Wespennest entfernen - So wird's richtig gemacht
Die meisten Haus- und Gartenbesitzer brechen nicht gerade in Freudenstürme aus, wenn sie ein Wespennest an der Hausmauer, unterm Dachstuhl oder im Gartenhäuschen entdecken. Aber dürfen Sie das Nest einfach entfernen? Dazu noch ein Wort zu Bienen und Hornissen.
Wespen sind sehr nützliche Insekten. Sie fressen andere Insekten, darunter zahlreiche Schädlinge wie Blattläuse oder Raupen und fungieren auch als Bestäuber von Blüten, und das sogar bei Wind und Regen, wo jede Biene lieber in ihrem Bau bleibt. Aber sie können halt auch richtig lästig sein, und sie stechen, zumindest, wenn sie sich bedrängt oder bedroht fühlen. Und ein Wespenstich ist alles andere als angenehm, abgesehen davon, dass immer mehr Menschen in unserer Region allergisch darauf reagieren. Was also tun, wenn Sie ein Wespennest auf Ihrem Grundstück entdecken? Wir haben den Fahrplan.
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Wie alt werden Wespen eigentlich?
Schätzen Sie einmal, wie alt so eine Wespe wird. Ein Jahr? Fünf Jahre? Eine Saison? Oder nur ein paar Wochen oder gar Tage? Viele von uns überschätzen die Lebensdauer von Wespen massiv, die Insekten werden maximal 22 Tage alt. Die Königinnen leben immerhin bis zu ein Jahr. Und im Herbst, wenn es kalt wird, stirbt der Staat sowieso. Da Wespen ihre Nester besonders gerne in hohlen Bäumen und an geschützten Hauswänden bauen, geht nicht immer eine unmittelbare Gefahr von ihnen aus. Sprich, man kann das Ganze auch aussitzen. Denn ein zweites Mal wird ein Wespenbau nicht besiedelt. Geht also aufgrund seiner Positionierung keine unmittelbare Gefahr von einem Wespennest aus, sollten Sie einfach den Sommer abwarten und dann das leere Nest selbst entfernen.
Darf ich lästige Wespen töten?
Nein! Wespen, genauso übrigens Hornissen und Bienen, stehen in Österreich unter Naturschutz. Das heißt, sie dürfen nicht getötet und ihre Nester dürfen nicht zerstört werden. Das bloße Töten zur Abwehr von Belästigung ist verboten und kann hohe Strafen bis zu 15.000 bis 30.000 Euro nach sich ziehen.
Für die gängigen Wespenarten Deutsche und Gemeine Wespe gilt aber eine Ausnahme: Eine Entfernung darf erfolgen, wenn Gefahr besteht – sonst ist Rücksprache mit der Naturschutzbehörde oder der Gemeinde nötig.
Was soll ich tun, wenn ich ein Wespennest habe?
Zunächst kommt es darauf an, wo sich das Wespennest befindet. Solange Ihr Alltag nicht eingeschränkt ist, Sie sich auf Ihrem Grundstück noch immer frei bewegen können und wichtige Zugänge und Eingänge nicht durch die herumfliegenden Wespen „blockiert“ werden, haben Sie eigentlich keinen Handlungsbedarf. Denn: Ein noch bevölkertes Wespennest darf in Österreich, genau wie das Töten von Wespen, nur mit triftigem Grund und nur von Profis entfernt werden. Dazu zählen etwa Gefahr für Allergiker, Kinder oder wenn das Nest die Nutzung der Wohnung stark beeinträchtigt. Eine eigenständige Entfernung ist nicht gestattet; zuständig sind Kammerjäger oder im Ausnahmefall (!!) auch die Feuerwehr. Liegt also kein unmittelbarer Notfall vor, fallen für den Einsatz der Feuerwehr Kosten an.
Wie wird ein Wespennest entfernt?
- Bevor der Profi das Nest entfernt, muss er zuallererst prüfen, ob es sich wirklich um ein Wespennest und nicht um ein Bienen- oder Hornissennest handelt, da diese Tiere unter noch stärkerem Schutz stehen.
- Nachdem der Fachmann die Größe des Volkes und dessen Flugverhalten eruiert hat, wird er - übrigens immer in der Morgen- oder Abenddämmerung, da die Bewohner im Halbdunkel nicht fliegen - zur Tat schreiten.
- Nun wird das Nest mit Wasser besprüht, dann mit einem speziellen Netz oder Tuch umschlossen und schließlich mit einem Spachtel vorsichtig gelöst.
- Das Nest wird dann in einem verschlossenen Behälter in der Natur ausgesetzt.
Was bei Hornissen zu tun ist
Hornissen sind keine Killer! Die Ammenmärchen über den Tod nach einem Hornissenstich halten sich wacker, doch Fakt ist, dass eine Hornisse nicht giftiger als eine Wespe ist. Darüber hinaus sind Hornissen sehr friedliche und scheue Insekten, die sich zudem äußerst selten in der Nähe von Menschen niederlassen. Sie sind eine geschützte Insektenart, Nester werden also immer umgesiedelt, was vorher jedoch genehmigt und nur vom Fachmann durchgeführt werden darf.
Was bei Bienen zu tun ist
Honig- und Wildbienen sind unverzichtbar für unser Ökosystem. Meist halten sich Bienen vom Menschen fern, zudem sind sie im Gegensatz zur Wespe Vegetarier, also auch nicht sonderlich an unseren Grillköstlichkeiten interessiert. Wilde Bienenvölker, die plötzlich im Garten auftauchen und dort bleiben, kann jeder Imker sicher und schonend umsiedeln.
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