Colour Blocking: Zeit, Farbe zu bekennen!
Haben Sie sie auch satt? Die ewig gleichen, austauschbaren Beige-Homes? Wir sagen: Zeit für mehr Farbe! Zum Beispiel mit Colour Blocking, also durchdachten Farbkombinationen, die spannende Kontraste schaffen und wunderbare Akzente setzen. Hier erfahren Sie, wie Sie diesen Trend erfolgreich umsetzen und typische Anfängerfehler vermeiden.
Colour Blocking ist eigentlich ein Phänomen aus der Mode und erstmals in den 1960er Jahren aufgekommen, als der Designer Yves Saint Laurent, inspiriert durch das Werk des Malers Piet Mondrian, eine Kollektion auf den Laufsteg brachte, die mutig mit ganz klaren und starken Farbkontrasten experimentierte. Nicht viel später fand dieser Trend auch Einzug in das Innendesign. Beim Colour Blocking im Interieur treffen große, meist geometrische Farbflächen aufeinander und erzeugen eine dynamische Raumwirkung. Anders als bei klassischen Ton-in-Ton-Konzepten leben Colour Blocking Arrangements von bewusst gesetzten Kontrasten.
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Hinweise und Tipps
Tipp:
Halten Sie sich an die 60-30-10-Regel: 60 % Hauptfarbe, 30 % Sekundärfarbe und 10 % Akzentfarbe. Schaffen Sie bewusst neutrale Bereiche als visuelle Ruhezonen. Diese können in Weiß, Grau oder Beige gehalten sein und geben dem Auge die Möglichkeit sich zu erholen.
Welche Farbkombis für welchen Raum?
Sie wissen noch nicht so recht, was Sie in welchem Wohnraum ausprobieren möchten? Welche Farben besonders gut für Colour Blocking geeignet sind und in welchem Raum besser nicht zu mutig agiert wird? Wir haben ein paar inspirierende Tipps für Sie:
Colour Blocking: Ideen fürs Wohnzimmer
- Petrolblau mit Orangetönen
- Waldgrün kombiniert mit Altrosa
- Senfgelb trifft auf Violett
Im Wohnzimmer können Sie mutig mit Colour Blocking experimentieren. Auffällig und trotzdem angenehm harmonisch ist die Kombination aus Petrolblau und warmen Orangetönen. Ein kühles Blau an der Hauptwand sorgt für Tiefe, während orangefarbene Accessoires wie Kissen, ein Statement-Sessel oder geometrische Wandkunst ein lockeres Flair ins Zimmer bringen.
Wer es eleganter mag, greift zur Kombination Waldgrün und Altrosa. Das satte Grün vermittelt Naturverbundenheit und schafft eine behagliche Atmosphäre. Setzen Sie es großflächig ein, etwa an der Wand hinter dem Sofa. Altrosa Elemente, wie ein weicher Teppich oder Samtvorhänge sorgen für eine warme Stimmung.
Colour Blocking im Schlafzimmer
- Beruhigendes Nachtblau mit warmem Terrakotta
- Pastelliges Mint gepaart mit softem Korall
- Tiefes Bordeaux kombiniert mit Salbeigrün
Im Schlafzimmer sollten Sie bei aller Farbfreude die entspannende Atmosphäre nicht aus den Augen verlieren. Beruhigendes Nachtblau an den Wänden schafft eine perfekte farbliche Grundlage für erholsamen Schlaf. Kombinieren Sie es mit warmen Terrakotta-Tönen bei Kissen, Bettwäsche oder dem Teppich – so entsteht Ausgewogenheit zwischen Ruhe und Behaglichkeit.
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Colour Blocking in der Küche
- Energetisches Sonnengelb mit kühlem Graublau
- Frisches Lindgrün trifft auf warmes Ziegelrot
- Klassisches schwarz-weiß mit knalligen Farbakzenten
In der Küche darf es energetischer zugehen. Strahlendes Sonnengelb an einer Wand oder als Farbe für die Küchenfronten bringt morgens sofort gute Laune. Kombiniert mit kühlem Graublau, etwa bei der Arbeitsplatte oder den Wandfliesen, entsteht ein moderner Look, der Dynamik ausstrahlt, ohne überfordernd zu wirken. Frisches Lindgrün harmoniert perfekt mit dem warmen Ziegelrot, das Ergebnis wirkt besonders natürlich und ausgewogen. Das helle Grün sorgt für Beruhigung, während Ziegelrot gezielt Akzente setzt.
Der Klassiker Schwarz-Weiß ist perfekt für die Küche. Durch gezielte Farbakzente in kräftigen Tönen wie Gelb, Rot, Pink oder Türkis setzen Sie spannende Kontraste. Diese Kombi eignet sich hervorragend für moderne Wohnräume und verleiht ihnen einen urbanen Touch.
Praktische Tipps zur Umsetzung
Der beste Einstieg ins Colour Blocking ist eine Akzentwand. Wählen Sie eine Wand, die bereits einen natürlichen Fokuspunkt bildet, etwa hinter dem Sofa oder dem Bett. Experimentieren Sie zunächst mit textilen Elementen wie Kissen oder Vorhängen, die sich leicht austauschen lassen.
Geometrische Muster an den Wänden sind der Klassiker des Colour Blocking. Experimentieren Sie mit diagonalen Linien, die den Raum dynamischer erscheinen lassen. Ein besonderer Trick: Ziehen Sie eine Farblinie über die Ecke hinweg – das schafft spannende optische Effekte und verbindet verschiedene Wandbereiche miteinander.
Ein einzelner Statement-Sessel in einer mutigen Farbe kann einen ganzen Raum transformieren. Wählen Sie beispielsweise einen Sessel in leuchtendem Cyan für einen neutral eingerichteten Raum. Platzieren Sie ihn strategisch neben einer Leselampe oder einem Beistelltisch in einer kontrastierenden Farbe.
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Lösungen für kleine bzw. große Räume
In kleinen Räumen wirkt Colour Blocking besonders effektiv, wenn Sie mit vertikalen Linien arbeiten. Ein schmaler, hoher Farbstreifen an der Wand lässt den Raum höher erscheinen. Wählen Sie als Hauptfarbe helle Töne und setzen Sie Akzente durch kleinere farbige Flächen oder Accessoires.
Große Räume bieten die perfekte Leinwand für ausdrucksstarkes Colour Blocking. Nutzen Sie Farben zur Zonierung verschiedener Bereiche. Ein Beispiel: Trennen Sie den Essbereich vom Wohnbereich durch unterschiedliche Wandfarben. Große Flächen vertragen auch kräftigere Farbtöne.
Beachten Sie bei der Farbwahl den natürlichen Lichteinfall. Nordräume vertragen wärmere Farben, während südlich gelegene Räume auch mit kühleren Tönen harmonieren. Nutzen Sie die Wirkung von Farben gezielt: Blau für Konzentration, Gelb für Optimismus, Grün für Ausgleich.
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