Heizen mit Erdwärme zahlt sich aus! Warum? FAQ und Antworten
Wärmepumpen sind das meistinstallierte Heizsystem im Neubau. Als Wärmequelle kann neben Luft oder Wasser auch das Erdreich dienen. Erfahren Sie hier, wann eine Erdwärmepumpe eine gute Wahl ist, was sie kostet und vieles mehr!
- Warum Erdwärmepumpe?
- Wo lohnt sich die Anschaffung?
- Was kostet eine Erdwärmepumpe für ein Einfamilienhaus?
- Wie hoch sind die Betriebskosten?
- Flachkollektor oder Erdsonde?
- Wie tief muss gebohrt werden?
- Wie viel kW braucht die Erdwärmepumpe?
- Was beim Betrieb der Erdwärmepumpe zu beachten ist
- Wärmepumpe nachrüsten
Hinweise und Tipps
Tipp:
Je nach Region eignet sich eine Erdwärmepumpe mehr oder weniger: Im Raum Wien sind die geologischen Voraussetzungen für eine Erdwärmepumpe besonders günstig! Im Burgenland hingegen sind Tiefensonden problematisch.
Auf der Suche nach einem möglicht umweltschonenden Heizsystem kommt man an der Wärmepumpe nicht vorbei. Sie heizt effizient und bietet darüber hinaus den Vorteil, dass sie auch zur Warmwasseraufbereitung und zur Kühlung eingesetzt werden kann. Stellt sich eigentlich nur noch die Frage, welche Art von Wärmepumpe es werden soll. Erdwärmepumpen (auch Sole-Wasser-Wärmepumpen genannt) erreichen im Schnitt die höchsten Jahresarbeitszahlen und sind somit am effizientesten.
Warum Erdwärmepumpe?
Ganz einfach: Weil die relativ konstanten Temperaturen in den obersten Bodenschichten das Erdreich zu einem sehr guten Wärmespeicher machen. In zehn Metern Tiefe herrschen das ganze Jahr hindurch etwa 10 Grad. Genutzt werden kann diese Wärme mit Hilfe von Flachkollektoren oder Erdsonden.
Wo lohnt sich die Anschaffung?
Um herauszufinden, wo eine Erdwärmepumpe überhaupt möglich ist, ist ein Erdwärmepumpenkataster eine erste gute Anlaufstelle. Abgesehen vom Standort gilt grundsätzlich: Wenn ein Gebäude gut gedämmt ist und eine Flächenheizung hat (Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung), dann eignen sich Wärmepumpen optimal - auch zur Nachrüstung. Denn bei niedrigen Heizwassertemperaturen bis maximal 40° C arbeiten Wärmepumpen sehr effizient und können im Verhältnis zum benötigten Strom die vierfache Menge an Wärmeenergie erzeugen. Erdwärmepumpen können jedoch nicht bei allen Altbauten nachgerüstet werden. Vor allem in eng bebauten Gebieten wird's schwierig. Meist werden hier Luft-Wasser-Wärmepumpen eingesetzt.
Starke Partner: Erdwärme und Sonnenergie
Sehr energieeffizient und ökologisch ist die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Solaranlage. Sie liefert zusätzliche Wärme, die entweder direkt in den Heizungskreislauf eingespeist wird (und die Wärmepumpe entlastet) oder die der Wärmequelle zugeführt wird. In diesem Fall kann die Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau zugreifen, wodurch ihr Stromverbrauch sinkt. Stichwort Strom: Auch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist sinnvoll, da diese unter anderem die Stromversorgung für die Wärmepumpe übernehmen kann.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Eine Erdwärmepumpe mit Bohrung kostet mehr, gleichzeitig ist aber auch ihre Lebensdauer mit 25 bis 30 Jahren höher.
Was kostet eine Erdwärmepumpe für ein Einfamilienhaus?
Die Kosten für eine Erdwärmepumpe setzen sich zusammen aus der Wärmepumpe selbst und der Erschließung der Wärmequelle, heißt, der Erdarbeiten. Letztere schlagen sich am stärksten auf die Rechnung nieder. Für die Bohrung ist mit ca. 8000 bis 10000 Euro zu rechnen. Für Kollektoren zwischen 2000 und 4000 Euro. Die Gesamtkosten für Erdwärme können sich - die staatliche Förderung nicht eingerechnet - auf bis zu 25.000 Euro belaufen. Finden Sie hier Wärmepumpenförderungen im Überblick.
Wie hoch sind die Betriebskosten?
Anders gefragt: Wie viel Strom verbraucht eine Erdwärmepumpe pro Jahr? Anders als die Installationskosten ist der Betrieb einer Erdwärmepumpe sehr günstig. Für ein durchschnittliches Wohnhaus kann man jährlich mit rund 600 bis 900 Euro für Strom rechnen - natürlich abhängig von Stromtarif undJahresarbeitszahl.
Flachkollektor oder Erdsonde?
