Infrarotkabine: So nutzen Sie das rote Licht richtig
Ursprünglich wurde das heilende Rotlicht vor allem im therapeutischen und medizinischen Bereich eingesetzt, inzwischen hat die Infrarotstrahlung auch die Privathaushalte erreicht. Wir sagen Ihnen, was Sie bei der Nutzung von Infrarotkabinen beachten müssen, und welche Vorteile das Rotlicht für Ihren Organismus hat.
Mit einer Infrarotkabine holt man sich ein verhältnismäßig günstiges Wellnessgerät nach Hause. Im Gegensatz zu Sauna oder Dampfbad braucht die Kabine viel weniger Platz, ist billiger und bietet trotzdem viele Vorteile für Gesundheit und Wohlbefinden.
Wie funktioniert eine Infrarotkabine?
Jede Infrarotkabine hat mehrere IR-Strahler in den Wänden integriert. Normalerweise sind es zwei bis drei im Rückenbereich, zwei im Frontbereich, eine große im Wadenbereich und bei einigen Modellen auch eine Infrarot-Flächenheizung im Fußboden. Die Infrarotstrahler geben Wärme ab, die aber nicht vom Raum, sondern direkt vom Körper aufgenommen wird. Deshalb empfinden viele Menschen die Hitze in einer IR-Kabine als angenehmer, als jene in einer Sauna. Die Infrarotstrahlung dringt auch tiefer in die Haut ein als die Heißluft einer klassischen Sauna und kann so eine intensivere Wirkung erzielen. Die Infrarotstrahlung regt die Durchblutung an, fördert die Entgiftung des Körpers und kann Verspannungen lösen.
Tipp:
Um das Wellnesserlebnis zu steigern, können Sie Duftöle in einem Aromatopf verdampfen lassen oder einen Ionisator zur Luftreinigung einsetzen. Auch eine Sole-Therme kann das Infrarotbad-Erlebnis bereichern und eine reinigende Wirkung für Haut und Atemwege entfalten.
Welche Regeln sind beim Infrarot-Baden zu beachten?
Es gibt ein paar ganz grundsätzliche Regeln, die Sie vor, während und nach einem Aufenthalt in der Infrarotkabine beachten müssen. Wir haben diese für Sie hier zusammengefasst:
- Die ideale Dauer einer Anwendung beträgt etwa 30 bis 40 Minuten bei einer Temperatur zwischen 30 und maximal 50 Grad Celsius. Bei voller Strahlungsintensität sind 20 Minuten empfehlenswert. Stellen Sie die Temperatur auf diese Stärke ein, die für Sie angenehm ist. Hören Sie auf Ihren Körper und beenden Sie die Sitzung früher, falls Ihre Haut unangenehm spannt oder Sie sich unwohl fühlen!
- Die Häufigkeit der Nutzung hängt von der Art der verwendeten Strahler ab. Bei Karbon-Flächenstrahlern oder Punktstrahlern aus Magnesium und Keramik ist eine tägliche Nutzung möglich. Bei ABC-Vollspektrum-Strahlern sollten Sie nur dreimall pro Woche für maximal 30 Minuten "saunieren".
- Vor dem Betreten der Infrarotkabine sollten Sie lauwarm duschen, um Ihren Körper leicht vorzuwärmen. Die Schweißproduktion beginnt normalerweise acht bis 15 Minuten nach Betreten der Kabine.
- Trinken Sie genügend Wasser, und zwar vor, während und nach dem Infrarot-Bad. Vorher zumindest einen halben Liter, während der Zeit in der Kabine so viel Ihnen guttut und auch nachher noch einmal zumindest einen halben Liter.
- Die Nutzung der Infrarotkabine erfolgt idealerweise unbekleidet, legen Sie jedoch aus hygienischen Gründen unbedingt immer ein Handtuch als Unterlage auf die Sitzfläche. Generell sollten Sie ein paar Handtücher griffbereit haben, um den Schweiß abzuwischen und das Holz vor zu viel Feuchtigkeit zu schützen.
- Essen Sie eine Stunde vor dem Kabinengang nichts mehr, ein voller Magen kann zu Unwohlsein in der Wärme führen.
- Nach der Infrarotkabine sollten Sie nicht gleich duschen. Besser eine Viertelstunde warten und den Körper herunterkühlen und zur Ruhe kommen lassen. Dann mit einer lauwarmen Dusche beginnen und die Temperatur langsam absenken.
- Nach einem sehr harten Trainingsprogramm sollten Sie nicht unmittelbar in die Wärmekabine. Besser, Sie geben Ihrem Körper ein bis zwei Stunden Erholungspause.
- Trinken Sie keinesfalls Alkohol vor und während des Infrarotkabinengangs. Auch die Mär, man könnte seinen Kater rausschwitzen ist Blödsinn, Sie belasten Ihren Organismus über die Maßen mit der Hitze. Zudem können alkoholisierte Menschen die Außenreize nicht mehr korrekt einordnen, wenn es Ihnen also eigentlich schon zu viel ist, merken Sie das vielleicht gar nicht, wenn Sie angetrunken sind.
Welche positiven Effekte hat die Infrarotstrahlung?
Die regelmäßige Nutzung einer Infrarotkabine kann unterschiedliche positive Auswirkung auf Ihren Körper und Geist haben:
- Förderung der Durchblutung
- Unterstützung bei der Entgiftung des Körpers
- Linderung von Muskelschmerzen und Verspannungen
- Stärkung des Immunsystems
- Verbesserung des Hautbildes
- Positive Auswirkungen auf den Blutdruck
- Förderung des psychischen Wohlbefindens
Wann sollten Sie die Infrarotkabine nicht nützen?
Bei leichten Anzeichen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts kann die Infrarotstrahlung helfen. Sobald aber Fieber und stärkere Kopfschmerzen im Spiel sind, sollten Sie, wenn überhaupt, nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt in die Kabine.
Wer verschreibungspflichtige Medikamente zu sich nimmt, sollte unbedingt mit Arzt oder Apotheke Rücksprache halten, da die Infrarotstrahlen die Wirkungsweise der Medikamente beeinflussen können
Die Körpertemperatur von Kindern steigt viel schneller, als die der Erwachsenen. Wenn überhaupt, sollten Kinder also bei eher niedrigerer Temperatur in die Infrarotkabine. Wenn Sie die Kleinen aber langsam an das Schwitzen heranführen, sollte das auf Dauer auch kein Problem sein.
Auch ältere Menschen sollten vorsichtig sein, denn unsere Fähigkeit, die Körpertemperatur zu halten, nimmt mit dem Alter ab. Das Problem dabei: die Wärme in der Kabine schlägt sich stärker auf den Kreislauf und das Schwitzen sorgt nicht mehr in dem gewohnten Ausmaß für eine Reduktion der Körpertemperatur.
Auch für Menschen mit bestimmten Herz-Kreislauf-Problemen und Gefäßerkrankungen, mit Multipler Sklerose, Parkinson, Diabetes, Neuropathie oder akuten Entzündungen ist die Infrarotkabine nicht gut. Und für Bluter oder Menschen, die an Hämophilie leiden, ist die Infrarotstrahlung tabu!
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