A bis G und keine A+++-Geräte mehr. A steht für die energieeffizientesten Geräte, G hingegen für stromschluckende Modelle.

Was sagt das Energielabel aus?

Auch Leuchten werden seit 2014 mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet. Dadurch erhalten Sie wichtige Hinweise zur Energieeffizienz der zur Leuchte gehörenden Lampe. Die Effizienzklasse gibt Auskunft über den Stromverbrauch der Lampe im Verhältnis zur erzeugten Helligkeit. Bei Lampen wird mit einer durchschnittlichen Nutzungszeit von etwa 1000 Stunden pro Jahr gerechnet, was bedeutet, dass die Lampen zwei bis drei Stunden pro Tag eingeschaltet sind. Die beste Energieeffizienzklasse A++ erhalten Lampen mit einem besonders niedrigen Stromverbrauch. Im Vergleich zu einem Produkt der Klasse D sparen sie etwa 88 % Energie.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Den Stromverbrauch von LED-Lampen können Sie recht einfach berechnen. Dazu multiplizieren Sie die Leistungsaufnahme mit der Leuchtdauer (= Wie lange ist die Lampe durchschnittlich eingeschaltet?).

Beispiel: Ihre LED Deckenleuchte im Wohnzimmer hat 30 Watt. Die durchschnittliche Leuchtdauer beträgt 4,5 Stunden pro Tag. Um den Stromverbrauch pro Jahr zu ermitteln, rechnen Sie: 30 Watt x 4,5 Stunden x 365 Tage = 49,275 kWh. Für die Stromkosten pro Jahr (bei 25ct/kWh) heißt das: 49 kWh x 0,25 Euro= 12,25 Euro.

Unsere 7 Top-Tipps zum Lampenkauf

Wichtig, bevor Sie losziehen und neue Leuchtmittel besorgen: Überlegen Sie, wo Sie wirklich Licht benötigen. Wie so oft gilt auch hier in puncto Ressourcenschonung: Weniger ist mehr! Denn immer mehr Lampen in immer mehr Anwendungsbereichen verbrauchen auch mehr Strom. Für Stiegenhäuser, Flure und Bereiche, in denen man sich weniger lang aufhält, empfehlen sich Bewegungs- und Präsenzmelder. Besonders effizient wird das Lichtmanagement in einem Smart Home.

  1. Kaufen Sie Markenprodukte und lassen Sie sich von Fachkräften beraten! Empfehlenswert ist zum Beispiel das ÖVE-Zeichen. Gute Qualität erkennen Sie außerdem anhand des Lumen-Werts und der Lebensdauer.
  2. Kaufen Sie effiziente Modelle! Wie viel Strom eine LED-Lampe verbraucht kommt vor allem auf drei Dinge an: Qualität, Helligkeit (angegeben in Lumen) und Wirkungsgrad. Dabei gilt: Je heller eine Lampe bei gleicher Wattstärke ist, desto effizienter ist sie.
  3. Achten Sie auf den Vergleichwert! Auf LED-Lampenverpackungen ist ein Vergleichswert "entspricht Glühlampe mit XX Watt" angegeben.
  4. Nutzen Sie Konvertierungstabellen! Sie liegen in vielen Geschäften auf, was Ihnen erleichert, den entsprechenden Lumen-Wert für Ihre neue LED zu finden, wenn Sie Ihre alte Energiesparlampe wechseln.
  5. Achten Sie auf Größe, Sockel und Halbwertswinkel! Das ist wichtig, wenn Sie alte Halogenlampen auswechseln.
  6. Kaufen Sie Lampensysteme mit austauschbaren Leuchtmitteln! Sie sind nachhaltiger als andere Systeme. Achtung bei fest in der Lampe verbauten LEDs - hier ist der Austausch nicht möglich!
  7. Kaufen Sie Modelle mit Amalgamtechnik und Silikon-Splitterschutz! Sie schützen vor Schadstoffen beim Zerbrechen.
warm beleuchtetes Wohnzimmer mit Spots, Hängeleuchten und Tischlampe. Vorhänge sind zugezogen, im Vordergrund ein großes schwarzes Sofa

warm beleuchtetes Wohnzimmer mit Spots, Hängeleuchten und Tischlampe. Vorhänge sind zugezogen, im Vordergrund ein großes schwarzes Sofa © Tom Merton/KOTO/stock.adobe.com

Hinweise und Tipps

Tipp:

Sie wollen Watt in Lumen umrechnen, um zu bestimmen, wie hell Ihre neue LED sein muss, damit sie so leuchtet wie Ihre alte Glühbirne? Als grobe Faustformel gilt:

Wattzahl der Glühbirne x 10 Lumenzahl

So kann eine 60-Watt-Glühlampe meist durch eine LED-Lampe mit nur etwa 600 Lumen ersetzt werden.

Alte Lampen raus, neue Energiesparer rein: Unsere Tipps

Am Markt gibt es verschiedenste LED-Lampen, passend für jede Anforderung und jeden Wohnraum. Welche alten Leuchtmittel Sie durch welche energiesparende LED ersetzen sollten, sagen wir Ihnen jetzt:

  • Alte Glühbirnen im Wohnbereich, Küche, Schlaf-, Kinderzimmer, Gang, Stiegenhaus und in Nebenräumen ersetzen Sie am besten durch Retrofit-Lampen, also LEDs mit Schraubgewinde (E14 oder E27).
  • Energiesparlampen (erkennbar am gewendelten Kopf) im Wohnbereich und für die Außenbeleuchtung ersetzen Sie am besten ebenfalls mit LEDs mit Schraubgewinde (E14 oder E27).
  • Alte Halogenlampen (Spots oder Glühbirnenform) im Wohnbereich, Gang und Bad sind ganz einfach mit LEDs austauschbar. Bei Niedervolt-Halogen ist eventuell auch neuer Trafo erforderlich.
  • Alte Leuchtstoffröhren (Neonröhren) in Küche oder Werkräumen wechseln Sie am besten durch LED-Röhren (tubes). Achtung: Nicht jede alte Leuchtstoffröhre ist für LEDs geeignet, oft muss die ganze Leuchte getauscht werden!

Kaufen Sie neue LED-Lampen, sollten Sie wissen, dass LEDs gerichtetes Licht abgeben, anstatt in alle Richtungen zu strahlen wie Glühbirnen. Ausgleichen lässt sich dies mit einer entsprechenden Anordnung der Wohnraumbeleuchtung, bestehend aus Grund- bzw. Allgemeinlicht (meist Deckenleuchten), Zonenlicht (Wandleuchten und Stehlampen) und Akzentbeleuchtung (Tischleuchten und Deko-Beleuchtung).

Sie vermissen das warme, farbechte Lichte einer Glühbirne? Auch dafür gibt es eine Lösung! Den Glühbirnen optisch recht ähnlich sind die neuen LEDs mit Filament-Technologie. Hier werden kleine LED-Chips fadenförmig aufgereiht und mit einem speziellen Überzug versehen. Damit ähneln sie optisch dem Glühfaden einer Glühbirne und erzeugen auch ähnliches Licht. Ein spezielles Gas leitet die Wärme ab, sodass Filament-LEDs auch in geschlossenen Gehäusen betrieben werden können.

Veronika Kober
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