Erdsonden sind die am weitesten verbreitete Erdwärmetechnik. Ihr Vorteil: Sie sind platzsparend, können überbaut werden und sind so tief im Erdreich (bis zu 200 Meter), dass sie saisonalen Temperaturschwankungen weniger ausgesetzt sind. Das wiederum macht sie effizienter als die Erdwärmegewinnung mittels Kollektoren. Diese werden horizontal ca. 120 bis 150 cm tief verlegt. Kollektoren stellen eine kostengünstige Alternative dar. Von Nachteil ist, dass sie viel Platz brauchen und die Flächen nicht versiegelt werden können.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Die Tiefe der Sonde hängt vom Wärmebedarf und der Wärmeleitfähigkeit des Bodens ab. Bei einem Einfamilienhaus liegt sie bei rund 140 Meter - es kommt aber auch darauf an, welche Tiefe bewilligt wird.
Wie tief muss gebohrt werden?
Weder dürfen Flachkollektoren zu klein, noch Tiefensonden zu kurz berechnet werden. Ein Kollektor ist besser zu groß als zu klein, die Größe hängt im Wesentlichen davon ab, wie durchlässig der Boden ist. Wird zu tief gebohrt, erhöhren sich die Kosten unnötig, zu wenig Bohrmeter führen dazu, dass der Untergrund auskühlt. Langfristig leidet dann die Effizienz der Wärmepumpe. Lassen Sie sich jedenfalls von einem Profi beraten! Kleinste Ausführungs- oder Planungsfehler beeinflussen die Effizienz der Wärmepumpe merklich und erhöhen die Stromkosten unnötig.
Wie viel kW braucht die Erdwärmepumpe?
Die Heizlast bezeichnet die Wärmezufuhr, welche erforderlich ist, um eine bestimmte Raumtemperatur zu erreichen und zu halten. Anders gesagt bezeichnet die Heizlast die Leistung in kW, die die (Erd-)Wärmepumpe erbringen muss. Im Fall von Erdwärmepumpen sollte sie bei unter 20 kW liegen. Wichtig für den Wert sind Lage und Nutzungsart des Gebäudes sowie insbesondere die Dämmung. Je schlechter ein Objekt gedämmt ist (und je kälter die Außentemperatur), desto höher muss die Vorlauftemperatur sein, um die Räume warm zu bekommen. Je höher die Vorlauftemperatur, desto unwirtschaftlicher und desto weniger ökologischen Nutzen hat die Wärmepumpe.
Bestens geeignet ist sie für Gebäude mit den Energieklassen A++ und B. Ein Profi, wie z. B. Ihr Installateur oder Energieberater, sollte die Heizlast spätestens bis zur Auftragsvergabe berechnet haben. Den Wert lediglich zu schätzen, ist nicht zielführend. Eine überdimensionierte Wärmepumpe etwa führt zu unnötig hohen Installations- und Betriebskosten und verkürzt die Lebensdauer des Geräts aufgrund zu häufigen Taktens (=Ein-/und Ausschalten des Geräts).
Hinweise und Tipps
Tipp:
Die Vorlauftemperatur ist nicht gleich Warmwassertemperatur, sondern jene Temperatur, die das Wasser auf dem Weg zwischen Wärmeerzeuger (z. B. Wärmepumpe) und Heizfläche (z. B. Heizkörper) hat.
Was beim Betrieb der Erdwärmepumpe zu beachten ist
Eine niedrige Vorlauftemperatur ist wichtig und spart Geld, denn mit jedem Grad weniger Vorlauftemperatur sinkt der Stromverbrauch der Wärmepumpe um bis zu 2,5 Prozent. Moderne Heizkombinationen, zum Beispiel Wärmepumpe und Fußbodenheizung, können dank ihrer großen Heizfläche mit einer Vorlauftemperatur von weniger als 45°C betrieben werden und sind deshalb am effizientesten. Optimal ist eine Temperatur von ca. 35°C. Bei extremen Witterungsbedingungen (sehr warmer oder kalter Winter) kann es sein, dass die Vorlauftemperatur angeglichen werden muss. Bei sehr niedrigen Temperaturen muss die Vorlauftemperatur erhöht werden und vice versa. Dies kann man selbst über die Bedienelemente vornehmen.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Die Dimensionierung der Wärmepumpe richtet sich unter anderem nach dem bisherigen Öl- oder Gasverbrauch, denn anhand dieser Werte lässt sich die effektiv benötigte Heizenergie feststellen.
Wärmepumpe nachrüsten
Heizkörper hingegen, etwa in Altbauten, müssen mit einer mittleren bis hohen Vorlauftemperatur zwischen 55 und 90°C betrieben werden und sind somit weit weniger sinnvoll als Flächenheizungen. Ist etwa im Sanierungsbereich eine höhere Vorlauftemperatur erforderlich, so kann ein Hybridsystem, bei dem sich der bisherige Kessel hinzuschaltet, oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe die Lösung sein. Diese haben ein spezielles Kältemittel, mit dem auch über 60°C erreicht werden können.
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