goldenes Besteckset aus Messer, Gabel und Löffel auf schwarzem Hintergrund

goldenes Besteckset aus Messer, Gabel und Löffel auf schwarzem Hintergrund © ©nerudol/stock.adobe.com

Kein Essen ohne Besteck - hier der große Materialratgeber

Reden wir über Besteck. Was befindet sich in Ihrer Küchenlade? Das umfangreiche Edelstahl-Set, alte Silberlöffel und -gabeln noch von der Oma oder setzen Sie gar auf Holz? Schauen wir uns die verschiedenen Möglichkeiten beim Essbesteck genauer an.

Edelstahl, Silber, Titan oder doch lieber Holz? Wir stellen Ihnen die gängigsten Besteckmaterialien mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Und wir überzeugen Sie mit diesem Ratgeber davon, dass Kunststofflöffel und Plastikgabel tatsächlich nichts mehr in irgendeiner Küchenschublade dieses Landes verloren haben.

große Menge Edelstahl-Besteck in Geschirrspülerkorb

Besteck aus Edelstahl ist robust, langlebig und vor allem pflegeleicht. Einfach in den Geschirrspüler und gut ist. © ©Esther Hildebrandt/stock.adobe.com

Edelstahlbesteck: Der Allrounder

Edelstahl ist das meistverkaufte Besteckmaterial in Österreich - und das aus gutem Grund. Es ist robust, pflegeleicht und günstig. Allerdings kann minderwertiger Edelstahl mit der Zeit rosten. Also achten Sie beim Kauf auf eine entsprechende Qualität!

Edelstahlbesteck wird aus einer Legierung von Eisen, Chrom und oft auch Nickel hergestellt. Die genaue Zusammensetzung kann variieren, aber die häufigsten Typen für Besteck sind:

  • 18/10 Edelstahl: Enthält 18 % Chrom und 10 % Nickel. Dies ist die hochwertigste Art von Edelstahl für Besteck und bietet eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit und Glanz.
  • 18/8 Edelstahl: Enthält 18 % Chrom und 8 % Nickel. Auch diese Sorte ist korrosionsbeständig und weit verbreitet.
  • 18/0 Edelstahl: Enthält 18 % Chrom und 0 % Nickel. Diese Art von Edelstahl ist weniger korrosionsbeständig und weniger glänzend, aber oft preiswerter.

Essbesteck aus Edelstahl bringt viele Vorteile mit. So ist es korrosionsbeständig (dank seines hohen Chromgehaltes), langlebig, hygienisch, weil nicht porös, sehr pflegeleicht, geschmacksneutral und sieht einfach gut aus.

Die Nachteile von diesem Allrounder: je hochwertiger das Besteck, desto teurer und schwerer ist es auch. Außerdem ist Edelstahlbesteck nicht gänzlich immun gegen Kratzer, vor allem wenn es mit anderen Metallgegenständen in Kontakt kommt. Noch ein Wort zu den Kosten: Für ein 16-teiliges Besteckset der Einsteigerklasse sollten Sie mit etwa 20 bis 50 Euro rechnen. Mittelklasse-Sets aus 18/8er oder 18/10er Edelstahl kommen auf 50 und 150 Euro. Und die Premiumklasse aus hochwertigem 18/10er Edelstahl von den bekannten Herstellern können zwischen 150 und 300 Euro oder mehr kosten. Zusätzlich gibt es Sets, die mehr als nur die Grundteile enthalten, wie z.B. Dessertgabeln, Steakmesser oder Servierlöffel, was den Preis entsprechend erhöhen kann.

Tablett mit weißer Stoffserviette auf der einige Messer, Gabeln und Löffel aus echtem Silber liegen. Löffel bereits angelaufen.

Echtes Silberbesteck wird über Generationen weitergegeben und ist in vielen Haushalten mehr eine Wertanlage als für den alltäglichen Gebrauch bestimmt. © ©Olga Kriger/stock.adobe.com

Silberbesteck: Das Edle und Pflegeintensive

Silberbesteck verleiht jeder Tafel einen edlen Touch. Es ist sogar antimikrobiell. Der Nachteil: Es läuft mit der Zeit an und muss regelmäßig poliert werden. In der Regel wird Silberbesteck aus verschiedenen Silberlegierungen hergestellt. Unterschieden wird zwischen

  • Sterlingsilber: Besteht zu 92,5 % aus reinem Silber und zu 7,5 % aus anderen Metallen, meist Kupfer. Diese Legierung wird oft als "925 Silber" bezeichnet.
  • Versilbertes Besteck: Hier besteht das Grundmaterial aus einem anderen Metall, oft Edelstahl oder Kupfer, und ist mit einer Schicht aus echtem Silber überzogen. Die Dicke der Silberbeschichtung kann variieren und wird oft in Mikrometern angegeben (z.B. 20 Mikrometer).

Die Vorteile von echtem Silber sind seine elegante, klassische Optik mit ihrem charakteristischen Glas. Sterlingsilber hat überdies einen nicht unerheblichen materiellen Wert. Silber hat antibakterielle Eigenschaften, es ist also "gesund" und, jeder der Omas Silber in der Lade hat weiß es, diese Bestecksets sind quasi unzerstörbar und sehr langlebig. Zwar wird Silber auch nachgesagt, dass es geschmacksneutral ist, das kann die Autorin dieser Zeilen jedoch nicht bestätigen. Die älteren Löffel in der privaten Sammlung schmecken durchaus metallisch inzwischen.

