Konstruktionsarten von Ziegelaußenwänden

Außenwände aus Ziegeln können in drei verschiedenen Varianten realisiert werden. Gewählt werden kann - je nach Bedarf und Überzeugung - zwischen einschalig, mehrschalig oder mit Wärmedämm-Verbundsystem.

Wie die Ziegelaußenwand eines massiven Gebäudes konstruiert ist, kann man auf den ersten Blick auf ein fertiges Haus nicht unbedingt feststellen. Grundsätzlich lassen sich drei Varianten, nimmt man die Möglichkeit der Sichtziegel- oder Klinkerfassade hinzu, vier Alternativen unterscheiden. Wir haben diese für Sie hier näher erklärt.

1. Einschalig, monolithisch

Unter einschaligen Ziegelwänden versteht man Wände, die, abgesehen von Putz und Mörtel, aus nur einem Baustoff (in diesem Fall Ziegel) bestehen. Dieser muss alle bauphysikalischen (Wärmeschutz, Brandschutz, Schallschutz) und statischen Anforderungen erfüllen. Einschalige Ziegelaußenwände werden meist in Ziegeldicken von 38 cm bis 50 cm realisiert.
Wesentliche Vorteile sind beispielsweise das ausgewogene Verhältnis von Wärmedämm- und Wärmespeichereigenschaften, die einfache Verarbeitung, geringe Materialvielfalt, gutes Dampfdiffusionsverhalten, die hohe (mechanische) Beanspruchbarkeit der Fassade, die leichte Um- und Rückbaubarkeit sowie die problemlose Baurestmassentrennung und damit Recyclierbarkeit. Das monolithische Außenmauerwerk erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit.

2. Mehrschalig, Ziegel-Zweischalen-Mauerwerk

Seit Jahrzehnten gehört das Zweischalenmauerwerk zu den wichtigsten Außenwandkonstruktionen. Das Zweischalen-Mauerwerk besteht aus zwei Mauerschalen aus Ziegel und einer wärmedämmenden Zwischenschicht, sprich ein tragender Wandteil, dann eine Dämmschicht von mindestens 15 Zentimetern und außen eine 12 Zentimeter Vormauerung. Jede der drei Schichten übernimmt einen ganz spezifischen Teil der Anforderungen, die an eine Außenwand gestellt werden. Im koordinierten Zusammenwirken ergibt sich die Summe der guten Eigenschaften des Ziegel-Zweischalenmauerwerks. Diese Konstruktion kann mit verputzter Vorsatzschale oder mit Klinkervorsatzschale (die vierte Möglichkeit der Außenwandkonstruktion und -gestaltung) ausgeführt werden.

3. Ziegelwand mit Wärmedämmverbundsystemen

Auf eine Ziegelwand (z. B. 25 cm dick) wird außen eine zusätzliche Dämmschichte aufgebracht, meist geklebt. Der Ziegel übernimmt dabei die Funktionen der Lastabtragung, der Schalldämmung und der Wärmespeicherung; die Zusatzdämmung verbessert das Wärmedämmvermögen. Als Wärmedämmstoffe werden in der Regel expandiertes Polystyrol oder Mineralfaserdämmstoffe verwendet, aber auch z. B. mehrschichtige Holzwolle-Leichtbauplatten, Mineralschaumplatten oder Korkplatten. Als Putze kommen kunstharzmodifizierte Putze, rein mineralische Putze und reine Kunstharzputze in Frage. Das Putzsystem besteht aus einem glasgewebe-bewehrten Unterputz und einem Oberputz.

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Datum: 10.12.2012

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