Auch Herbstzeit ist Pflanzzeit
Eingepflanzt wird im Frühjahr, geerntet im Herbst? Nein, jeder Hobbygärtner weiß es wohl besser! Auch im Herbst lässt sich nämliches einiges im Beet machen. Schauen wir uns an, was Sie vor dem ersten Frost noch in Ihrem Garten erledigen können.
Der herbstliche Garten mit seiner Farbenpracht, der reichen Ernte und der Ruhe, die langsam in die Natur einkehrt, ist für Viele die schönste und beste Zeit im Gartenjahr. Die Arbeit geht auch in diesen Monaten nicht aus. Neben Ernte, Rückschnitt und Aufräumen in Ihrer grünen Oase ist der Herbst auch eine super Zeit zum Einpflanzen.
Viele Stauden und Gehölze werden typischerweise im Herbst eingepflanzt © ARochau/stockadobe.com
Warum viele Pflanzen besser im Herbst eingepflanzt werden
Es gibt mehrere Gründe, warum für recht viele Pflanzen die Zeit von September bis zum ersten Frost im November oder Dezember die ideale Pflanzzeit darstellt. In diesen Wochen sind die Temperaturen noch mild vom Sommer, der Boden ist noch warm zugleich aber auch noch feucht genug. Diese klimatischen Bedingungen sorgen dafür, dass das Wurzelwerk gut anwachsen und die Pflänzchen gut gedeihen können. Auch ist die Gefahr für Nachtfrost, anhaltende Trockenheit oder einen plötzlichen Temperaturanstieg nicht so hoch wie im Frühling.
Ein zweiter Grund liegt in der Beschaffenheit der Pflanze an sich. Alles, was sich über der Erde befindet, tritt im Herbst in eine Ruhephase ein. Nährstoffe und Flüssigkeit aus den Blättern und Blüten wandern in die Wurzeln und werden dort gespeichert. Die Pflanze wirft ihr Laub ab, dadurch hat die Pflanze genug Energie, um im Wurzelstock die wichtigen Feinwurzeln auszubilden. Wer im Herbst pflanzt, verschafft seinen Pflanzen einen Entwicklungsvorsprung für das Frühjahr und kann mit robusterem Wachstum sowie – bei Obst und Beeren – einer besseren Ernte rechnen.
Was kann man alles im Herbst einsetzen?
Ob Bäume, Sträucher, Stauden und Gehölze, Hecken oder Zwiebelpflanzen bis hin zu winterhartem Gemüse, es gibt eine Vielzahl an Pflanzenarten, die von der Herbstpflanzung profitieren.
Gehölze und Stauden: An frostfreien Tagen lassen sich viele Arten sogar bis Anfang Dezember pflanzen. Sie wurzeln ohne sommerlichen Hitzestress ein und benötigen wegen der feuchteren Witterung weniger Bewässerung.
Obstbäume: Apfel-, Birn- und Kirschbäume profitieren besonders von der Herbstpflanzung. Das Pflanzloch sollte großzügig sein, der Boden gelockert und mit Kompost oder Pflanzerde verbessert werden. Nach dem Einpflanzen gründlich gießen und einen Stützpfahl setzen. Die Bäume und Sträucher wurzeln sich kräftig ein und überwintern gut.
Beerensträucher: Sommerhimbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren können bis Oktober gepflanzt werden – idealerweise früh genug, damit sie vor dem ersten Frost Wurzeln bilden.
Gemüsegarten: Im Herbst ist Pflanzzeit für beispielsweise Rhabarber, Knoblauch und Endiviensalat. Die Fläche im Gemüsebeet sollte gelockert und mit reifem Kompost, Rindenhumus oder guter Erde angereichert werden.
Gemüsebeet anlegen: Hier eine gute Anleitung
Blumenzwiebeln: Tulpen, Narzissen, Krokusse und Hyazinthen werden im Herbst beziehungsweise frühen Winter gesetzt. Stichtag ist jedenfalls die erste Frostnacht! Die Zwiebeln überwintern im Boden und können im Frühjahr mit genügend Energie blühen. Achtung: Bevor Sie die Zwiebeln in die Erde setzen, unbedingt ihre Qualität prüfen! Haben sie eine glatte Haut und fühlen sich trocken an? Dann werden sie auch nicht in der Erde faulen. Sind die Blumenzwiebeln erst einmal eingepflanzt, benötigen sie über den Winter nur ein bisschen Hege und Pflege. Dies gilt es dabei zu beachten:
- In Töpfen eingepflanzt, sollten Frühlingsblüher kühl stehen, aber keinen Frost abbekommen.
- Die Knollen, die Sie in Beete gesetzt haben, benötigen Schutz vor ganz starkem Frost. Eine Schicht aus Laub, Reisig oder Rindenmulch ist ideal.
- Über den Winter dürfen die Zwiebeln nicht völlig austrocknen. Gießen Sie diese daher mäßig in einem Rhythmus von etwa zwei Wochen.
- Düngen ist bei gekauften Blumenzwiebeln über den Winter nicht notwendig. Sie haben alle Nährstoffe gespeichert.
Die Zwiebeln der typischen Frühblüher werden noch vor dem ersten Frost in die Erde gesetzt. © andreaobzerova/stockadobe.com
Je früher, desto besser
Frühlingsblüher brauchen die Monate der Ruhe, um zu Beginn des neuen Jahres ihre volle Blütenpracht zu entfalten. Je früher im Herbst Sie die Knollen von Tulpen, Narzissen und Krokusse in die Erde bringen, desto früher treiben sie auch aus.
Warum im Herbst eingesetzte Pflanzen Halt brauchen
Frisch gepflanzte Bäume und Sträucher müssen gestützt werden, damit der im Herbst typische Wind und eventuelle Stürme den Wurzelballen im weichen, feuchten Herbstboden nicht zu sehr beansprucht. Durch starke ziehende und ruckartige Bewegungen reißen die neuen Feinhaarwurzeln ab, dadurch wird das Anwachsen erschwert oder gar verhindert und die junge Pflanze wird geschädigt. Auch ein baulicher Schutz vor Wind ist empfohlen, damit nicht umgeworfen oder schiefgerückt wird.
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