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Risse im Mauerwerk? Der große SOS-Plan!

Risse im Mauerwerk stören optisch und können Anzeichen für leichte bis schwere Gebäudeschäden sein. Woran Sie erkennen, ob sie gefährlich sind oder nur ein kosmetisches Problem, und wie Sie die Risse beseitigen bzw. wer sie repariert - wir haben alle Infos!

Ein Gebäude ist nicht unbeweglich - auch wenn es so scheinen mag. Aufgrund von Erdbewegungen aller Art, ob durch Baumwurzeln oder Bauarbeiten, wird ständig Druck auf das Haus ausgeübt - Putz- und Mauerrisse sind da auf Dauer unvermeidlich. Zusätzlich setzen Witterungseinflüsse dem Mauerwerk zu. Gefährlich wird es dann, wenn das Fundament Schaden nimmt und die Stabilität des Hauses gefährdet ist.

Welche Risse auftreten können

Grundsätzlich lassen sich Risse im Mauerwerk laut ÖNORM EN 13914-1 in zwei Kategorien einteilen: konstruktive Risse (= putzgrundbedingte Risse), die sich im Unterputz fortsetzen, und feine Haarrisse (= putzbedingte Risse). Letztere sind bis zu 0,2 mm breite Risse, zum Beispiel im Außenputz oder in der Innenwand, und als solche meistens völlig harmlos, weshalb sie nur bedingt als Mangel eingestuft werden. Handlungsbedarf besteht erst dann, wenn sich aufgrund der Risse technologische oder bauphysikalische Mängel ergeben. Bedenklich sind tiefe Rissbildung im Mauerwerk beim eingelassenen Balkon, an Kellerwänden, vom Kellerboden ausgehende Risse, tiefe Risse an Außenwänden, Risse als Fuge an Fensterlaibungen oder Außenwandrisse am Fundament.

Verschiedene Putz- und Mauerrisse

  • Horizontale Risse: Verursacht werden diese Risse durch Abkühlen und/oder Schwinden der gemauerten Wand in horizontaler Richtung.
  • Schräge Risse: Sie werden auch als diagonale, abgestufte oder treppenförmige Risse bezeichnet und werden haupsächlich durch Schubspannungen verursacht.
  • Netzförmige Risse: Sie entstehen z. B. aufgrund von fehlerhaften Putzarbeiten.

Warum Risse im Putz enstehen

Risse im Mauerwerk enstehen beispielsweise aufgrund von Schwingungen, wenn sich Baustoffe ausdehnen und zusammenziehen, bei Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit (Schimmelgefahr!). Unterschiedlich große und tiefe Schwindrisse treten häufig oberhalb von Fenstern und Türen auf und sollten umgehend repariert werdem. Am besten, man beauftragt einen Fachmann damit. Spannungen zwischen Bauteilen sind hingegen die Ursache für optisch störende Spannungsrisse, zum Beispiel in einer nichttragenden Innenwand. Beton ist hierfür besonders anfällig, da das Material eine geringe Zugfestigkeit hat.

Feine Risse im Mauerwerk, was tun?

Putzbedingte Schrumpf- oder Schwindrisse sind netzförmig und entstehen häufig, wenn z. B. in der prallen Sonne verputzt wirdund der Putz infolgedessen schnell trocknet, sich zusammenzieht und reißt. Gefährlich sind sie nicht, aber doch ein optischer Mangel: gerade bei zusammenhängenden und glatten Oberflächen sind kleine Risse von ca. 0,1 - 0,15 mm störend. Diese unschöne Haarrisse im Innenbereich auf Wand oder Tapete können mit Spachtelmasse geschlossen oder auch mit Hilfe einer Acrylfuge bearbeitet werden. Achten Sie hier auf eine geeignete Farbe zum Überstreichen! Auch diese muss elastisch sein, damit nicht wieder Risse entstehen.

Im Falle von feinen Rissen in der Fassadesollte saniert werden, damit sich kein Wasser sammelt, das im Winter gefriert und den Putz aufplatzen lässt. Hier können Sie selbst Hand anlegen. Im Normalfall genügt schon eine Armierungsschicht unter dem Anstrich. Dazu verwenden Sie Spachtelmasse mit oder ohne Kunststoffteilchen. Spachtelmasse mit Kunststoffzusätzen hat den Vorteil, dass die Masse elastischer und besser zu verarbeiten ist.

Haarrisse ausbessern: So funktioniert's!

Fahren Sie die Ränder nach dem Säubern des Risses und dem Entfernen lockerer Putzreste mit dem Spachtel nach und schrägen Sie sie leicht ab. Größere Putzrisse müssen immer einzeln geschlossen werden. Dazu verwendet man spezielle Dichtmassen, die im Fachhandel erhältlich sind.