Auch die Nachteile von Silberbesteck sind bekannt: Das Material neigt dazu, anzulaufen, weshalb es regelmäßig poliert werden muss. Silber ist ein weiches Metall und kann entsprechend leichter verkratzen oder verbiegen. Und die Kosten sowie der Pflegeaufwand für Silberbesteck machen es für die meisten zu einer Wertanlage, die nur zu ganz besonderen Anlässen hervorgeholt wird – wenn überhaupt.

Zum Thema Kosten: Silberbesteck, insbesondere Sterlingsilber, ist deutlich teurer als Edelstahlbesteck. So können Sie beim hier herangezogenen 16-teiligen Besteckset in der versilberten Version mit etwa 100 bis eher 300 Euro rechnen. Ein Set aus echtem Sterlingsilber ist deutlich teurer und kann je nach Marke, oder privatem Verkäufer, auf 800 bis 2.500 Euro oder deutlich mehr kommen.

Titanbesteck: Das Unverwüstliche

Titanbesteck wird entweder aus reinem Titan oder aus einer Titanlegierung hergestellt und hat viele Vorteile. Titan ist ein sehr leichtes, robustes und korrosionsbeständiges Metall, das sich hervorragend für die Herstellung von Besteck eignet. Titan ist ca. 45 % leichter als Stahl, extrem widerstandsfähig gegen Korrosion und Rost, auch in salzhaltigen Umgebungen. Das Besteck ist biokompatibel und hypoallergen, was bedeutet, dass es keine allergischen Reaktionen hervorruft und sich für Menschen mit Metallallergien eignet. Zudem ist Titanbesteck sehr langlebig und robust gegen Verbiegen, Verformen und Kratzer. Das Material ist selbstverständlich hitzebeständig, leitet die Wärme aber nicht gut – ein Vorteil, den wir schon vom Holzbesteck kennen und last not least ist das Metall geschmacksneutral und beeinflusst den Geschmack Ihrer Lieblingsspeisen nicht. Einziger Nachteil: man kommt gar nicht so leicht zu Titanbesteck und es ist merklich teurer, als Besteck aus anderen Materialien. Schon ein einfaches Besteckset aus 16 Teilen kostet um die 200 Euro. Für hochwertige Markenausführungen können Sie gut und gerne 500 bis 1000 Euro und mehr rechnen.

Holzdielen auf denen ein heller Holzlöffel und mehrere Löffel und Gabeln aus dunklem Olivenholz liegen. Essbesteck aus Holz

Besonders beliebt für Holzbesteck ist das Olivenholz. Seine dunkle Farbe und die schöne Maserung machen Löffel, Gabel & Co zu echten Unikaten. © ©bong/stock.adobe.com

Holzbesteck: Das Natürliche

Holzbesteck liegt voll im Öko-Trend. Es ist leicht und sieht toll aus. Leider nimmt es aber schnell Gerüche an und ist nicht spülmaschinenfest. Holzbesteck wird zumeist aus Bambus, Olivenholz, Ahornholz oder Birkenholz hergestellt. Warum es so beliebt ist, liegt vor allem an seiner Nachhaltigkeit, seinem leichten Gewicht, das es vor allem für die kleinen Familienmitglieder und Gäste praktisch macht. Ein weiterer Vorteil, nicht zuletzt auch für die Kleinen, ist die nicht vorhandene Wärmeleitfähigkeit des Materials. Im Gegensatz zu einem Metalllöffel wird der Holzlöffel nicht sehr heiß, Verbrennungen also ausgeschlossen. Darüber hinaus sieht Holzbesteck mit seiner Maserung und den farblichen Nuancen einfach schön aus und Holz ist geschmacksneutral – die Suppe schmeckt also immer noch, wie sie schmecken soll. Die kürzere Haltbarkeit, der höhere Pflegeaufwand, die Porosität und damit Hygieneproblematik von Holz sind die wohl größten Nachteile dieser Besteckart.

Hinweise und Tipps

Kunststoff-Besteck: Bunt und praktisch, aber...

Besteck aus Plastik gibt es in allen Farben und Ausführungen. Es ist bruchsicher und ideal für Kinder oder unterwegs.

Die Kehrseite: Kunststoff-Besteck ist nicht sehr langlebig und vor allem: Es belastet die Umwelt! Wir sagen: Bitte nicht! Der Markt bietet inzwischen viel ansehnlicheres, ökologisch vertretbares Einwegbesteck aus Holz, Bambus, Papier, Maisstärke und vielem mehr.

Die Kosten für Holzbesteck können je nach Holzart, Qualität und Hersteller ordentlich variieren. Ein einfaches Set aus Bambus oder Birke kommt auf 50 bis 100 Euro. Sets aus hochwertigerem Oliven- oder Ahornholz kosten gut und gerne 200 bis 300 Euro.

Tipps zur Reinigung und Pflege

Mit der richtigen Pflege haben Sie lange Freude an Ihrem Essbesteck. Aber je nach Material verlangen Löffel, Gabeln und Messer eine andere Reinigung. Lesen Sie hier:

  • Edelstahl darf in den Geschirrspüler. Bei hartnäckigen Flecken hilft eine Essig-Wasser-Lösung.
  • Silber niemals in den Geschirrspüler geben, nur von Hand spülen und regelmäßig polieren.
  • Holzbesteck mit lauwarmem Wasser und Spülmittel reinigen. Nicht einweichen und nicht in den Geschirrspüler!
  • Titan ist sehr pflegeleicht. Einfach mit Wasser und Spülmittel abwaschen. Reines Titanbesteck ist auch spülmaschinensicher.
Veronika Kober
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