Holz, Kunststoff, Marmor – welches Schneidbrett wofür?

Schneidbretter fehlen in keiner Küche. Doch welchen Unterschied es macht, für welches Material wir uns entscheiden, wissen die wenigsten. Wir klären auf.

Es gibt wohl kaum ein Küchenutensil, über das wir uns so wenig Gedanken machen, wie über das Schneidbrett. Wir besitzen halt einfach eines. Naturverbundene Menschen greifen dabei vielleicht bewusst noch zu Holz, vielen anderen ist es aber meist herzlich egal, aus welchem Material die Schneideunterlage gemacht ist. Am besten, es war auch nicht zu teuer. Doch Vorsicht: wo mit frischen Lebensmitteln hantiert wird sammeln sich auch Keime. Daher ist es ratsam, sich genau zu überlegen, worauf Hendl, Zwiebel und Paradeiser geschnitten werden.


Victor Lauer/shutterstock.com © Victor Lauer/shutterstock.com

Kunststoff

Die Vorteile von Kunststoffbrettern scheinen klar auf der Hand zu liegen: Sie lassen sich einfach reinigen, sind leicht im Gewicht, verfärben nicht und sind zudem noch die günstigste Variante. Doch ganz so klar ist die Sache dann doch nicht. Zum einen ist Kunststoff immer Sondermüll und somit problembehaftet, zum anderen sollte die Reinigung besser im Geschirrspüler bei mindesten 60 Grad erfolgen – oder sehr heiß unter fließendem Wasser. Einfach nur lauwarm tötet keine Keime ab, auch wenn viele Leute denken, das wäre bei dem ach so hygienischen Material ausreichend. Es gibt übrigens auch billige Schneidbretter, die gar nicht für 60 Grad ausgelegt sind. Augen auf beim Kauf, also! Ein zusätzlicher Pluspunkt ist noch die Geruchsunempfindlichkeit. Mit einmal heiß Abspülen verschwinden auch Knoblaucharoma & Co.

Ihre Messer werden Ihnen das Kunststoffbrett allemal danken, das weiche Material schont die Schneide. Doch da beißt sich die Katze in den Schwanz. Da die Klinge die Oberfläche des Brettes verletzt, raut sich das Plastik mit der Zeit stark auf, was wiederum die Hygieneeigenschaften verschlechtert.


Lisovskaya Natalia/shutterstock.com © Lisovskaya Natalia/shutterstock.com

Holz

In punkto aufgeraute Oberfläche ist ein Holzbrett natürlich unschlagbar: einfach abschleifen, gegebenenfalls einölen und schon ist es wie neu. Und selbst wenn Sie auf diese Form der Pflege verzichten, die Patina eines stark gebrauchten Brettes macht optisch viel her – da können Sie die Schneidunterlage auch gleich zum Servieren nutzen. Ein weiterer Vorteil von Holz ist seine Vielfalt. Sie haben die Wahl zwischen unterschiedlichsten Holzarten (Ahorn, Eiche, Nuss, Kirsche, Olive etc.) mit ihren jeweiligen optischen Charaktermerkmalen. Achtung: Bei hellen Hölzern steigt die Gefahr, dass Verfärbungen sichtbar bleiben. Ihr Messer freut sich über das weiche Material natürlich ebenfalls. Die Klinge bleibt geschont und muss nicht häufig nachgeschärft werden.

Auch in Sachen Hygiene kann Holz durchaus mit Kunststoff mithalten. Mehr noch. Häufig erweist sich in Labortests das Holz als die bessere Alternative. Die im Holz enthaltenen Gerbsäuren (Tannine) wirken antibakteriell. Mit jedem Schnitt werden also Tannine im Brett freigesetzt, die Keimen gar keine Chance lassen, sich ins Holz einzunisten. Besonders zuverlässig sind da Kiefer, Olive und Bambus. Einziger Nachteil eines Holzbrettes: Spülmaschinentauglich sind sie nicht.


Yuliya Gontar/shutterstock.com © Yuliya Gontar/shutterstock.com

Glas, Marmor, Edelstahl

Auch diese Varianten gibt es, selbst wenn viele von uns sie sicher nicht als erstes auf dem Schirm hatten. Vom hygienischen Gesichtspunkt aus betrachtet sind sie hervorragend. Da die Oberflächen so hart sind, dass es zu keinen Einschnitten kommt, können sich auch keinerlei Keime auf ihnen festsetzen. Einfach in die Spülmaschine und fertig. Ihre Messer werden Sie für die Wahl aber mit Abstumpfung strafen. Häufiges Klingenschleifen ist also beim Kauf von Glas & Co gleich inkludiert.

Fazit und wichtiger Hinweis

Wir empfehlen eindeutig Holz als Schneidebrett. Zum einen ist es ein natürlicher Rohstoff, zum anderen hält es vom hygienischen Gesichtspunkt absolut mit der Kunststoffvariante mit. Aber: Legen Sie sich mindestens zwei, besser drei Bretter zu. Gerne in verschiedenen Größen. Eines für Fleisch und Fisch. Eines für Gemüse und Obst. Und ein kleineres für Zwiebeln und Knoblauch. So müssen Sie nicht aufwendig zwischenreinigen und können zügig Ihre Zutaten zubereiten.


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Datum: 12.04.2017

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