Verdünnen Sie die Grundierung mit etwas Wasser und tragen Sie die Dispersionsgrundierung mit einem Pinsel vorsichtig auf.
Füllen Sie den Riss anschließend mit der Dichtmasse.
 
Glätten Sie zum Abschluss die bearbeitete Stelle mit einer Spachtel.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Armierungsmatte zu kleben. Das meist selbstklebende Gitterband wird direkt über den Riss geklebt. Gekrümmte Risse überkleben Sie mit mehreren geraden Streifen.
Jetzt können Sie den Riss mit Spachtelmasse überspachteln. Wenn Sie die Spachtelmasse anrühren, geben Sie immer zuerst das Pulver in das Wasser, um die Konsistenz gut kontrollieren zu können. Ziehen Sie die Spachtelmasse noch ein gutes Stück über die Schadstelle hinaus.
Nehmen Sie den Feinschliff erst nach der vollständigen Trocknung vor.
  1. Verdünnen Sie die Grundierung mit etwas Wasser und tragen Sie die Dispersionsgrundierung mit einem Pinsel vorsichtig auf.
  2. Füllen Sie den Riss anschließend mit der Dichtmasse.
  3. Glätten Sie zum Abschluss die bearbeitete Stelle mit einer Spachtel.
  4. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Armierungsmatte zu kleben. Das meist selbstklebende Gitterband wird direkt über den Riss geklebt. Gekrümmte Risse überkleben Sie mit mehreren geraden Streifen.
  5. Jetzt können Sie den Riss mit Spachtelmasse überspachteln. Wenn Sie die Spachtelmasse anrühren, geben Sie immer zuerst das Pulver in das Wasser, um die Konsistenz gut kontrollieren zu können. Ziehen Sie die Spachtelmasse noch ein gutes Stück über die Schadstelle hinaus.
  6. Nehmen Sie den Feinschliff erst nach der vollständigen Trocknung vor.

Schräge Risse sind Grund zur Sorge!

Bedenklich sind schräge Risse in der Wand. Ihnen sollte schnellstmöglich auf den Grund gegangen werden. Sie können an verschiedenen Stellen im Mauerwerk auftreten, zum Beispiel an Fenstern und Türen. Ursache dafür sind ein nicht ausreichend tragfähiger Baugrund und die aufgrund dessen absackende Fundamente. Solche "Setzrisse" entstehen am häufigsten in Neubauten, denn diese setzen sich noch in den ersten sieben Jahren: das Gewicht des Gebäudes presst langsam das Wasser aus dem darunterliegenden Untergrund, dieser gibt nach und die Immobilie sinkt um mehrere Millimeter ab. Dass der Boden ein wenig nachgibt, ist ganz normal. Damit es aber zu keinen Mauerwerksschäden kommt, sollte eine gründliche Baugrunduntersuchung vor dem Bau durchgeführt werden.

Senkt sich das Gebäude ab?

Ob sich Ihr Haus wirklich absenkt, können Sie mit Hilfe von sogenannten Putzmarken herausfinden. Tragen Sie dafür ein wenig Gipsmörtel auf die Risse auf. Reißen diese Putzmarken nach einigen Wochen, besteht unbedingter Handlungsbedarf. Teurer, allerdings leichter in der Handhabung sind Rissmonitore, die mit Klebstoff oder Dübeln angebracht werden und mit denen sich Veränderungen des Risses beobachten lassen. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie die Risse in der Mauer beurteilen müssen, sollten Sie in jedem Fall einen Sachverständigen für Baumängel zu Rate zu ziehen!

Maßnahmen gegen tiefe, lange Risse im Putzgrund

Bestätigt sich der Verdacht, müssen spezielle Maßnahmen ergriffen werden. Setzrisse werden z. B. mit Hilfe von Rissverpressung saniert werden. Die Rissverpressung ist ein Injektionsverfahren, bei dem Mörtel über sogenannte Bohrpacker in das Mauerwerk gepresst wird. Und zwar so, dass der Mörtel später die auftretenden Lasten abtragen kann. Allerdings muss auch eine Lösung für die Ursache - den geschwächten Baugrund und die absackenden Fundamente - gefunden werden, damit die Risse nicht zu einem wiederkehrenden Problem werden. Eine Reihe von Spezialtiefbaumaßnahmen kommen hier zur Baugrundverstärkung und Gründungssanierungzur Anwendung.

 

 

 

 

 

 

 

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Archivmeldung: 04.06.2019
Kompetenz: Bauunternehmen

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