Fundamentsanierung planen: Ablauf, Durchführung, Kosten
Eine Fundamentsanierung ist eine komplexe Baumaßnahme, die gründlich geplant werden muss. Erfahren Sie hier, wann eine Sanierung nötig ist, wie diese abläuft und welche Experten Sie dafür brauchen.
Das Fundament ist die tragende Basis jedes Gebäudes. Wenn Sie Risse in den Wänden entdecken, die Böden sich neigen oder Türen plötzlich klemmen, deutet dies häufig auf Probleme im Fundament hin. Besonders ältere Häuser leiden oft unter Setzungen im Untergrund oder eindringender Feuchtigkeit. Auch eine Materialermüdung oder die Überlastung der Konstruktion können zu schwerwiegenden Schäden führen.
Wann ist eine Fundamentsanierung oder -nachbearbeitung nötig?
Sie planen eine Aufstockung, einen größeren Umbau oder Ausbau an Ihrem Haus? Dann werden sich mit ziemlicher Sicherheit auch die Lasten des Gebäudes ändern und damit das Gewicht, das auf das Fundament trifft. Bevor eine solche größere Baumaßnahme ausgeführt wird, sollten Sie deshalb unbedingt das Fundament prüfen lassen, um sicherzustellen, dass die Lasten in den Boden übertragen werden und es nicht zu Rissen infolge von Gebäudesetzungen kommt.
Falls, insbesondere bei alten Gebäuden, die Ausführung des Fundamentes nicht exakt aus den Planunterlagen oder aus vorhandenen statischen Berechnungen ermittelt werden kann, müssen Probegrabungen durchgeführt werden, um die Ausführung und die Tiefe des Fundaments festzustellen. Alternativ, besonders in ausgebauten Kellern, können auch Probebohrungen durch das Fundament angelegt werden, wo dann aus dem Bohrprofil der Fundamentaufbau und dessen Tiefe ersichtlich ist. Bei diesem Verfahren müssen anschließend nur die Bohrlöcher wieder verschlossen werden.
Fundamentsanierung planen und vorbereiten
Bevor mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden kann, ist eine gründliche Analyse durch Experten unerlässlich. Ein Statiker untersucht dabei die Tragfähigkeit des Fundaments, während ein Bodengutachter den Untergrund unter die Lupe nimmt. Auf Basis der Erkenntnisse dieser beiden Fachbereiche entwickelt ein Bauingenieur schließlich das passende Sanierungskonzept.
Ausführung der Sanierung: Wer macht was?
Fundamentsanierungen bedürfen immer einer engen Zusammenarbeit mit dem Statiker bzw. besonderer Kontrolle durch Statiker und örtliche Bauaufsicht. Eine Bestandsaufnahme des Gebäudes und vor allem auch der angrenzenden benachbarten Gebäude ist aus mehreren Gründen sehr wichtig. Erstens sollen damit nicht gerechtfertigte Schadensforderungen, resultierend aus statischen Änderungen und Unterfangungen, verhindern werden. Zweitens muss dokumentiert sein, welche Schäden unter Umständen durch die Baumaßnahmen im Zuge der Fundamentsanierung entstanden sind und welche Schäden schon vorher vorhanden waren.
Wie läuft eine Fundamentsanierung ab?
Der Ablauf einer Fundamentsanierung richtet sich nach Art und Umfang der festgestellten Schäden. Zunächst wird das Fundament sorgfältig freigelegt und gegen weitere Feuchtigkeit abgedichtet. Bei Bedarf erfolgt eine Verstärkung der Konstruktion. Liegen Setzungsschäden vor, muss das Fundament unterfangen werden. Manchmal ist auch das Einbringen zusätzlicher Stabilisierungselemente nötig.
Die Ausführung sollte ausschließlich von spezialisierten Unternehmen übernommen werden. Also Bauunternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Fundamentsanierung sowie Spezialfirmen für Bauwerksabdichtung. Auch Fachbetriebe für Betoninstandsetzung verfügen über das nötige Know-how für diese anspruchsvolle Aufgabe.
Was kostet eine Fudamentsanierung?
Die Kosten hängen stark von den spezifischen Gegebenheiten des Projekts ab, und eine genaue Einschätzung kann erst nach einer professionellen Begutachtung erfolgen. Hier ein paar grobe Richtwerte auf Basis eines 10 Meter langen Fundaments:
- Gutachten: 3.000 bis 5.000 Euro
- Material: 2.000 bis 4.000 Euro
- Stabilisierung: 5.000 bis 10.000 Euro
Die Gesamtkosten für eine Fundamentsanierung dieser Größenordnung belaufen sich also auf etwa 10.000 bis 19.000 Euro. Für kleinere Projekte, wie das Anheben einer Hausecke auf 6 Meter Länge, würden die Kosten bei etwa 12.500 Euro liegen.
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